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Mitgliedstaaten unterstützen Vorschlag für Kennzeichnung von Wein

European Commission - IP/09/476   25/03/2009

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IP/09/476

Brüssel, den 25. März 2009

Mitgliedstaaten unterstützen Vorschlag für Kennzeichnung von Wein

Am 24. März hat die Kommission eine befürwortende Stellungnahme der im Verwaltungsausschuss vertretenen Mitgliedstaaten der Europäischen Union zum Entwurf einer Verordnung erhalten, die insbesondere die Kennzeichnung von Wein neu regeln soll. Die neuen Vorschriften beziehen sich vor allem auf Rosé-Weine und sehen vor, dass die europäischen Verbraucher künftig über die Art der Herstellung dieser Weine informiert werden können.

Rosé-Weine können entweder mit Hilfe traditioneller Methoden (kurze Mazeration, „Saignée“-Methode oder direkte Pressung) oder durch das Verschneiden von Rot- und Weißweinen gewonnen werden. Zurzeit ist ein solcher Verschnitt für „Tafelwein“ in der Europäischen Union verboten, für Weine mit Herkunftsbezeichnung hingegen zulässig, wenn das Lastenheft dies vorsieht. So darf beispielsweise in Frankreich Rosé-Champagner durch das Verschneiden von Rot- und Weißweinen gewonnen werden. Bis 2004 galt außerdem eine Ausnahmeregelung, der zufolge das Verschneiden für in Spanien gewonnene und vermarktete Tafelweine zulässig war.

International ist der Verschnitt von Weiß- und Rotweinen ein vom Internationalen Weinamt O.I.V zugelassenes Verfahren. Erzeuger in Drittländern können also Rot- und Weißweine mischen und die so gewonnenen Verschnittweine in die Europäische Union ausführen.

Die vom Ministerrat im Jahr 2007 beschlossene Reform des Weinsektors, deren Umsetzung die Kommission soeben abgeschlossen hat, sieht vor, dass sich künftig die önologischen Verfahren für europäische Weine verstärkt an den Empfehlungen des O.I.V ausrichten sollen. Da das Hauptziel der Reform die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von europäischem Wein ist, sollen die europäischen Erzeuger die gleichen Möglichkeiten erhalten wie die Erzeuger in Drittländern. Nach einer im letzten Herbst begonnenen, breit angelegten Debatte mit den Beteiligten und den Mitgliedstaaten hat sich die Kommission daher im Januar mit Unterstützung der Mitgliedstaaten dafür ausgesprochen, das Verschnittverbot aufzuheben, wobei für Weine mit Herkunftsbezeichnung natürlich auch künftig nur die traditionellen Methoden verwendet werden können.

In Anbetracht der Befürchtungen, die in den letzten Monaten wegen der Aufhebung des Verschnittverbots laut geworden sind, hat sich die Kommission für ein Vorgehen entschieden, das sich auf die Information der Verbraucher mit Hilfe der Kennzeichnung der betreffenden Weine stützt. So dürfen künftig zwei neue Angaben auf den Etiketten verwendet werden: die Angabe „Traditioneller Rosé“, die nur für die mit traditionellen Verfahren gewonnenen Rosé-Weine verwendet werden darf, und die Angabe „Durch Verschnitt hergestellter Rosé“ für die durch den Verschnitt von Weiß- und Rotweinen gewonnenen Weine. Diese Angaben können von den Erzeugern, die die entsprechenden Kriterien einhalten, auf freiwilliger Basis verwendet werden. Außerdem können Mitgliedstaaten, die dies wünschen, eine dieser Angaben (oder beide) für die in ihrem Hoheitsgebiet erzeugten Rosé-Weine zwingend vorschreiben.

Durch diese Angabe können die traditionellen Erzeuger von Rosé-Wein die Verbraucher wirksam informieren. Sollte ein Mitgliedstaat eine andere Angabe als „traditioneller Rosé“ verwenden wollen, ist die Kommission jederzeit bereit, über eine Ersetzung dieser Angabe oder die Genehmigung weiterer Angaben zu sprechen.

Die neue Regelung über die önologischen Verfahren, die geografischen Angaben (Herkunftsbezeichnungen) und die Kennzeichnung von Wein soll von der Kommission in den nächsten Monaten förmlich genehmigt werden und am 1. August 2009 in Kraft treten. In der Zwischenzeit wird der Entwurf im Kontext des Meldeverfahrens für „Technische Handelshemmnisse“ der Welthandelsorganisation vorgelegt.


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