Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR EL

IP/09/545

Brüssel, den 6. April 2009

Weltgesundheitstag: Kommission für Solidarität in der Gesundheitsversorgung

Anlässlich des Weltgesundheitstags wird die für Gesundheit zuständige EU-Kommissarin Androulla Vassiliou am 6. und 7. April mehrere lokale Gesundheitsprojekte in Kenia besuchen. Diese Projekte fördern die soziale und wirtschaftliche Entwicklung durch Linderung der Armut und Aufbau des Gesundheits- und Bildungswesens. Die Verbesserung der Gesundheitsbedingungen und des Zugangs zur gesundheitlichen Versorgung stellen für die Europäische Union wichtige Ziele dar, sowohl für die EU-Bürger selbst als auch im Rahmen der externen Zusammenarbeit. Kommissarin Vassiliou nahm eine Video-Botschaft auf, in der sie an die enge Verknüpfung zwischen Gesundheit und Produktivität sowie an die Notwendigkeit erinnerte, die Gesundheit zu fördern, insbesondere bei benachteiligten Gruppen und vor allem in diesen wirtschaftlichen Krisenzeiten.

In Nairobi sagte Kommissarin Androulla Vassiliou: „Solidarität in der Gesundheitsversorgung ist ein globale Anliegen. Wir müssen mit unseren afrikanischen Partnern zusammenarbeiten und verstärkt Maßnahmen ergreifen, um die Milleniums-Entwicklungziele zu erreichen. Die Arbeit der Zivilgesellschaft ist in dieser Hinsicht entscheidend, und ich kenne viele Beispiele bedeutender Projekte, die die Gesundheit und die Lebensqualität der Menschen verbessern. Auch in Europa müssen wir den zunehmenden Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung sowohl innerhalb als auch zwischen den einzelnen Ländern entgegenwirken.“

Im Mittelpunkt des diesjährigen Weltgesundheitstages stehen die Sicherheit der Einrichtungen zur gesundheitlichen Versorgung und die gezielte Vorbereitung von Gesundheitsfachkräften auf die Behandlung Betroffener in Krisensituationen. Der EU-Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe Louis Michel sagte: „Der Slogan des Weltgesundheitstages 2009 – Leben retten, Vorbereitung von Krankenhäusern auf Krisensituationen – bildet eines der Kernanliegen der Europäischen Kommission bei der Unterstützung von Rettungseinsätzen in der ganzen Welt. Etwa ein Viertel der von der Kommission seit 1996 geleisteten humanitären Hilfe, insgesamt mehr als 2 Milliarden EUR, wurden für die gesundheitliche Grundversorgung in Krisenfällen aufgewendet.“

Investitionen in das Gesundheitswesen

Kommissarin Vassiliou wird ein Gesundheitszentrum besuchen, das von der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ im Kibera-Gebiet von Nairobi betrieben wird. Die Kommissarin wird außerdem ein Gesundheitszentrum und eine Grundschule besuchen, die von der sozialen Stiftung für wirtschaftliche Entwicklung und dem Orthodoxen Erzbischof von Kenia und Irinopolis unterstützt werden. Allgemeine und berufliche Bildung sind Grundvoraussetzung für die Qualifizierung von Arbeitskräften. Der Besuch wird auch zum Gelände einer geplanten Ausbildungsstätte für Pflegekräfte führen, die sich auf Schmerztherapie in der Krebsbehandlung spezialisieren. Viele Entwicklungsländer leiden heutzutage unter der doppelten Last von übertragbaren Krankheiten (wie HIV/Aids, Malaria, Tuberkulose) und nicht übertragbaren Krankheiten (wie Herzerkrankungen und Krebs). Der Großteil der medizinischen Versorgung in Kenia wird von Krankenpflegepersonal geleistet. Dessen spezialisierte Weiterbildung in Palliativmedizin und Schmerztherapie in der Krebsbehandlung kann die Gesundheitssysteme dabei unterstützen, besser mit nicht übertragbaren Krankheiten wie Krebserkrankungen umzugehen.

Die Europäische Kommission fördert Verbesserungen des Gesundheitswesens in der EU durch verschiedene Politikbereiche wie Gesundheits-, Forschungs- und Sozialschutzprogramme. Ein wichtiges Instrument bilden dabei die Strukturfonds, aus denen 5 Milliarden EUR bereitgestellt werden, um die Investitionen armer Regionen in das Gesundheitswesen zu fördern. Die im September 2008 eingeleitete Kampagne „Europa für Patienten“, hebt hervor, wie wichtig es ist, mit den Mitgliedstaaten zusammenzuarbeiten und Informationen, Fachkenntnisse sowie praktische Erfahrungen in diversen Bereichen der gesundheitlichen Versorgung auszutauschen. Genannt seien beispielsweise seltene Krankheiten, Krebs, Patientensicherheit, Organspende und -transplantation, Antibiotikaresistenz und Patientenrechte bei der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung.

Die Europäische Kommission wendet jährlich fast eine halbe Milliarde EUR für Gesundheitsmaßnahmen im Rahmen der externen Zusammenarbeit auf. Die Maßnahmen sind Teil der geografischen Zusammenarbeit wie auch des thematischen Programms „Gesundheit für alle“. Dieses Programm zielt auf drei Kernprobleme des Gesundheitswesens ab: Unterstützung der Stärkung von Gesundheitssystemen und Gesundheitsleistungen zur Bekämpfung des Fachkräftemangels, Unterstützung der Bekämpfung der wichtigsten übertragbaren Krankheiten (HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria) und der vernachlässigten neu auftretenden Krankheiten sowie schließlich Unterstützung für die Durchführung der Agenda von Kairo zur Sexual- und Reproduktionsgesundheit.

Milleniums-Entwicklungsziele – Gesundheit

Die ärmsten Länder haben am meisten mit entwicklungsrelevanten Problemen im Gesundheitsbereich zu kämpfen – unter anderem mit mangelnden Infrastrukturen im Gesundheitswesen, hohen Prävalenzraten armutsbedingter Krankheiten, mit dem schlechten Gesundheitszustand von Müttern und nachteiligen Umweltbedingungen. All dies trägt zu einer verminderten Lebenserwartung bei. Die Gesundheitsproblematik bildet auch einen wesentlichen Teil der Milleniums-Entwicklungsziele (Senkung der Kindersterblichkeit, Senkung der Müttersterblichkeit und HIV/Aids-Bekämpfung), die den Kern der EU-Außenhilfe bilden.

Die Video-Botschaft von EU-Kommissarin Vassiliou ist von folgender Website abrufbar:

http://ec.europa.eu/commission_barroso/vassiliou/media_en.htm

Weitere Informationen über die externe Zusammenarbeit im Gesundheitswesen und EU-Gesundheitsmaßnahmen finden Sie hier:

http://ec.europa.eu/europeaid/what/universal-issues/health/index_en.htm

http://ec.europa.eu/health/index_en.htm


Side Bar