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Verbraucherschutz: 30 % der Weihnachtslichterketten laut EU-Bericht „großes Sicherheitsrisiko“ im Haushalt

Commission Européenne - IP/09/1864   02/12/2009

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IP /09/1864

Brüssel, 2. Dezember 2009

Verbraucherschutz: 30 % der Weihnachtslichterketten laut EU-Bericht „großes Sicherheitsrisiko“ im Haushalt

30 % der Weihnachtslichterketten bergen ein offensichtliches und unmittelbares Brand- bzw. Stromschlagrisiko, heißt es in einem neuen Bericht, den die Europäische Kommission heute veröffentlicht hat. Der Bericht ist das Ergebnis eines gemeinsamen Marktüberwachungsprojekts von Behörden aus fünf Mitgliedstaaten – Ungarn, Deutschland, Slowakei, Slowenien und Niederlande – und der Europäischen Kommission. Insgesamt wurden 196 zufällig ausgewählte Lichterketten aller Preiskategorien zwischen November 2007 und Mai 2009 in unregelmäßigen Abständen untersucht. Die Proben wurden anhand 20 administrativer und technischer Kriterien geprüft. Viele Lichterketten fielen gleich mehrfach durch.

Kommissarin Meglena Kuneva erklärte: „Wenn wir Weihnachten als ‚Lichterfest‘ wollen, dann müssen die Verbraucher Gewissheit haben, dass sie nicht ihre Sicherheit aufs Spiel setzen. Die Verbraucher suchen beim Weihnachtseinkauf preiswerte Vielfalt – aber nicht auf Kosten der Sicherheit. Der vorliegende Bericht muss uns aufrütteln. Nationale Behörden und die Privatwirtschaft werden mehr tun, um die Lücken und Schlupflöcher zu stopfen, durch die minderwertige Produkte in die Geschäfte und letztlich zu uns nach Hause gelangen. Aber auch wir als Verbraucher müssen unseren Teil beitragen: Seien wir also wachsam, aktiv und risikobewusst; dann können wir alle eine sichere und fröhliche Weihnachtszeit verbringen.“

Die wichtigsten Ergebnisse

Schwerwiegende Mängel, die ein erhöhtes Stromschlag- oder Brandrisiko oder beides bergen, wurden bei 30,4 % der geprüften Lichterketten festgestellt. Solche schwerwiegenden Mängel bestehen darin, dass Sicherheitsanforderungen an die Konstruktion nicht eingehalten werden, etwa bei Steckern, Zugentlastung, Verdrahtung, Isolierung oder dem Schutz gegen Stromschlag. Weniger schwerwiegende Mängel, also solche, die die Verbraucher nicht unmittelbar gefährden, wurden bei weiteren 40 % der geprüften Lichterketten festgestellt. Dazu zählen Probleme in Bezug auf Kennzeichnung, Bedienungsanleitungen oder Verwaltungsvorschriften.

Die drei häufigsten Mängel:

  • 1. 25 % der Lichterketten erfüllten die Sicherheitsanforderungen hinsichtlich der Zugentlastung nicht. Bei unzureichender Zugentlastung können sich die Anschlussdrähte lösen, was ein hohes Stromschlagrisiko birgt (schwerer Mangel).

  • 2. Bei 23 % war die „Querschnittsfläche“ nicht vorschriftsgemäß. Dies bedeutet, dass die Drähte für den durchfließenden Strom zu dünn sind, was zu Überhitzung und Bränden führen kann (schwerer Mangel).

  • 3. 28 % versagten bei den Sicherheitsprüfungen für Kabel. Anders gesagt: Aufgrund einer mangelhaften Isolierung bzw. Konstruktion der Lichterkette kann es zu einem Stromschlag kommen (schwerer Mangel).

Und außerdem:

  • Einige andere technischer Anforderungen wurden ebenfalls häufig – wenn auch seltener – nicht eingehalten, etwa grundlegende mechanische Anforderungen; dadurch kann es beispielsweise zu Verletzungen durch scharfe Kanten kommen.

  • Bei nahezu 15 % der geprüften Produkte war die technische Kennzeichnung falsch. Wichtiger noch: Bei 41 % der Proben fehlten Warnhinweise, bei fast 35 % die Bedienungsanleitung.

  • In vielen Fällen verstoßen die Lichterketten gleich gegen mehrere Sicherheitskriterien. Einige Ketten fielen bei fast allen Prüfungen durch, viele wurden bei vier bis sieben Kriterien als mangelhaft bewertet.

  • Die Mängel treten in den Mitgliedstaaten unterschiedlich häufig auf. Während in Ungarn 95,7 % der Ketten schwerwiegende Risiken für Verbraucher aufwiesen, zeigten sich in den Niederlanden nur bei 56 % der geprüften Produkte überhaupt irgendwelche Mängel. Zum Teil ist dies darauf zurückzuführen, dass die Niederlande seit acht Jahren eine Marktüberwachung bei Lichterketten betreiben und damit die Zahl gefährlicher Produkte halbieren konnten (siehe MEMO/09/532 mit ausführlicheren Erläuterungen).

  • Rund 41 % der 196 geprüften Produkte stammen übrigens aus China.

Die nächsten Schritte

Angesichts der enorm vielen Mängel wird vorrangig die behördliche Überwachung und Rechtsdurchsetzung speziell bei Lichterketten verstärkt. Dies soll koordiniert und unter Beteiligung möglichst vieler Mitgliedstaaten erfolgen. Die Wirtschaft muss ihre eigenen Kontrollen verstärken. Nach EU-Recht sind Hersteller, Groß- und Einzelhändler sowie Einfuhrunternehmen für die Sicherheit der in der EU verkauften Produkte verantwortlich.

Empfehlungen für Verbraucher

Die Verbraucher sollten aufmerksam sein und einige Grundregeln beachten, um ihre Gefährdung zu minimieren. Hersteller und Händler stehen unter großem Druck, Weihnachtslichterketten möglichst preiswert anzubieten, da die Verbraucher generell nicht viel für eine Dekoration ausgeben wollen, die sie nur kurze Zeit nutzen. Dies kann dazu führen, dass Sicherheitsnormen grob missachtet werden.

  • Kaufen Sie Weihnachtslichterketten von seriösen Händlern, bei denen Sie sich darauf verlassen können, dass sie die allgemeinen Sicherheitsnormen einhalten.

  • Lassen Sie die Weihnachtslichterketten nie eingeschaltet, wenn sie das Haus verlassen, auch nicht in der Nacht.

  • Falls Sie den Verdacht haben, dass mechanisch oder elektrisch etwas nicht in Ordnung ist, gehen Sie kein Risiko ein – egal, ob Sie die Lichterketten neu gekauft haben oder schon länger benutzen. Verwenden Sie diese nicht mehr, bringen Sie sie ins Geschäft zurück – und reklamieren Sie.

Weitere Informationen: http://ec.europa.eu/consumers/pro/index_de.htm


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