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IP/ 09/1678

Brüssel, den 5. November 2009

Gipfeltreffen EU-Indien mit Schwerpunkt auf Klimawandel, Energie und Handel

Am 6. November halten die Europäische Union und Indien in Neu-Delhi ihr jährliches Gipfeltreffen ab. Leiter der Kommissionsdelegation ist der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, der von der EU-Kommissarin für Außenbeziehungen und die Europäische Nachbarschaftspolitik, Benita Ferrero-Waldner, und der EU-Handelkommissarin, Catherine Ashton, begleitet wird. Auf der Tagesordnung des Gipfeltreffens stehen wichtige globale Themen wie Klimawandel, Energieversorgungssicherheit und Terrorismusbekämpfung sowie regionale Fragen. Darüber hinaus werden sich die Gipfelteilnehmer im Nachgang zum Gipfeltreffen der G20 in Pittsburgh mit den internationalen Maßnahmen zur Bewältigung der globalen Finanzkrise und mit der Reform der internationalen Finanzinstitutionen befassen. Sie werden zudem ihr gemeinsames Engagement für weitere Fortschritte in den Verhandlungen über ein bilaterales Handels- und Investitionsabkommen bekräftigen. Bei diesem Anlass werden Euratom und Indien ein Abkommen über die Fusionsenergieforschung unterzeichnen. Die Europäische Kommission und Indien veröffentlichten vor kurzem eine mit 10 Mio. EUR dotierte gemeinsame Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für Forschungsvorhaben im Bereich der Solarenergie.

Am Vorabend des Gipfeltreffens erklärte Herr Barroso: „In den letzten zehn Jahren haben sich die EU und Indien zu wichtigen Akteuren auf der Weltbühne entwickelt. Die dynamische strategische Partnerschaft, die wir über die Jahre aufgebaut haben, spiegelt nicht nur unser tiefes gegenseitiges Verständnis, sondern auch unseren starken Willen wider, gemeinsam zu globalen Antworten auf globale Herausforderungen wie Frieden und Sicherheit, Entwicklungshilfe und Klimawandel beizutragen. Mit der am vergangenen Freitag in Brüssel erzielten Einigung auf eine gemeinsame Position zur Klimafinanzierung signalisiert die EU ihre Bereitschaft, ihren Teil beizutragen, wenn auch die Entwicklungsländer und vor allem die Schwellenländer wie Indien feste Zusagen machen.“

EU-Kommissarin Ferrero-Waldner fügte hinzu: „Die Themen Klimawandel und Energie stehen ganz oben auf der Tagesordnung des diesjährigen Gipfeltreffens. Unsere gemeinsamen Bemühungen um eine kohlenstoffarme Wirtschaft werden in konkrete Maßnahmen in den Bereichen Energieeffizienz, erneuerbare Energie und saubere Kohletechnologie münden. Auch in anderen wichtigen Bereichen wie Weltraum, Industriepolitik, Landwirtschaft, Grundbildung und akademischer Austausch, die einen genauso unverzichtbaren Beitrag zur Festigung unserer partnerschaftlichen Beziehungen leisten, trägt unsere langjährige Zusammenarbeit Früchte.“

Ihrerseits führ te EU-Kommissarin Ashton aus: „Als zwei der weltgrößten Handelspartner müssen die EU und Indien in diesen unsicheren Zeiten durch enge Handelsbeziehungen für wirtschaftlichen Wohlstand und den Schutz der Schwachen sorgen. Unser gemeinsamer Einsatz für den erfolgreichen Abschluss der Doha-Entwicklungsrunde und für eine neue Dynamik in unseren Verhandlungen über ein umfassendes bilaterales Handels- und Investitionsabkommen zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Hintergrund:

Das jährliche bilaterale Gipfeltreffen EU-Indien bildet eine geeignete Plattform für einen politischen Dialog zwischen diesen beiden weltpolitisch wichtigen Akteuren. Das erste Treffen dieser Art fand im Jahr 2000 statt und legte bereits die Grundlage für eine konkrete strategische Partnerschaft zwischen der EU und Indien, die 2004 ins Leben gerufen wurde. Der gemeinsame Aktionsplan, der 2005 verabschiedet und 2008 zur Berücksichtigung der neuen globalen Herausforderungen überarbeitet wurde, hat durch die Festlegung eines Fahrplans für Maßnahmen zur Förderung von Frieden und Sicherheit, nachhaltiger Entwicklung, Forschung und Entwicklung sowie von Kulturaustausch und direkten Kontakten zwischen den Menschen maßgeblich zur Intensivierung der bilateralen Beziehungen beigetragen.

Im Bereich Wissenschaft und Technologie sind die EU und Indien eng miteinander verbunden. Indien ist der drittgrößte Empfänger von Mitteln für Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Rahmen des siebten EU-Forschungsrahmenprogramms (2007-2013). Die EU und Indien mobilisieren ihre Ressourcen und ihr Wissen, um durch Forschungsvorhaben in Bereichen wie computergestützte Materialforschung, Lebensmittel und Ernährung, Solarenergie und – demnächst – Wasser- und Abfallwirtschaft, die gemeinsam finanziert und im Anschluss an aufeinander abgestimmte Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen durchgeführt werden, ihre gemeinsamen strategischen Interessen zu verfolgen. Die derzeit laufende gemeinsame Aufforderung zur Einreichung von Projektvorschlägen im Bereich der Solarenergieforschung sieht für beide Seiten eine Kofinanzierung in Höhe von 5 Mio. EUR vor.

Ein weiterer Meilenstein im Bereich der Wissenschaft und Technologie ist das Abkommen über die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Atomgemeinschaft und Indien in der Fusionsenergieforschung, das auf dem Gipfeltreffen unterzeichnet wird. Zweck des Abkommens ist es, durch verstärkte Zusammenarbeit die für ein Fusionsenergiesystem erforderlichen wissenschaftlichen Kenntnisse und technologischen Fähigkeiten zu entwickeln. Langfristig soll auf der Grundlage des Abkommens ein Programm der Kooperation bei der Fusionsenergieforschung entwickelt werden, das weit über das ITER-Projekt hinausgeht.

Auch die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und Indien werden immer intensiver. Der bilaterale Handel hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Noch 2002 nahm Indien auf der Liste der wichtigsten Handelspartner der EU nur den 15. Platz ein, rückte aber bis 2008 bereits auf den 10. Platz vor. Für Indien ist die EU der wichtigste Handelspartner - 2008 betrug der Gesamtwert des Waren- und Dienstleistungshandels mit der EU rund 77 Mrd. EUR. Der Anteil der EU an den Gesamtaus- und –einfuhren Indiens lag bei 21 % bzw. 16 %. Umgekehrt entfallen von den Gesamtaus- und –einfuhren der EU 2,4 % bzw. 1,9 % auf Indien. Die EU ist außerdem der größte Investor in Indien – das Gesamtvolumen der Investitionen seit 2001 beträgt rund 16 Mrd. EUR.

Die akademischen Austauschprogramme haben erfolgreich zur gegenseitigen Verständigung und zur Förderung akademischer Hochleistungen beigetragen. Seit 2004 haben mehr als 2300 Studierende und Wissenschaftler aus Indien einen Studien- oder Forschungsaufenthalt in der EU im Rahmen des Programms Erasmus Mundus absolviert.

Auch bei der Armutsbekämpfung und der Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele arbeiten die EU und Indien eng zusammen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Sozialsektoren (Bildung und Gesundheit) und der wirksamen Umsetzung des gemeinsamen Aktionsplans.

Weitere Informationen :

http://ec.europa.eu/external_relations/india/index_en.htm

http://www.delind.ec.europa.eu/


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