IP/09/303
Brüssel, den 23. Februar 2009
Das für Umwelt zuständige Mitglied der Europäischen Kommission
Stavros Dimas, sagte hierzu: „In den EU-Mitgliedstaaten steigt das Risiko
von Naturkatastrophen, die als Folge des Klimawandels in den kommenden Jahren
voraussichtlich immer häufiger und mit größerer Heftigkeit
auftreten werden. Wir müssen tun, was wir können, um ihre Wirkung zu
verringern, indem wir uns möglichst gut vorbereiten. Diese Mitteilung ist
ein wichtiger erster Schritt bei der Einleitung eines langfristigen Prozesses
für Gemeinschaftsmaßnahmen in diesem Bereich.“
Der
Europäische Kommissar für Entwicklung und Humanitäre
Angelegenheiten, Louis Michel, meinte: „Tsunamis oder Wirbelstürme
wirken verheerend und zerstören weltweit das Leben armer Menschen.
Vorbeugung ist bekanntlich besser als heilen, und Investitionen in die
Risikoverringerung vor Eintritt einer Katastrophe sind im Vergleich zur
humanitären Hilfe danach deutlich wirkungsvoller. Und wir müssen uns
darüber im Klaren sein, dass sich mit dem Klimawandel die Lage weiter
verschlechtern wird, weshalb wir jetzt handeln müssen. Ich bin
überzeugt davon, dass die Katastrophenvorsorge dazu beitragen wird, Leben
zu retten, und sich zu einem wesentlichen Instrument der Armutsbekämpfung
auf der ganzen Welt entwickeln wird.“
Katastrophenverhütung: zusätzlicher Nutzen auf europäischer Ebene
In der Mitteilung über die Katastrophenverhütung werden die Bereiche ausgewiesen, in denen Maßnahmen auf Gemeinschaftsebene einen zusätzlichen Nutzen bringen könnten. Dies umfasst ein Inventar über vorhandene Informationen und bewährte Verfahren, das auf Gemeinschaftsebene erstellt wird, die Festlegung von Leitlinien für die Gefahren-/Risikokartierung, die Abstimmung zwischen Akteuren und Strategien während des gesamten Ablaufs der Katastrophenbewältigung mit mehr Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen, besseren Zugang zu Frühwarnsystemen und die effizientere Ausrichtung gemeinschaftlicher Finanzhilfen.
Katastrophenvorsorge: unverzichtbar für die nachhaltige Armutsbekämpfung
Die Mitteilung über die Katastrophenvorsorge sieht die folgenden prioritären Maßnahmen vor:
Die EU wird alle geplanten Maßnahmen in diesem Bereich in einem Durchführungsplan festhalten, der im Juni 2009 bereit liegen soll.
Hintergrund
Im März 2008 nahm die Kommission eine Mitteilung über die Stärkung der Katastrophenabwehrkapazitäten der Europäischen Union an (KOM (2008) 130). Für diese Mitteilung wählte sie einen integrierten Ansatz, der sämtliche Phasen einer Katastrophe (Prävention, Vorsorge, Abwehr, Folgenbewältigung) umfasst, und ging auf sämtliche Arten von Katastrophen (innerhalb oder außerhalb der EU, natürlichen oder menschlichen Ursprungs) und alle EU-Instrumente sowie die interinstitutionelle Zusammenarbeit ein. Die Mitteilung enthielt darüber hinaus einen Anhang speziell zu Waldbränden. In der Mitteilung wurden die beiden Vorschläge für Verhütung und eine EU-Strategie für die Katastrophenvorsorge in Entwicklungsländern angekündigt. Außerdem riefen das Europäische Parlament und der Rat dazu auf, dringend im Bereich der Katastrophenverhütung tätig zu werden.
Die wirtschaftlichen Kosten von Katastrophen in Europa werden mit 15 Milliarden Euro veranschlagt.
Entwicklungsländer werden am härtesten von Katastrophen getroffen, da sie besonders fragil sind und über die geringsten Kapazitäten zur Katastrophenbewältigung verfügen. Ferner untergraben und gefährden solche Ereignisse die Verwirklichung der Millenium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Eines der acht Ziele besteht darin, bis 2015 den Anteil der Bevölkerung, der von weniger als 1 US-Dollar pro Tag lebt, zu halbieren, ein weiteres Ziel ist es, bis dahin allen Kindern Grundschulbildung zu ermöglichen (http://www.un.org/millenniumgoals ).
Um dies zu erreichen, sollten die Länder innerhalb des Hyogo-Rahmenaktionsplans 2005 – eines internationalen Rahmens für die Katastrophenvorsorge – zusammen arbeiten.
http://www.unisdr.org/eng/hfa/hfa.htm
Weitere Informationen:
Die Mitteilungen finden Sie hier:
Mitteilung über Katastrophenverhütung:
http://ec.europa.eu/environment/civil/index.htm
Mitteilung über Katastrophenvorsorge:
http://ec.europa.eu/development/policies/9interventionareas/environment_en.cfm