IP/09/202
Brüssel, 2. Februar 2009
EU-Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva erklärte: „Ich bin sehr besorgt, dass drei Dienstleistungsbereiche, die eine so wichtige Rolle im Alltag spielen, bei verschiedenen EU-weiten Verbraucherindikatoren schlecht abgeschnitten haben. Daher habe ich beschlossen, den Stromeinzelhandelsmarkt aufgrund seiner Bedeutung für das Budget der Privathaushalte in den Mittelpunkt der Untersuchungen 2009 zu stellen. Hier sind Verbesserungen für die europäischen Verbraucher notwendig.“
Die wichtigsten Ergebnisse
Das Verbraucherbarometer 2009 hat vor allem zwei EU-weite Trends aufgezeigt, und zwar:
1. Die Grundversorgung erfüllt nicht die Verbrauchererwartungen
Der Dienstleistungssektor stellt die Verbraucher generell vor größere Probleme als die traditionellen Warenmärkte. Die Zufriedenheitsquote bei 19 marktrelevanten Aspekten lässt hier eine klare Diskrepanz erkennen. Am wenigsten zufrieden sind die Verbraucher mit dem städtischen und außerstädtischen Verkehr (Zug, Bus und Straßenbahn), mit der Energieversorgung, der Festnetztelefonie und den Postdienstleistungen. In all diesen Sektoren äußerten sich weniger als 60 % der Verbraucher zufrieden. Auch wurden deutlich mehr Verbraucherbeschwerden im Dienstleistungs- als im Warensektor verzeichnet. (Vgl. MEMO/09/44)
2. Energie, Verkehr und Bankwesen stellen die Verbraucher vor die größten Probleme (Analyse auf Basis von fünf Indikatoren)
Energie:
Anbieterwechselraten sind von besonderer Aussagekraft. Das Verbraucherbarometer hat festgestellt, dass auf Märkten mit höheren Anbieterwechselraten tendenziell weniger Preissteigerungen stattfinden – dies ist beispielsweise bei Kfz-Versicherungen der Fall (wo 25 % der Verbraucher in den letzten zwei Jahren wechselten), gefolgt vom Internet (22 %) und der Mobiltelefonie (19 %). Offensichtlich führen verbesserte Wechselmöglichkeiten dazu, dass sich die Situation für die Verbraucher insgesamt verbessert. Dieser Aspekt sollte daher zu einer politischen Priorität für die größten Einzelhandelssektoren erhoben werden.
Bankwesen:
Verkehr:
Die nächsten Schritte
Unter den drei Sektoren, die den Verbrauchern offensichtlich die meisten Probleme bereiten, ist der Energieposten mit den höchsten Kosten behaftet (5,7 % des Haushaltsbudgets); dabei verschlingt wiederum der Strom den größten Anteil (2,1 %).
Der Stromeinzelhandel soll in einer Follow-up-Marktstudie 2009 einer genaueren Untersuchung unterzogen werden, um die Verbrauchersituation unter verschiedenen haushaltsrelevanten Aspekten, z. B. Vergleichbarkeit des Angebots, unlautere Geschäftspraktiken und Rechnungsstellung, zu erhellen.
Weitere wichtige Schlussfolgerungen
Die vollständigen Ergebnisse des Verbraucherbarometers sind ausführlicher in dem beigefügten MEMO dargelegt. Insbesondere weist der Bericht darauf hin, dass der relative Umfang des grenzüberschreitenden Einzelhandels stagniert; sein Anteil hat seit 2006 nicht mehr zugenommen. Beim nationalen Benchmarking haben sich große Unterschiede hinsichtlich der Verbrauchersituation zwischen den Mitgliedstaaten ergeben – wobei insbesondere beim Rechtsschutz und bei der Rechtsdurchsetzung Verbesserungsmöglichkeiten bestehen.
Weitere Informationen:
http://ec.europa.eu/consumers/overview/cons_policy/index_en.htm