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Kommission drängt auf Einsatz der IKT für ein umweltfreundlicheres Europa

European Commission - IP/09/393   12/03/2009

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IP/09/393

Brüssel, den 12. März 2009

Kommission drängt auf Einsatz der IKT für ein umweltfreundlicheres Europa

Als Teil ihrer Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Beschleunigung der Konjunkturerholung rief die Europäische Kommission heute die Mitgliedstaaten und die Wirtschaft auf, zur Verbesserung der Energieeffizienz verstärkt die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) einzusetzen. Mit ihrer Hilfe können die gesamten Kohlendioxidemissionen in Europa bis 2020 um bis zu 15 % gesenkt werden. Die IKT können nicht nur die Überwachung und Steuerung des Energieverbrauchs in Fabriken, Büros und öffentlichen Räumen verbessern, sondern helfen vor allem auch, die Menschen für ihren Energieverbrauch zu sensibilisieren. So wurde beispielsweise festgestellt, dass Verbraucher, die zuhause über intelligente Verbrauchszähler verfügen, ihren Energieverbrauch um beachtliche 10 % verringern.

„Das Streben nach einem energieeffizienten und kohlenstoffarmen Wachstum wird Europa auch bei der Bewältigung seiner größten Herausforderungen helfen: des Klimawandels, der Energiesicherheit und der Wirtschaftskrise,“ erklärte die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. „Die IKT bieten ein enormes unausgeschöpftes Potenzial für Energieeinsparungen in der gesamten Volkswirtschaft. Ich persönlich würde der IKT-Branche empfehlen, mit gutem Beispiel voranzugehen und der übrigen Wirtschaft den Weg zu weisen, indem sie ihre eigenen Kohlenstoffemissionen schon bis 2015 um 20 % reduziert. Wie die Reaktionen der europäischen IKT-Unternehmen auf die laufenden Bemühungen der Kommission zeigen, ist Europa beim IKT-Einsatz für eine umweltfreundlichere Wirtschaft schon sehr weit vorangekommen.“

Wenn es gelingen soll, die EU-Klimaschutzziele bis 2020 zu erreichen, müssen Technologien, die es Menschen und Unternehmen ermöglichen, ihren Lebens- und Geschäftsalltag energieeffizienter zu machen, auf breiter Front eingesetzt werden. Die IKT sind heute in fast allen Teilen der europäischen Wirtschaft fest eingebettet.

Die IKT-Branche selbst verursacht 2 % der Kohlendioxidemissionen in Europa: 1,75 % durch den Einsatz von IKT-Produkten und -Diensten sowie 0,25 % durch deren Herstellung. Der IKT-Sektor sollte sich zwar selbst ehrgeizige Ziele für die Verbesserung seiner eigenen Energie- und Kohlenstoffbilanz setzen, die größten Energieeffizienzgewinne wird er aber ermöglichen, wenn die IKT überall in der gesamten Wirtschaft zum Einsatz kommen. Durch die IKT-Nutzung in allen anderen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft können die verbleibenden 98 % der europäischen Kohlendioxidemissionen verringert werden.

Beispielswiese können IKT-gestützte Systeme in der EU den Energieverbrauch von Gebäuden um bis zu 17 % und die Kohlendioxidemissionen in der Verkehrslogistik um bis zu 27 % senken.

Dank intelligenter Verbrauchsmessung können den Verbrauchern umfassende Informationen über ihren Energieverbrauch und dessen Kosten gegeben werden. Wie die in mehreren Mitgliedstaaten durchgeführten Feldversuche belegen, kann der Energieverbrauch durch Einsatz intelligenter Verbrauchszähler um bis zu 10 % gesenkt werden. Intelligente Verbrauchszähler liefern genauere Informationen über die Verbrauchernachfrage, mit deren Hilfe die Stromversorger wiederum ihre eigenen Netze besser steuern können, um eine unnötige Produktion sowie Verluste zu vermeiden und dadurch die Kohlendioxidemissionen zu verringern.

Heute bekundete die Kommission ihre Absicht, konkrete Maßnahmen auszuarbeiten, die den Weg dafür ebnen, dass die IKT überall in Wirtschaft und Gesellschaft messbar und nachprüfbar zu Energieeffizienzsteigerungen und Emissionssenkungen beitragen können. Außerdem wird sie die IKT-Branche aufrufen, auf diesem Weg mit gutem Beispiel voranzugehen, indem sie sich selbst konkrete Ziele setzt, um energieeffizienter zu werden. In einem kollektiven Prozess sollte sie sich dazu auf einen gemeinsamen Ansatz für die Messung der Gesamtenergieeffizienz und die vergleichende Bewertung der erreichten Fortschritte verständigen.

Darüber hinaus kündigte die Kommission eine neue öffentliche Konsultation an, mit der gemeinsame Grundlagen für Energieeffizienzverpflichtungen und die Beurteilung der Ergebnisse geschaffen werden sollen. Nur wenn genau festgelegt wird, wer was bis zu welchem Termin tun soll, besteht eine echte Chance, die Ziele auch zu erreichen.

Sobald diese Konsultation ausgewertet ist, wird die Kommission in der zweiten Jahreshälfte 2009 eine Empfehlung mit konkreteren Maßnahmen vorlegen.

Außerdem wird sie zur Bildung von Arbeitspartnerschaften zwischen IKT-Sektor und anderen großen Energieverbrauchern (einschl. Gebäude- und Bausektor sowie Verkehrslogistik) aufrufen, damit die Gesamtenergieeffizienz mit Hilfe energieeffizienter IKT-Werkzeuge z. B. für Heizung, Belüftung, Beleuchtung und Entwurf weiter verbessert werden kann.

Über die intelligente Verbrauchsmessung wird zwar derzeit schon im Rahmen des dritten Energiebinnenmarktpakets gesprochen, dennoch wird die Kommission die Mitgliedstaaten aufrufen, EU-weite Mindestspezifikationen für die Funktionsmerkmale intelligenter Messeinrichtungen zu vereinbaren, damit insbesondere die Verbraucher in die Lage versetzt werden, ihren Energiebedarf wirksam zu steuern.

Ferner wird sie die Mitgliedstaaten und deren zentrale, regionale und lokale Behörden aufrufen, mit gutem Beispiel voranzugehen und die Nachfrage nach innovativen IKT-gestützten Lösungen durch Beschaffungsmaßnahmen, Innovationsprogramme, Pilotprojekte und den Austausch bewährter Verfahren zu steigern. In Zusammenarbeit mit dem Ausschuss der Regionen arbeitet die Kommission bereits an der Erstellung eines praktischen Leitfadens für regionale und lokale Behörden für die Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz durch einen innovativen IKT-Einsatz.

Hintergrund

Am 10. Januar 2007 verabschiedete die Kommission ein Energie- und Klimapaket, dem sowohl das Europäische Parlament als auch die EU-Staats- und Regierungschefs auf dem Europäischen Gipfel im März 2007 zustimmten. Es sieht vor, den Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch bis 2020 auf 20 % zu steigern und die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 20 % zu senken (IP/07/29). Am 13. Mai 2008 kündigte die Europäische Kommission an, dass sie im Hinblick auf die Erfüllung dieser Ziele den IKT-Einsatz zur Steigerung der Energieeffizienz überall in der Wirtschaft fördern wird (IP/08/733). Im Dezember 2008 bekräftigte die EU ihre Entschlossenheit, diese Ziele zu erreichen und betonte, wie dringlich es ist, die Energieeffizienz zu steigern (IP/08/1998).

Die heutige Mitteilung sowie einen Link zu der neuen öffentlichen Konsultation finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/information_society/activities/sustainable_growth/energy_efficiency/index_en.htm

Annex

Voluntary ICT Sector commitments to targets and deadlines for

CO2 and Greenhouse Gas emissions (GHG), and energy efficiency/consumption

Companies
Target reduction %
Baseline *
Target date
Comment
Alcatel–Lucent
10
2007
2010
CO2 emissions of facilities
Bell Canada
15
Not given
2012
GHG emissions
British Tele-
Communications
Plc

80

1996

2020

CO2 emissions
Cisco Systems
25
2007
2012
GHG emissions
Dell
Additional 15
Not given
2012
Operational carbon intensity
Deutsche
Telekom AG
20
2006
2020
CO2 emissions
Ericsson
15 - 20
2006
2008
Energy efficiency
France Telecom
20
2006
2020
CO2 emissions

Hewlett-Packard

16 - 40

2005

2010-2011
Energy consumption and GHG emissions for operations and products
Intel
20
30
2007
2004
2012
2010
Carbon footprint
GHG emissions
Motorola
6
2000
2010
CO2 emissions
Nokia
6
2006
2012
Energy consumption of offices and sites
Nokia Siemens Networks
20 - 49
2007
2009-2010
Energy consumption of products
Sun Microsystems Inc.

20

2007

2015

GHG emissions
Telecom Italia
30 % increase
2007
2008
Eco-efficiency indicator
Vodafone Plc
50
2006/2007
2020
CO2 emissions

European Union (all
sectors)

20

20

1990

Projected energy use in 2020

2020

2020

CO2 emissions

Energy savings/
efficiency

* The baseline is the year in relation to which the reduction/improvement target is set.

Source: Appendix 4/75; Appendix 4: Company commitments of publication SMART 2020: Enabling the low carbon economy in the information age. A report by The Climate Group on behalf of the Global eSustainability Initiative (GeSI), GeSI [www.gesi.org] is an international strategic partnership of ICT companies and industry associations and EPA Climate Change Leaders Partnership website:

http://www.epa.gov/climateleaders/partners/index.html


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