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IP/09/329

Brüssel, den 26. Februar 2009

Roter Thun: Kommission schlägt Anwendung des überarbeiteten ICCAT-Bestandserholungsplans vor

Die Kommission hat heute beschlossen, den überarbeiteten mehrjährigen Bestandserholungsplan für Roten Thun im Ostatlantik, der von der Internationalen Kommission zur Erhaltung der Thunfischbestände im Atlantik (ICCAT) bei ihrer Jahrestagung im November 2008 in Marrakesch (Marokko) verabschiedet worden war, in Gemeinschaftsrecht umzusetzen. Es ist wichtig, dass dieser Plan vor Beginn der Hauptfischereisaison von allen ICCAT-Vertragsparteien umgesetzt werden kann. Es müssen unverzüglich strenge Maßnahmen getroffen werden, um die Zukunft der Bestände des Roten Thuns zu gewährleisten. Dieser überarbeitete Bestandserholungsplan fordert eine weitere Einschränkung der Fangmengen und Befischungszeiten sowie eine Reduzierung der Fischerei- und Aufzuchtkapazitäten. Dies ist ein Zeichen für die ernste Lage, in der die Bestände sich befinden. Der überarbeitete Plan legt außerdem Mechanismen für eine Kontrolle über die gesamte Vermarktungskette fest und schließt einige noch bestehende Schlupflöcher (siehe IP/08/1768).

Der Europäische Kommissar für Maritime Angelegenheiten und Fischerei, Joe Borg, erklärte dazu: "Es ist wichtig, dass die im vergangenen November in Marrakesch vereinbarten Maßnahmen für die diesjährige Fischereisaison gelten. Bei korrekter Anwendung sind sie die beste Garantie für einen Schutz des Roten Thun und werden dem Bestand die Möglichkeit geben, sich von der ernormen Überfischung zu erholen, der er in den letzten Jahren ausgesetzt war. Ich möchte alle ICCAT-Vertragsparteien dringend auffordern, dieselben Maßnahmen zu ergreifen, so dass die Bemühungen einiger nicht durch andere zunichte gemacht werden. Wir müssen verantwortungsvoll zusammenarbeiten, wenn wir der Fischerei auf Roten Thun wirklich eine Zukunft geben möchten."

Der Plan zielt darauf ab, wirksame Schritte zur Wiederauffüllung der Bestände an Rotem Thun im Ostatlantik und im Mittelmeer zu gewährleisten. Die Kombination von kürzerer Fangsaison, wirksamen neuen Kontrollmaßnahmen und Begrenzungen bzw. Reduzierungen sowohl der Fischerei- als auch der Aufzuchtkapazitäten mit der für 2009 eingeführten wesentlichen Einschränkung der Fangmöglichkeiten wird den Befischungsdruck auf den bedrohten Bestand des Roten Thuns beträchtlich senken.

Neben der Reduzierung der zulässigen Gesamtfangmengen bis 2011 umfasst der überarbeitete Bestandserholungsplan folgende Hauptelemente: 

  • Verkürzung der Fangsaison für Ringwadenfänger (die etwa drei Viertel der EU-Quote ausmacht) um 4 Monate (15. April-15. Juni);
  • sofortiges Einfrieren der Fischereikapazität auf dem Niveau von 2007-2008, zum ersten Mal gefolgt durch einen Plan zu deren Reduzierung, um sie in Einklang mit den einzelstaatlichen Quoten zu bringen;
  • die Aufzuchtkapazität für 2009 darf den höchstens zugelassenen jährlichen Input für den Zeitraum 2007-2008 nicht übersteigen, und in den folgenden Jahren wird die Kapazität weiter reduziert;
  • Einführung eines ICCAT-Projekts zur regionalen Überwachung, um eine 100 prozentige Überwachung für alle Ringwadenfänger von über 24 Metern Länge, alle Ringwadenfänger, die an gemeinsamen Fangeinsätzen teilnehmen, sowie während aller Transfer- und Ernteaktivitäten im Zusammenhang mit der Hälterung zu gewährleisten;
  • Videoaufnahmen der Fischerei- und Aufzuchttätigkeiten müssen von den Beteiligten angefertigt und Beobachtern und Inspektoren zur Verfügung gestellt werden;
  • marktbezogene Maßnahmen werden verstärkt, insbesondere durch ein Verbot der Ein- und Ausfuhr von allem Roten Thun außerhalb der Quoten, entweder auf einzelstaatlicher Ebene oder auf Ebene der einzelnen Fischereifahrzeuge;
  • einzelstaatliche Fischereipläne zur Gewährleistung, dass der Fischereiaufwand in Übereinstimmung mit der Quote begrenzt wird; allen Schiffen von mehr als 24 Metern Länge wird eine Einzelquote zugeteilt;
  • spezifische Quoten für Sport- und Freizeitfischerei, die in die einzelstaatlichen Quoten einbezogen werden und für die Fangberichte erstellt werden müssen;
  • ein strenger Rahmen für die Kontrolle gemeinsamer Fangeinsätze;
  • Aufhebung der Mindestanlandungsgrößenabweichung für pelagische Trawler im Atlantik;
  • Umladen auf See wird verboten und nur noch in ausgewiesenen Häfen möglich sein;
  • Thunfisch darf nicht ohne vorherige Genehmigung des Flaggenstaats des Fangschiffs in Aufzuchtbetriebe verbracht werden.

Die zulässige Gesamtfangmenge für Roten Thun für Gemeinschaftsschiffe wurde von 16 210 Tonnen im Jahr 2008 auf 12 406 Tonnen im Jahr 2009 gesenkt. Sie wird im Jahr 2010 weiter reduziert auf 11 237 Tonnen, was eine Kürzung um 30% über zwei Jahre bedeutet.

Am 24.-27. März tagt in Barcelona der ICCAT-Einhaltungsausschuss, um - wie im vergangenen November in Marrakesch beschlossen - den Grad der Einhaltung der 2007 und 2008 eingeführten Maßnahmen durch die Vertragsparteien zu bewerten.

Weitere Einzelheiten unter:

http://www.iccat.int/en/


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