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Internationales wissenschaftliches Abkommen über die Validierung von Alternativen zu Tierversuchen

European Commission - IP/09/643   27/04/2009

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IP/09/643

Brüssel, den 27. April 2009

Internationales wissenschaftliches Abkommen über die Validierung von Alternativen zu Tierversuchen

Die globalen Bemühungen zur Förderung von Alternativen zu Tierversuchen werden heute durch die Unterzeichnung eines Kooperationsabkommens zwischen internationalen Behörden, deren Aufgabe die Validierung von alternativen Prüfmethoden war – darunter die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission – gestärkt.

Heute wurde ein Kooperationsabkommen vom Europäischen Zentrum zur Validierung alternativer Methoden (ECVAM), der Gemeinsamen Forschungsstelle der Kommission und dem ICCVAM[1] in den USA, dem JACVAM[2] in Japan und dem Environmental Health Science and Research Bureau (Amt für Wissenschaft und Forschung im Bereich Umwelt und Gesundheit) in Kanada unterzeichnet, das die weltweite Verfügbarkeit von wissenschaftlich erwiesenen Alternativen zu Tierversuchen verbessern soll.

Janez Potočnik, EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung, betonte die positiven Auswirkungen einer internationalen wissenschaftlichen Kooperation: Die Verringerung der Tierversuche, egal ob im Interesse des Tierschutzes oder aus ethischen Gründen, und der Verbraucherschutz zählen zu den Hauptzielen dieses internationalen Abkommens“, und fügte hinzu: „Ich gehe davon aus, dass die Zusammenarbeit von europäischen, amerikanischen, japanischen und kanadischen Wissenschaftlern zu einer schnelleren Ermittlung von wissenschaftlich fundierten alternativen Prüfmethoden führen wird.

Das Abkommen schafft eine verbesserte internationale Kooperation und Koordinierung der wissenschaftlichen Validierung und Evaluierung der In-Vitro-Toxizitätsprüfmethoden. Die verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Unterzeichnern wird sicherstellen, dass die alternativen Methoden reproduzierbar sind, auf einer soliden wissenschaftlichen Basis beruhen und Gesundheitsrisiken genau erkennen können. Dies sollte wiederum Prüfmethoden fördern, die weitgehend von Regulierungsbehörden in der EU, der USA, Japan, Kanada und auf internationaler Ebene von der OECD anerkannt sind.

Als Ergebnis des Abkommens wird erwartet, dass die Prüfmethoden, die einer wissenschaftlichen Validierung unterzogen werden, glaubwürdiger erscheinen und rascher von Testlaboratorien angewandt werden.

Die verstärkte Kooperation der Unterzeichner wird die bereits bestehende Zusammenarbeit im Bereich der Evaluierung von Prüfmethoden, der Validierungsstudien, der unabhängigen wissenschaftlichen Begutachtung und der Empfehlungen von Regulierungsbehörden formalisieren. Die Organisationen werden auch bei der Entwicklung harmonisierter Empfehlungen zu regulatorischen Fragen und bei der Entwicklung von Verarbeitungsmechanismen für gegenseitige wissenschaftliche Begutachtungen zusammenarbeiten.

Hintergrundinformationen

In der Europäischen Union werden pro Jahr Versuche an ungefähr 12 Millionen Tieren für Unbedenklichkeitsprüfungen und die biomedizinische Forschung durchgeführt. Ziel der EU ist es, die Zahl der Versuchstiere zu verringern und die Prüfmethoden zu verbessern, damit die Tiere so wenig wie möglich leiden.

Das Europäische Zentrum zur Validierung alternativer Methoden (ECVAM) der Gemeinsamen Forschungsstelle der Kommission wurde 1992 im Rahmen der Richtlinie 86/609/EWG zum Schutz der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere gegründet. Die Richtlinie verpflichtet die Kommission und die Mitgliedstaaten, die Entwicklung, die Validierung und die Anerkennung von Methoden, die Versuche an Tieren reduzieren, verbessern oder ersetzen könnten, aktiv zu unterstützen und legt fest, dass „ein Versuch [...] nicht vorgenommen werden [darf], wenn zur Erreichung des angestrebten Ergebnisses eine wissenschaftlich zufriedenstellende, vertretbare und praktikable Alternative zur Verfügung steht, bei der kein Tier verwendet werden muß“.

Das ECVAM koordiniert die Validierung alternativer Prüfmethoden auf europäischer Ebene und fungiert als Anlaufstelle für den Austausch von Informationen über die Entwicklung von Prüfmethoden ohne Tierversuche.

Weitere Informationen:

ECVAM-Website: http://ecvam.jrc.it/.

Siehe auch GFS-Website ‚Tracking System for Alternative test methods Review Validation and Approval (TSAR)': http://ihcp.jrc.ec.europa.eu/tsar

Sehe auch MEMO/09/200


[1] ICCVAM = Interagency Coordinating Committee on the Validation of Alternative Methods (Organisationsübergreifender Koordinationsausschuss zur Validierung alternativer Methoden).

[2] JACVAM = Japanese Center for the Validation of Alternative Methods (Japanisches Zentrum zur Validierung alternativer Methoden), des Staatlichen Instituts für Gesundheitswesen, das zum Japanischen Ministerium für Gesundheit, Bildung und Sozialwesen gehört.


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