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IP/09/339

Brüssel, den 2. März 2009

Umwelt: Kommission und Einzelhandel starten Einzelhandelsforum zur Förderung eines nachhaltigeren Verbrauchs

Die Europäische Kommission und der europäische Einzelhandel starten morgen ein Einzelhandelsforum als Teil ihrer Bemühungen zur Förderung von ökologisch nachhaltigeren Verbrauchsmustern. Das Forum wird eröffnet von Umweltkommissar Stavros Dimas, Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva, dem Präsidenten von EuroCommerce, Senator Feargal Quinn, sowie von Pierre-Olivier Beckers, dem Präsidenten und Vorstandsvorsitzenden der Delhaize-Gruppe, die den Europäischen Runden Tisch des Einzelhandels (ERRT) repräsentiert. An der Veranstaltung in Brüssel nehmen auch Erzeuger, Verbraucher und Umweltgruppen teil. Die Schaffung des Einzelhandelsforums ist ein wichtiger Beitrag zur Durchführung des EU-Aktionsplans für Nachhaltigkeit in Produktion und Verbrauch und für eine nachhaltige Industriepolitik, den die Kommission im Juli 2008 vorgelegt hat. Die Ziele des Forums bestehen darin, die Auswirkungen des Einzelhandels und seiner Lieferantenketten auf die Umwelt zu reduzieren, nachhaltigere Produkte zu fördern und die Verbraucher besser über die Möglichkeiten eines „grünen“ Einkaufsverhaltens zu informieren.

Umweltkommissar Stavros Dimas erklärte: „Die Einzelhändler können durch die Wahl der Produkte, die sie auf Lager halten und verkaufen, einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigeren Produktions- und Verbrauchsmustern leisten. Das Einzelhandelsforum kann diesen Prozess beschleunigen, indem es den Einzelhandel mit anderen betroffenen Akteuren zusammenführt. Ich bin sehr erfreut über die Umweltverpflichtungen, die einige Einzelhändler, die sich dem Forum angeschlossen haben, bereits eingegangen sind, und bitte darum, ihrem Beispiel zu folgen.“

Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva fügte hinzu: „Wenn wir wirklich wollen, dass die Verbraucher umweltbewusst einkaufen, muss ihnen ein nachhaltiges Einkaufsverhalten leicht gemacht werden. Die Produktinformationen müssen klar und eindeutig sein, und nachhaltige Produkte dürfen keine Luxusoption sein. Die europäischen Einzelhändler sind in einer einzigartigen Position, um uns hierbei zu helfen. Sie sind Teil des täglichen Lebens der Verbraucher und können deren Kaufentscheidungen unmittelbar beeinflussen. Es ist mir daher eine große Freude, dieses Forum heute zusammen mit Kommissar Dimas zu eröffnen. Und ich glaube, dass dies ein guter Ausgangspunkt für ein abgestimmtes Vorgehen von Einzelhändlern und anderen Akteuren ist, die gemeinsam das Verhalten der Verbraucher so beeinflussen können, dass unser CO2-Fußabdruck kleiner wird.“

Dazu der Präsident von EuroCommerce, Senator Feargal Quinn: "In diesen Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs ist die Lancierung des REAP-Programms sowie des Endkundenforums ein Zeichen dafür, wie sehr sich der Einzelhandel für den Umweltschutz für die künftigen Generationen engagiert. Das Forum wird den Austausch von Informationen fördern und einen Rahmen bieten, um die vorbildlichen Praktiken des Handels, der Verbraucher und anderer Akteure mit dem Ziel zu präsentieren, den Wettbewerb und das Engagement einzelner Handelsunternehmen anzukurbeln.

Dazu Pierre-Olivier Beckers, Präsident und CEO der Delhaize Gruppe und Vertreter des European Retail Round Table (ERRT): "Wir freuen uns, heute die REAP-Initiave ins Leben rufen zu dürfen. Der Einzelhandel konzentriert sich zunehmend auf das Thema Nachhaltigkeit, nicht nur weil dies der einzig richtige Weg ist, sondern auch weil unsere Kunden und Interessenvertreter dies erwarten. Es gibt keine Alternative. Trotz des äußerst schwierigen Wirtschaftsklimas wird der Trend zugunsten des nachhaltigen Verbrauchs immer stärker werden und immer schneller voran schreiten. Dies ist ein Teil unserer Strategie. In der Tat, die jüngere Generation der Verbraucher und unserer Mitarbeiter ist anspruchsvoller denn je in Bezug auf das, was sie von uns erwartet. Und sie wird den Druck auf uns in der Zukunft aufrecht erhalten, einen Druck, denn wir nicht nur akzeptieren, sondern auch begrüßen."

Dr. Susanne Zänker, Generaldirektorin von A.I.S.E., dem  internationalen Verband der Hersteller von Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln, sagte: "Die Wasch-, Pflege- und Reinigungsmittelindustrie hat erkannt, dass alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette eine gleichermassen wichtige Rolle spielen, um den nachhaltigen Verbrauch und Produktion zu verbessern -  die Hersteller, indem sie sowohl innovative und nachhaltige Produkte anbieten als auch Informationen zu deren bestem und sicherem Gebrauch zur Verfügung stellen, der Handel,  indem er dabei hilft, diese Information an seine Kunden weiterzugeben, und die Verbraucher, indem sie die Produkte verantwortlich verwenden."

Die Ziele des Einzelhandelsforums

Mithilfe des Forums soll mehr Klarheit darüber gewonnen werden, welche praktischen Maßnahmen zur Förderung eines nachhaltigen Verbrauchs und einer nachhaltigen Produktion erforderlich sind. Im Laufe der Zeit sollten dann in den Geschäften mehr umweltverträgliche und energieeffiziente Produkte erhältlich sein und die Verbraucher besser darüber informiert werden, wie sie diese Produkte auf möglichst umweltfreundliche Weise verwenden können (z. B. Wäschewaschen bei niedriger Temperatur).

Die Teilnehmer werden bewährte Praktiken austauschen, die Möglichkeiten der Förderung eines nachhaltigen Verbrauchs erörtern, diesbezügliche Hindernisse in Angriff nehmen und von zuständigen Einrichtungen wissenschaftliche Informationen für die Bewertung umweltverträglicher Produkte erhalten.

Hinter dem Forum steht der Gedanke, dass die Einzelhändler durch ihre eigenen Aktionen, ihre Partnerschaften mit den Lieferanten und durch ihren täglichen Kontakt mit den europäischen Verbrauchern in der Lage sind, einen nachhaltigeren Verbrauch zu fördern. Die Zusammenarbeit mit diesen Akteuren im Rahmen eines einzigen, sektorübergreifenden Forums ermöglicht es, ein breiteres Spektrum von Produkten zu erfassen (Lebensmittel, Haushaltsgeräte, Möbel, Textilien ...) als mit einer sektorspezifischen Initiative.

Mitgliedschaft und Teilnahme

Die Mitgliedschaft im Forum ist freiwillig und steht allen Einzelhändlern offen, die sich dem Umweltaktionsplan der Einzelhändler (REAP), der zahlreiche unternehmensspezifische Umweltverpflichtungen enthält, anschließen. Bislang haben 24 Einzelhandelsketten[1] dies getan. Die Generaldirektion Umwelt der Kommission wird die Leistungen der Einzelhändler überwachen.

Am Forum können alle Interessenträger teilnehmen, die zu seiner Tätigkeit beitragen wollen (z. B. Erzeuger, Lieferanten sowie Verbraucher- und Umweltorganisationen). Der Vorsitz des Forums wird gemeinsam geführt von der Generaldirektion Umwelt und den beiden Organisationen, die den Einzelhandel auf EU-Ebene repräsentieren: EuroCommerce und der Europäische Rundtisch des Einzelhandels (ERRT).

Zur Gewährleistung der Transparenz werden alle Unterlagen und sonstigen das Forum betreffenden Materialien in die Seite „Nachhaltiger Verbrauch und nachhaltige Produktion“ der Generaldirektion Umwelt gestellt unter:

http://ec.europa.eu/environment/eussd/escp_en.htm

Startveranstaltung

Die Startveranstaltung findet am 3. März von 11.00 Uhr bis 13.00 Uhr im Ausschuss der Regionen, Saal 53, Bâtiment Jacques Delors, Rue Belliard 99-101 in Brüssel statt. Kommissar Dimas hält die Eröffnungsansprache, und Kommissarin Kuneva wird die Veranstaltung abschließen. Senator Quinn, Herr Beckers sowie Vertreter von Produzenten und Verbrauchern werden ebenfalls das Wort ergreifen.

Die nächsten Schritte

Das Forum tritt einmal im Quartal zusammen. Seine erste Arbeitssitzung ist auf den 1. April angesetzt.

Hintergrund

Die Schaffung des Forums ist eine der Initiativen, die im Aktionsplan für Nachhaltigkeit in Produktion und Verbrauch und für eine nachhaltige Industriepolitik (siehe IP/08/1154) vorgesehen sind. In der Erkenntnis, dass die derzeitigen Verbrauchs- und Produktionsmuster langfristig nicht nachhaltig sind, wurden im Aktionsplan eine Reihe von obligatorischen und freiwilligen Maßnahmen festgelegt, mit denen die Umweltleistung von Produkten verbessert und die Verwendung von Produkten mit weniger Auswirkungen auf die Umwelt gefördert werden soll.


[1] Asda/Wal-Mart, Auchan, C&A, Carrefour Group, CEC (Confederación Española de Comercio), Delhaize Group, El Corte Inglés, EuroCommerce, European Retail Round Table (ERRT), FCD (Fédération des Entreprises du Commerce et de la Distribution, IKEA, Inditex, Kaufland, Kingfisher plc, Leroy Merlin, Spain, Lidl, Marks & Spencer Group, Mercadona, Mercator, Metro Group, Quelle, REWE Group, Royal Ahold, Tesco.


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