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IP/09/1611

Brüssel, 28. Oktober 2009

Für Klimaschutz und Sicherheit: EU-Raumfahrtmissionen zur besseren Erdbeobachtung

Die EU hat 2005 die strategische Grundsatzentscheidung getroffen, unter dem Namen „Globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung (GMES)“ eine eigenständige europäische Kapazität für die Erdbeobachtung zu entwickeln, die Dienste in den Bereichen Umwelt und Sicherheit bereitstellt. Diese ist so konzipiert, dass sie fest auf bestehenden Kapazitäten aufbaut, angeführt von der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA), EUMETSAT und einzelnen Ländern, ergänzt durch zusätzliche EU-Komponenten, die ihre globale Dimension sicherstellen sollen. Diese drei Aktionslinien bilden zusammen die GMES Raumfahrtkapazitäten. In einer heute von der Europäischen Kommission angenommenen Mitteilung werden die Ergebnisse vorgestellt und es wird auf die nächsten Schritte eingegangen, die sicherstellen sollen, dass GMES auf kostenwirksamste Weise voll in Betrieb gehen kann. Sie behandelt jedoch nur die Weltraumkomponente, da sie vor allem den Programmumfang sowie die In-situ-Infrastruktur und die Gesamtkosten festlegt.

Günter Verheugen, Vizepräsident der Kommission und zuständig für Unternehmen und Industrie, erklärte: „GMES ist von wesentlicher Bedeutung, um den Klimawandel zu verstehen, die EU-Katastropheneinsätze zu unterstützen und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Es müssen sich nun weitere Schritte anschließen, damit sich der bisherige finanzielle Einsatz lohnt und GMES auf dem kostenwirksamsten Weg voll in Betrieb gehen kann. Diese öffentlichen Investitionen in Spitzeninfrastruktur stellen einen Wendepunkt für die Europäischen Raumfahrtpolitik dar.“

Insgesamt wurden gute Fortschritte erzielt und die Aufbauphase der GMES-Weltraumkomponente, für deren Koordinierung die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) zuständig ist, ist gut angelaufen. Außerdem sind seit 2008 folgende vier präoperativen GMES-Dienste in Betrieb gegangen: Landbeobachtung, Überwachung der Meere, Überwachung der Atmosphärenzusammensetzung und Katastrophen- und Krisenmanagement. Die GMES-Dienste haben sich für die EU und die internationale Gemeinschaft insofern bereits als hilfreich erwiesen, als sie insbesondere zu einer wirkungsvollen und raschen Reaktion auf Katastrophen wie Überschwemmungen und Erdbeben in Südostasien oder Waldbrände in Europa beigetragen haben.

Die Kommission weist darauf hin, dass sich nun weitere Schritte anschließen müssen, damit sich der bisherige finanzielle Einsatz lohnt und GMES auf dem kostenwirksamsten Weg voll in Betrieb gehen kann.

Über die ESA und das 7. Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung (2007-2013) sind bereits beträchtliche Mittel aus dem EU-Haushalt in die Entwicklung von GMES geflossen. Derzeit belaufen sich die gemeinsamen Investitionen 1 in das ESA-Programm für die GMES-Weltraumkomponente auf 626 Mio. EUR (28 %) aus dem EU-Haushalt bzw. 1621 Mio. EUR (72 %) aus Beiträgen der ESA-Teilnehmerstaaten. Diese Investitionen dienen der Entwicklung von 12 Sentinel-Raumfahrtkonstellationen und der Umsetzung der Programme für den Zugriff auf die Daten der jeweiligen EUMETSAT-, ESA- und einzelstaatlichen Missionen. Darüber hinaus bedient sich die Weltraumkomponente des GMES-Programms etwa 40 im Besitz der Mitgliedstaaten, der ESA, von EUMETSAT und von Dritten stehender Missionen, um den Bedarf an GMES-Diensten zu decken.

Um wie geplant 2011 mit der operationellen Phase von GMES beginnen zu können müssen die EU und die ESA weitere Finanzierungsbeschlüsse fassen. Die Kommission hat bereits die Grundlagen für den entsprechenden EU-Beschluss geschaffen.

Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass der Analyse des Langzeitszenarios 2 der ESA zufolge und ausgehend von allen bereits getätigten Investitionen für den Zeitraum 2014-2020 insgesamt etwa 4 Mrd. EUR aufzubringen wären, um GMES zu betreiben. Diese Investition umfasst geschätzte jährliche Betriebskosten in Höhe von 430 Mio. EUR sowie 170 Mio. EUR für Forschung und Entwicklung. Viel hängt jedoch vom Einsatzbereich von GMES ab, da Erweiterungen nach 2020 weitere Kosten mit sich bringen würden, vor allem falls GMES eine starke Sicherheitskomponente erhalten sollte.

Hintergrund:

Die GMES-Weltraumkomponente beinhaltet sechs Sentinel-Baureihen für bisher insgesamt 12 Erdbeobachtungsmissionen:

  • Sentinel 1: Sentinel 1 ist wetterunabhängig, eignet sich für Landdienste und liefert Allwetter -Übersichtsdaten für die Zwecke des Krisen- und Katastrophenmanagements und der Sicherheit. Start Mitte 2012.

  • Sentinel 2: Sentinel 2 eignet sich für Landdienste und liefert Übersichtsdaten für die Zwecke des Krisen- und Katastrophenmanagements und der Sicherheit . Start 2013.

  • Sentinel 3: Sentinel 3 eignet sich für die Überwachung der Farbe der Ozeane und des Festlands sowie des Meeresspiegels . Start 2013.

  • Sentinel 4: Instrumente zur Überwachung der Atmosphärenzusammensetzung , die auf EUMETSAT-Satelliten starten sollen. Start 2017.

  • Sentinel 5: Instrumente zur Überwachung der Atmosphärenzusammensetzung , die auf EUMETSAT-Satelliten in die Nachfolgemission des Systems polar umlaufender Wettersatelliten von EUMETSAT eingebunden werden sollen. Start 2019.

  • Jason-CS-Mission: Hochpräzisionsaltimetrie-Missionen zur Bestimmung der Ozeanoberflächentopografie , mit der die Jason-Baureihe fortgesetzt werden soll; besonders für den Klimawandel von Bedeutung.

Zur Weiterentwicklung des Programms werden in der heute angenommenen Mitteilung ferner folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

  • die Umsetzung einer Politik der unentgeltlichen Lizenzierung und des offenen Datenzugangs für die Sentinels;

  • die Garantie, dass die Nutzer einen kontinuierlichen Datenstrom erhalten;

  • die Fortsetzung der internationalen Zusammenarbeit, die für GMES als europäische Erdbeobachtungskapazität immer sehr wichtig war;

  • Nachdenken über die künftige Eigentümerschaft der Sentinel-Infrastruktur.

Die heute angenommene Mitteilung

1 :

Die Zahlen entsprechen der Wirtschaftslage 2008.

2 :

ESA/C(2009)36.


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