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Was wäre die europäische Hochschulbildung ohne das Erasmus-Programm?

European Commission - IP/09/301   20/02/2009

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IP/09/301

Brüssel, 20. Februar 2009

Was wäre die europäische Hochschulbildung ohne das Erasmus-Programm?

Laut einer neuen Studie ist das Erasmus-Programm für Mobilität und Zusammenarbeit in der Hochschulbildung ein stark prägendes Element in der europäischen Hochschullandschaft. Das Programm, dessen Popularität besonders den Maßnahmen zur Förderung der Mobilität von Studierenden zu verdanken ist, trägt zur Verbesserung, Öffnung und Modernisierung sowohl der Hochschulen als auch der Bildungspolitik bei. An den meisten Hochschulen hat die Teilnahme an Erasmus eine Erneuerung in zentralen Tätigkeitsbereichen bewirkt, etwa bei den Lehr- und Lernmethoden, bei der Anerkennung von Studienzeiten, bei Dienstleistungen für Studierende, in der Forschungstätigkeit, bei der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und im Hochschulmanagement

Ján Figel', der EU-Kommissar für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend, erklärte: „Das Erasmus-Programm war der Anstoß für einige der größten Reforminitiativen im europäischen Hochschulwesen der Gegenwart. Erasmus hat den Weg geebnet für das Europäische System zur Anrechnung, Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen (ECTS) und für den „Bologna-Prozess“, in dessen Rahmen 46 europäische Staaten vereinbart haben, bis 2010 einen Europäischen Hochschulraum zu schaffen. Die neue Studie bestärkt mich in meiner Auffassung, dass das Erasmus-Programm, das heuer sein 22-jähriges Bestehen feiern kann, in Zukunft noch erweitert werden sollte als eines der wichtigsten Mittel zur Modernisierung der Hochschulbildung und zur Förderung der Mobilitätschancen für Studierende.“

Im Mittelpunkt der Studie steht die Wirkung des Erasmus-Programms seit seinen Anfängen im Jahr 1987. Sie basiert auf einer Umfrage, auf die oberste Führungskräfte von rund 750 Hochschuleinrichtungen und mehr als 1800 in Auslandsämtern von Hochschulen und an Fakultäten tätige Erasmus-Koordinatoren geantwortet haben. Die wichtigsten Ergebnisse betreffen die Wirkung des Programms auf zwei Ebenen: Hochschulpolitik und Hochschuleinrichtungen.

Erasmus und die Hochschulpolitik

Das Erasmus-Programm spielt eine führende Rolle bei der Internationalisierung des Hochschulwesens in den Mitgliedstaaten, auf europäischer Ebene und weltweit. Erasmus war die treibende Kraft für den Bologna-Prozess; viele Maßnahmen wurden direkt von Erasmus übernommen, etwa leicht verständliche und vergleichbare Abschlüsse, die Einrichtung eines Systems zur Anrechnung von Studienleistungen, Qualitätssicherung und die Schaffung gemeinsamer und doppelter Abschlüsse. Das Programm wirkt sich nach wie vor auf die Bildungspolitik aus, beispielsweise indem es Projekte für die Erkundung neuer und ausgefeilterer Methoden zur Verbesserung der Transparenz des Auftrags und der Leistung von Hochschuleinrichtungen fördert.


Erasmus und die Hochschuleinrichtungen

Neben den positiven Wirkungen für die Studierenden, etwa Kompetenzzuwachs und Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit, die bereits in früheren Studien hervorgehoben wurden, wird auch ein starker Einfluss von Erasmus auf die Hochschuleinrichtungen festgestellt, besonders auf die großen Hochschulen und auf die Hochschulen in den neuen EU-Mitgliedstaaten. Die Mobilität der Studierenden und der Lehrkräfte hat die Einrichtung von Auslandsämtern und die Einführung von Dienstleistungen für mobile, aber auch für inländische Studierende gefördert. Erasmus hat sich auch positiv auf die Qualität der Lehre und des Lernens ausgewirkt, da es durch die grenzüberschreitende Mobilität von Studierenden und Lehrkräften zur Einführung neuer Lehrmethoden und zum Austausch bewährter Verfahren kam. Zudem löste sie die Modernisierung und Internationalisierung der Universitätslehrpläne aus und führte zu größerer Transparenz und Übertragbarkeit der Qualifikationen, etwa durch die allgemeine Anwendung des Europäischen Systems zur Anrechnung, Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen (ECTS). Mehr als 85 % der befragten zentralen Erasmus-Koordinatoren bestätigten dies.

Was die Forschung betrifft, begünstigte Erasmus die Beteiligung an internationalen Forschungsvorhaben, die Mitwirkung an Konferenzen und die Teilnahme an Ausschreibungen für internationale Projekte; all dies hat dazu beigetragen, die Exzellenz und den Wettbewerb in diesem Bereich zu stärken. Außerdem wurden Benchmarking und die Anwendung von Qualitätsstandards zur gängigen Praxis.

Eine nicht erwartete positive Folge war nach Meinung von 30 % der antwortenden Einrichtungen, dass Erasmus auch zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Wirtschaft geführt hat.

Für nahezu 90 % der zentralen Erasmus-Koordinatoren wurden auch regelmäßig Fortschritte in den Bemühungen erzielt, der eigenen Hochschule ein internationaleres Profil zu geben, und knapp 50 % berichteten über einen starken oder sehr starken Einfluss auf die Professionalisierung des Managements. 92 % der Führungskräfte gaben an, die Teilnahme ihrer Einrichtung an Erasmus fördere deren Wandel und Modernisierung.

Wenn Sie mehr wissen wollen:

Die vollständige Studie und eine Zusammenfassung finden Sie unter:

The Impact of Erasmus on European Higher Education: Quality, Openness and Internationalisation

Europäische Kommission:

Das Erasmus-Programm

Europäische Kommission:

Europäische Modernisierungsagenda für Hochschulen


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