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Kommission legt Schwerpunkt auf Katastrophenverhütung und Risikominderung im In- und Ausland

European Commission - IP/09/303   23/02/2009

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IP/09/303

Brüssel, den 23. Februar 2009

Kommission legt Schwerpunkt auf Katastrophenverhütung und Risikominderung im In- und Ausland

Die Europäische Kommission hat heute zwei Mitteilungen zum Thema Naturkatastrophen angenommen: ein Gemeinschaftskonzept zur Minderung der Auswirkungen von Katastrophen natürlichen und menschlichen Ursprungs in der EU und eine Strategie zur Unterstützung der Katastrophenvorsorge in Entwicklungsländern. Die als Gesamtpaket angenommenen Mitteilungen sind ein erster Versuch, besonders angesichts der mit dem Klimawandel einhergehenden höheren Risiken strategisch an dieses Thema heranzugehen. Im Mittelpunkt der vorgeschlagenen Maßnahmen auf Gemeinschaftsebene stehen die Bereiche, in denen ein gemeinsames Vorgehen wirksamer ist als Einzelmaßnahmen der Mitgliedstaaten. Hierzu gehören der Aufbau von Wissen, die Abstimmung von Akteuren und Strategien sowie die Verbesserung der Leistungen bereits bestehender Gemeinschaftsinstrumente für die Katastrophenverhütung. Für Entwicklungsländer stellt die Kommission eine EU-Strategie auf, die dazu beitragen soll, die Auswirkungen von Naturkatastrophen auf Länder zu verringern, die als hochgradig gefährdet gelten. Beide Mitteilungen tragen zur Durchführung des Hyogo-Rahmenaktionsplans 2005-2015 bei, der auf der Weltkonferenz über Katastrophenvorsorge verabschiedet wurde.

Das für Umwelt zuständige Mitglied der Europäischen Kommission Stavros Dimas, sagte hierzu: „In den EU-Mitgliedstaaten steigt das Risiko von Naturkatastrophen, die als Folge des Klimawandels in den kommenden Jahren voraussichtlich immer häufiger und mit größerer Heftigkeit auftreten werden. Wir müssen tun, was wir können, um ihre Wirkung zu verringern, indem wir uns möglichst gut vorbereiten. Diese Mitteilung ist ein wichtiger erster Schritt bei der Einleitung eines langfristigen Prozesses für Gemeinschaftsmaßnahmen in diesem Bereich.“
Der Europäische Kommissar für Entwicklung und Humanitäre Angelegenheiten, Louis Michel, meinte: „Tsunamis oder Wirbelstürme wirken verheerend und zerstören weltweit das Leben armer Menschen. Vorbeugung ist bekanntlich besser als heilen, und Investitionen in die Risikoverringerung vor Eintritt einer Katastrophe sind im Vergleich zur humanitären Hilfe danach deutlich wirkungsvoller. Und wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass sich mit dem Klimawandel die Lage weiter verschlechtern wird, weshalb wir jetzt handeln müssen. Ich bin überzeugt davon, dass die Katastrophenvorsorge dazu beitragen wird, Leben zu retten, und sich zu einem wesentlichen Instrument der Armutsbekämpfung auf der ganzen Welt entwickeln wird.“

Katastrophenverhütung: zusätzlicher Nutzen auf europäischer Ebene

In der Mitteilung über die Katastrophenverhütung werden die Bereiche ausgewiesen, in denen Maßnahmen auf Gemeinschaftsebene einen zusätzlichen Nutzen bringen könnten. Dies umfasst ein Inventar über vorhandene Informationen und bewährte Verfahren, das auf Gemeinschaftsebene erstellt wird, die Festlegung von Leitlinien für die Gefahren-/Risikokartierung, die Abstimmung zwischen Akteuren und Strategien während des gesamten Ablaufs der Katastrophenbewältigung mit mehr Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen, besseren Zugang zu Frühwarnsystemen und die effizientere Ausrichtung gemeinschaftlicher Finanzhilfen.

Katastrophenvorsorge: unverzichtbar für die nachhaltige Armutsbekämpfung

Die Mitteilung über die Katastrophenvorsorge sieht die folgenden prioritären Maßnahmen vor:

  • verstärkter politischer Dialog mit Entwicklungsländern;
  • Integration der Katastrophenvorsorge in die Strategien und Maßnahmen der EU und der Entwicklungsländer, einschließlich EU-Unterstützung für nationale Investitionen in die Katastrophenvorsorge;
  • Aufstellung von regionalen Plänen, beginnend mit einem Plan für die Karibik: solche Aktionspläne umfassen beispielsweise die Förderung von Sensibilisierungskampagnen.

Die EU wird alle geplanten Maßnahmen in diesem Bereich in einem Durchführungsplan festhalten, der im Juni 2009 bereit liegen soll.

Hintergrund

Im März 2008 nahm die Kommission eine Mitteilung über die Stärkung der Katastrophenabwehrkapazitäten der Europäischen Union an (KOM (2008) 130). Für diese Mitteilung wählte sie einen integrierten Ansatz, der sämtliche Phasen einer Katastrophe (Prävention, Vorsorge, Abwehr, Folgenbewältigung) umfasst, und ging auf sämtliche Arten von Katastrophen (innerhalb oder außerhalb der EU, natürlichen oder menschlichen Ursprungs) und alle EU-Instrumente sowie die interinstitutionelle Zusammenarbeit ein. Die Mitteilung enthielt darüber hinaus einen Anhang speziell zu Waldbränden. In der Mitteilung wurden die beiden Vorschläge für Verhütung und eine EU-Strategie für die Katastrophenvorsorge in Entwicklungsländern angekündigt. Außerdem riefen das Europäische Parlament und der Rat dazu auf, dringend im Bereich der Katastrophenverhütung tätig zu werden.

Die wirtschaftlichen Kosten von Katastrophen in Europa werden mit 15 Milliarden Euro veranschlagt.

Entwicklungsländer werden am härtesten von Katastrophen getroffen, da sie besonders fragil sind und über die geringsten Kapazitäten zur Katastrophenbewältigung verfügen. Ferner untergraben und gefährden solche Ereignisse die Verwirklichung der Millenium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Eines der acht Ziele besteht darin, bis 2015 den Anteil der Bevölkerung, der von weniger als 1 US-Dollar pro Tag lebt, zu halbieren, ein weiteres Ziel ist es, bis dahin allen Kindern Grundschulbildung zu ermöglichen (http://www.un.org/millenniumgoals ).

Um dies zu erreichen, sollten die Länder innerhalb des Hyogo-Rahmenaktionsplans 2005 – eines internationalen Rahmens für die Katastrophenvorsorge – zusammen arbeiten.

http://www.unisdr.org/eng/hfa/hfa.htm

Weitere Informationen:

Die Mitteilungen finden Sie hier:

Mitteilung über Katastrophenverhütung:

http://ec.europa.eu/environment/civil/index.htm

Mitteilung über Katastrophenvorsorge:

http://ec.europa.eu/development/policies/9interventionareas/environment_en.cfm


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