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IP/09/1732

Brüssel, den 18. November 2009

Arbeitspapier der Kommission als Diskussionsgrundlage zum Thema Antibiotikaresistenzen

Die Europäische Kommission stellt heute ein Arbeitspapier ihrer Dienststellen vor, das als Grundlage für die Diskussion über eine bessere Bewältigung der wachsenden Gesundheitsprobleme durch Antibiotikaresistenzen (AR) dienen soll. Jedes Jahr sterben in der EU etwa 25 000 Patienten an Infektionen, die durch resistente Mikroorganismen ausgelöst werden1. Antibiotikaresistenzen verursachen jährlich Kosten von schätzungsweise 1,5 Mrd. EUR in Form von Gesundheitsausgaben und Produktivitätsverlusten2. Das Dokument der Kommission gibt einen Überblick über die bereits von der Europäischen Union gegen dieses Problem getroffenen Maßnahmen und zeigt Bereiche auf, in denen weitergehende Untersuchungen neue Lösungen bringen könnten. Das Fazit lautet, dass trotz gewisser Fortschritte auf einigen Gebieten weitere Maßnahmen notwendig sind, um die Bewertung von Antibiotikaresistenzen zu erleichtern und besser mit AR umgehen zu können.

Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou erklärte: „Im Laufe der Jahre haben sich die Mikroben weiter entwickelt und sind dabei stärker geworden, so dass die verfügbaren Behandlungen an Wirksamkeit verloren haben. Schwere Erkrankungen, die wir unter Kontrolle glaubten, flammen neu auf. Das heute – am Europäischen Antibiotikatag – veröffentlichte Arbeitspapier bietet reichlich Stoff zum Nachdenken. Es legt die Basis für eine offene Diskussion, von der ich hoffe, dass sie zu konkreten Maßnahmen im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen führt, die sich zu einem der größten Gesundheitsrisiken in Europa entwickelt haben.“

Maßnahmen der EU

Das Arbeitspapier erläutert die Maßnahmen der EU zur Überwachung von Antibiotikaresistenzen sowie im Bereich Risikobewertung und Risikomanagement und verdeutlicht die Komplexität von Antibiotikaresistenzen und deren Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit, die Eindämmung/Tilgung von Zoonosen, auf Gesundheit und Wohlergehen von Tieren, Forschungstätigkeiten usw.

Im Hinblick auf spezifische Maßnahmen im Bereich der Humanmedizin verdeutlicht das Papier, dass die Kommission verschiedene europäische Beobachtungsprojekte finanziert hat, die wertvolle und vergleichbare Daten über Krankheiten und Resistenzen in ganz Europa geliefert haben. Im Bereich Lebensmittelsicherheit und Tiermedizin untersagt das Gemeinschaftsrecht den Einsatz antibiotischer Tierarzneimittel als gezielte Methode zur Tilgung von Salmonellen bei Geflügel und Tuberkulose bei Rindern.

Außerdem wird in dem Dokument darauf hingewiesen, dass die Europäische Kommission einen starken Schwerpunkt auf Forschung gelegt und in den letzten zehn Jahren über ihre Rahmenprogramme mehr als 200 Mio. EUR investiert hat.

Denkanstöße

Im Bereich des Risikomanagements in der Humanmedizin begrüßt die Kommission Überlegungen zur Annahme von Strategie- und Aktionsplänen sowie die Einrichtung interdisziplinärer Koordinierungsstrukturen in allen Mitgliedstaaten. Im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Zoonosen werden Bestrebungen befürwortet, die den umsichtigen Einsatz von Antibiotika in der Viehzucht gewährleisten, sowie gezielte Interventionen, die Vorschriften zum Verbot resistenter Zoonoseerreger in Lebensmitteln betreffen könnten.

Im Hinblick auf Beobachtungstätigkeiten im Bereich der Humanmedizin wird im Dokument angeregt, die Verbesserung des Überwachungssystems für Antibiotikaresistenzen und den Einsatz von Antibiotika sowie die Vereinfachung des Zugangs zu Daten und Informationen zu prüfen.

Das Arbeitspapier befasst sich auch mit Kommunikationsfragen und weist darauf hin, dass genauer geprüft werden sollte, wie die breite Öffentlichkeit besser über Antibiotikaresistenzen aufgeklärt werden und wie Bewusstseinsbildung, Schulung und Ausbildung für Beschäftigte in den Bereichen Human- und Veterinärmedizin verbessert werden könnten.

Die Kommission betont, dass das Arbeitspapier ihrer Dienststellen nicht ihrer offiziellen Position entspricht und die vorgebrachten Ideen weder in ihrer Form noch in ihrem Inhalt künftigen Kommissionsvorschlägen vorgreifen.

Hintergrund

Antibiotika sind äußerst wichtige Arzneimittel für Mensch und Tier und dienen außerdem als Desinfektionsmittel, Antiseptika und Hygieneprodukte. Seit ihrer Entdeckung haben sie die Bedrohung durch verschiedene Infektionskrankheiten drastisch gesenkt.

Im Laufe der Jahre haben sich die Mikroben jedoch weiterentwickelt und sind gegen einige Antibiotika resistent geworden. Antibiotikaresistenzen werden besonders deutlich bei Krankenhausinfektionen, Infektionen der Atemwege, Meningitis, Durchfallerkrankungen und sexuell übertragenen Infektionen. Resistente Mikroben oder Resistenzauslöser können über die Lebensmittelkette oder durch direkten Kontakt von Tieren auf Menschen übertragen werden.

Seit den 1900er Jahren, als Antibiotikaresistenzen als ernsthafte Gefährdung der öffentlichen Gesundheit erkannt wurden, hat die Kommission verschiedene Initiativen auf den Weg gebracht und Instrumente zur Beobachtung der Auswirkungen dieser Maßnahmen entwickelt. Im Juli 2008 hat der Rat der Gesundheitsminister Schlussfolgerungen zum Thema Antibiotikaresistenzen angenommen, mit denen die Kommission aufgerufen wird, die wechselseitige Zusammenarbeit zwischen allen Generaldirektionen und betroffenen Agenturen zu fördern und die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten in Fragen der Antibiotikaresistenzen zu erleichtern.

Volltext des Arbeitspapiers der Dienststellen:

http://ec.europa.eu/food/food/biosafety/salmonella/antimicrobial_resistance.pdf

Mehr zum Thema:

http://ec.europa.eu/food/food/biosafety/salmonella/index_en.htm

1 :

2 Schätzungen von EMEA/ECDC gestützt auf die in Europa am häufigsten in Blutkulturen isolierten Bakterien.

2 :


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