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IP /09/1720

Brüssel, den 16. November 2009

Fischerei: Kommission begrüßt entschiedenes Handeln der ICCAT zur Erhaltung von Rotem Thun und anderen Meereslebewesen

Die Internationale Kommission zur Erhaltung der Thunfischbestände im Atlantik (ICCAT) hat gestern in Recife (Brasilien) eine Reihe neuer mehr­jähriger Bewirtschaftungspläne angenommen, mit denen die Fangmöglich­keiten in Einklang mit den jüngsten wissenschaftlichen Gutachten festgelegt werden. Die Europäische Kommission ist vor allem mit dem Konsens über den Wiederauffüllungsplan für die östlichen Bestände von Rotem Thun zufrieden, für die die Gesamtfangmenge (TAC) für 2010 auf 13 500 Tonnen (gegenüber 22 000 Tonnen im Jahr 2009) gesenkt wurde. Dies geht mit einem drastischen Abbau der Fangkapazität einher. Darüber hinaus verabschiedete die ICCAT Bewirtschaftungsmaßnahmen für Schwertfisch im Mittelmeer, mit denen der Schutz von Jungfischen durch eine strenger durchgesetzte Ein­stellung der Fangtätigkeit gegen Jahresende verstärkt wird. Außerdem will die ICCAT bei ihrer Tagung im Jahr 2010 auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher Gutachten einen langfristigen Bewirtschaftungs­plan für Schwertfisch annehmen.

Auch in diesem Jahr waren die Bestände von Rotem Thun einer der wichtigsten Tagesordnungspunkte der ICCAT-Tagung. Die ICCAT stimmte neuen, strengen Erhaltungsmaßnahmen zu, die zur Erholung der Bestände beitragen sollen. Zu­sätz­lich zur Senkung der Quote für 2010 auf 13 500 Tonnen wird für Ringwadenfänger die Fangsaison 2010 auf nur einen Monat beschränkt (vom 15. Mai bis zum 15. Juni). Diese kürzere Fangsaison kann auch wegen schlechter Wetterbedingun­gen nicht mehr verlängert werden. Als weitere Vorsorgemaßnahme wurde verein­bart, dass der Fang von Rotem Thun im Atlantik und im Mittelmeer völlig ausgesetzt werden kann, wenn Wissenschaftler im Laufe des Jahres 2010 feststellen, dass die Bestände zusammenzubrechen drohen. Schließlich wird die ICCAT ebenfalls im Jahr 2010 nach einer weiteren aktuellen Bestandsabschätzung die Fangmengen in einer Höhe festlegen, die eine Bestandserholung sehr wahrscheinlich macht.

Die Fangkapazität, also die Größe der Fangflotte, muss in den kommenden Jahren entsprechend abgebaut und an die künftigen Quotenzuweisungen angepasst werden.

Diese Maßnahmen gehen durchweg auf Vorschläge der EU zurück, die breite Unterstützung fanden und auf der gestrigen Plenartagung im Konsens angenommen worden.

Der EU-Kommissar für maritime Angelegenheiten und Fischerei Joe Borg war zuversichtlich, dass „mit diesem bislang einmaligen Paket konkreter und ehrgeiziger Maßnahmen entscheidende Fortschritte bei der Bewirtschaftung und Erhaltung dieses wandernden Bestands im Mittelmeer und im Atlantik erzielt werden. Wir wollen sicherstellen, dass sich die Bestände an Rotem Thun erholen und unsere Flotte wirtschaftlich und nachhaltig Fisch fangen kann. Zugegebenermaßen musste die ICCAT dieses Jahr eine sehr schwierige Aufgabe bewältigen, der sie jedoch durchaus gewachsen war.“

Auf der Tagung hat die ICCAT außerdem das Thema Einhaltung und Überwachung von Vorschriften eingehend geprüft und erörtert. Die ICCAT-Mitglieder haben der EU ihre Anerkennung für die Kontrollmaßnahmen des Jahres 2009 im Rahmen des gemeinsamen Einsatzplanes ausgesprochen. Auf der Grundlage von EU-Vorschlägen wurden mehrere neue Kontrollmaßnahmen eingeführt:

  • Es wurden neue Mechanismen eingeführt, die es der ICCAT ermöglichen, die Kontrollanstrengungen der Vertragsparteien besser zu bewerten;

  • ein neues Berichterstattungsformat für Inspektionen auf See verbessert die Effizienz der Inspektionen im Rahmen der internationalen Inspektionsregelung der ICCAT;

  • für die Vertragsparteien, die den ICCAT-Verpflichtungen nicht nachkommen, wurde eine neue Sanktionsregelung auf der Basis von Punkten eingeführt,

  • zusätzliche Tagungen des Durchführungsausschusses und eine Sondersitzung zum Thema Fischereiaufsicht Anfang 2010 werden den verschiedenen technischen Aspekten der Durchsetzung und Einhaltung von Vorschriften gewidmet sein.

Andere Arten:

  • Schwertfisch im Mittelmeer: Wie bereits an anderer Stelle berichtet ( MEX/09/1112 ) wurden bei der Erhaltung und Bewirtschaftung dieser Art beträchtliche Fortschritte erzielt.

  • Haie: Lediglich zum ersten der drei Vorschläge der EU (betreffend Fuchshai, Heringshai und Makrelenhai) wurde der für die Annahme durch die ICCAT notwendige Konsens erzielt. Dieser Vorschlag sieht vor, Anlandungen von Großaugen-Fuchshai zu verbieten. Außerdem sollen sich die Vertragsparteien verpflichten, auf die direkte Befischung sämtlicher Arten derselben Gattung zu verzichten.

  • Seevögel : Über einen weiteren EU-Vorschlag, der die derzeit geltenden Empfehlungen zur Verringerung des Beifangs von Seevögeln verstärkt hätte, wurde leider kein Konsens erreicht. Die EU wird die ICCAT weiter drängen, bis 2010 Fortschritte beim Schutz von Seevögeln zu erzielen.

Insgesamt ist die Europäische Kommission mit dem Ergebnis der ICCAT-Jahrestagung zufrieden und freut sich darauf, im Laufe des Jahres 2010 konstruktiv mit den Vertragsparteien und den Beteiligten zusammenzuarbeiten. Für die Jahrestagung 2010 haben die Vertragsparteien dem Vorschlag der EU zugestimmt, die Tagung in Paris zu veranstalten.


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