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IP/09/526

Brüssel, 2. April 2009

Dank EU-weiter Grundregeln bieten die ersten europäischen Fluggesellschaften die Nutzung von Mobiltelefonen während des Fluges an

Mehr und mehr Fluggäste können während des Fluges ihr Mobiltelefon nutzen, um SMS zu senden, im Internet zu surfen oder zu telefonieren. Ein Jahr nach Einführung gemeinsamer Regeln für die sichere Nutzung von Mobiltelefonen an Bord von Flugzeugen und der einfachen Genehmigung dieses grenzüberschreitenden Dienstes durch die Kommission sind nun 27 europäische Flugzeuge entsprechend ausgerüstet und ermöglichen die gefahrlose Mobilfunknutzung während des Fluges im europäischen Luftverkehrsraum. Ihre Zahl wird sich bis Ende 2009 voraussichtlich verdoppeln.

„Vor allem Geschäftsreisende und junge Fluggäste wollen während des Fluges ihr Mobiltelefon benutzen. Es ist außerdem ein interessantes Geschäftsmodell für europäische Unternehmen. Daher hat die Kommission vor einem Jahr gemeinsame Grundregeln festgelegt, so dass Unternehmen den Dienst auf sichere und einfache Weise im europäischen Luftverkehrsraum anbieten können, ohne 27 verschiedene Genehmigungsverfahren durchlaufen zu müssen,“ erklärte die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. „Ich freue mich, dass die ersten europäischen Fluggesellschaften nun Mobilfunkdienste während des Fluges anbieten. Um ihre problemlose Nutzung weiterhin zu gewährleisten, sollte dafür Sorge getragen werden, dass andere Fluggäste durch das Mobiltelefon nicht gestört werden, beispielsweise durch die Einrichtung von Ruhezonen wie im Zug. Die Betreiber sollten außerdem auf angemessene Tarife achten. Dann können Mobiltelefondienste an Bord für europäische Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil im weltweiten Luftverkehrsmarkt darstellen.“

Im April 2008 führte die Kommission Regeln zur Harmonisierung der Bedingungen für Mobiltelefondienste an Bord von Flugzeugen in der EU ein (IP/08/537). Ein Jahr später konnten dank dieser Regeln zwei Anbieter von Mobilfunkdiensten an Bord von Flugzeugen, OnAir (Genf) und AeroMobile (London), ihre Tätigkeit in Europa aufnehmen. Sie arbeiten mit Fluggesellschaften zusammen, die ihren Fluggästen diese Dienste zur Verfügung stellen wollen.

Derzeit bauen drei europäische Fluggesellschaften – Ryanair (Irland), TAP (Portugal) und bmi (Vereinigtes Königreich) – den Dienst in ihren Flotten auf: 27 Flugzeuge wurden bereits damit ausgestattet und ihre Zahl wird sich voraussichtlich bis Ende 2009 verdoppeln – ein vielversprechender Beginn. Andere Fluggesellschaften führen derzeit technische Versuche durch.

Unterdessen arbeiten die Fluggesellschaften daran, optimale Bedingungen für die Mobilfunknutzung zu schaffen, damit der neue Dienst von möglichst vielen Fluggästen angenommen wird, und analysieren seine Akzeptanz in den bereits damit ausgestatteten Flugzeugen. Bislang liegt der Preis zwischen etwa 1,60 Euro pro Minute für einen Anruf und etwa 0,43 Euro für eine SMS, je nachdem, welchen terrestrischen Mobilfunkbetreiber der Fluggast wählt.

Die Kommission hat im Jahr 2008 Maßnahmen getroffen, um den gefahrlosen und EU-weiten Betrieb von Mobilfunkdiensten an Bord von Flugzeugen zu ermöglichen und die Voraussetzungen zu schaffen, damit Unternehmen diese Dienste auch auf grenzüberschreitenden Flügen anbieten können. Dazu waren drei Schritte erforderlich:

  • es musste sichergestellt werden, dass die Nutzung der Geräte an Bord – einschließlich der Mobiltelefone – keine Störung der Flugzeugausrüstung und der Bordsysteme hervorruft;
  • es musste sichergestellt werden, dass die Mobilfunkausrüstung keine funktechnischen Störungen in terrestrischen Mobilfunknetzen hervorruft, sondern ausschließlich mit der bordseitigen Basisstation verbunden wird, die ihrerseits via Satellit mit einer Bodenstation kommuniziert;
  • gemeinsame Vorschriften und Normen mussten festgelegt werden, damit bordseitige Basisstationen betrieben werden dürfen, während das Flugzeug den Luftraum über mehreren EU-Mitgliedstaaten durchquert.

Ein Modell für andere Kontinente

Das europäische Konzept dient als Modell für andere Regionen der Welt. Mehrere Fluggesellschaften außerhalb Europas (einschließlich Qantas, Emirates, Malaysian Airlines, Royal Jordanian, Wataniya, Virgin Australia) haben den Dienst getestet bzw. bieten ihn in rund 40 Flugzeugen bereits an. Weitere Fluggesellschaften wollen diesem Beispiel folgen. Der weltweit vorherrschende GMS-Standard (mit derzeit fast 3 Millionen Nutzern) macht das Geschäftsmodell attraktiv, da die Fluggäste ihr normales Mobiltelefon benutzen können.

Hintergrund

Bei Mobilfunkdiensten in Flugzeugen handelt es sich um europaweite Telekommunikationsdienste. Die Kommission erließ hierzu im April 2008 zwei Rechtsvorschriften (IP/08/537):

  • eine Entscheidung zur Festlegung harmonisierter technischer Parameter von Bordgeräten für die europaweite Benutzung von Mobiltelefonen in Flugzeugen. Dadurch wird gewährleistet, dass die Ausrüstung keine funktechnischen Störungen verursacht, und dass die EASA die Lufttüchtigkeit der Ausrüstung für unterschiedliche Flugzeugtypen bescheinigen kann. Die Entscheidung ist rechtsverbindlich und stellt sicher, dass in allen Flugzeugen dieselbe Art von Ausrüstung verwendet wird.
  • Eine Empfehlung für einheitliche Genehmigungsverfahren zur Erleichterung der gegenseitigen Anerkennung einzelstaatlicher Genehmigungen.

Das „Flugzeug-Roaming“, d.h. Handytelefonate und das Senden und Empfangen von Kurznachrichten an Bord von Flugzeugen, wird wie bei den terrestrischen Diensten als Auslandsroaming behandelt. Wie die ersten Beispiele zeigen, liegen die Tarife deutlich unter jenen für Festnetzgespräche über Satellit, die früher in Flugzeugen angeboten wurden. Mobilfunkdienste während des Fluges fallen nicht unter die Maßnahmen der Kommission in Bezug auf die Tarife für das Sprach- und Daten-Roaming, da diese als innovativer Dienst in einem im Aufbau befindlichen Markt gelten und daher vom Diensteanbieter festgesetzt werden. Die Kommission überwacht jedoch die Kundentarife und ihre Transparenz aufmerksam.

http://ec.europa.eu/information_society/policy/ecomm/radio_spectrum/topics/ecs/mca/index_en.htm

MEMO/08/220

http://www.onair.aero/

http://www.aeromobile.net/


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