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IP/ 09/1596

Brüssel, den 28. Oktober 2009

Internet der Zukunft soll Europas Infrastrukturen intelligenter und effizienter machen: weniger Verkehrsstaus, weniger CO 2 -Emissionen und bessere Gesundheitsfürsorge

Weniger Verkehrsstaus, bessere und effizientere Energieversorgung und modernste medizinische Betreuung im heimischen Umfeld sind typische Beispiele dafür, was das „Internet der Zukunft“ möglich machen wird. Physische Gegenstände wie Autos oder Mobilgeräte werden dabei mit Infrastrukturen (z. B. Verkehrsleitsysteme) verbunden, so dass in Echtzeit enorme Datenmengen genutzt und dadurch Betrieb und Effizienz dieser Infrastrukturen verbessert werden können. Die Europäische Kommission stellte heute eine Strategie vor, durch die Europa zum Vorreiter bei der Entwicklung intelligenter, internetgestützter Infrastrukturen werden soll. Die europäischen Regierungen und die Branche der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) werden aufgerufen, die steigende Nachfrage nach innovativen Internetanwendungen zu nutzen und bestehende Infrastrukturen wie das Gesundheitswesen, Stromnetze und Verkehrs­management „intelligenter“ zu machen. Zu diesem Zweck wird die Kommission eine Partnerschaft zwischen Behörden und führenden IKT-Akteuren in Gang setzen, für die 2011-2013 ein Budget von 300 Mio. EUR vorgesehen ist. Die Mittel dienen der Finanzierung von Projekten, die demnächst ausgewählt werden sollen, und ergänzen den Etat von 200 Mio. EUR, der jährlich für den IKT-Bereich zur Erforschung grundlegender Internettechnologien bereitgestellt wird.

Die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding erklärte: „Das Internet kann dabei helfen, künftige Herausforderungen zu meistern, und für die Wirtschaft Europas der Schlüssel zum Weg aus der Krise sein. Online-Anwendungen und -Technologien können den Verkehr in den Städten – wo bald 70 % der Weltbevölkerung leben werden – optimieren. Sie können und müssen zudem unser Energiemanagement verbessern, da sich der Stromverbrauch bis 2030 verdoppeln wird. Angesichts einer alternden Bevölkerung in der EU kann das Internet auch unser Gesundheitswesen effizienter gestalten und die Fernbetreuung von Patienten ermöglichen. Europa und seine Unternehmen sollten die Gelegenheit nutzen und Technologien und Anwendungen entwickeln, mit denen sich die Effizienz alltäglicher Prozesse zum Nutzen von Wirtschaft und Gesellschaft enorm steigern lässt.“

Die Kommission hat heute eine EU-weite Innovationsstrategie für das Internet vorgeschlagen, die Regierungen und verschiedene Wirtschaftsbereiche in Europa zusammenführt. Mit der Strategie sollen Infrastrukturen, die für unsere Wirtschaft und Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind, verbessert und in die Lage versetzt werden, bei der Erfüllung ihrer täglichen Aufgaben extrem große Datenmengen zu verarbeiten. Bereits heute nimmt der Datenverkehr im Internet jedes Jahr um 60 % zu. Da das Internet Milliarden von Sensoren und Online-Mobilgeräte miteinander verbindet und so immer komplexere Informationen bereitgestellt werden, müssen diese Infrastrukturen hinreichend intelligent sein, um derartig große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten zu können. Durch die Nutzung von Internettechnologie wie Sensoren, Funketiketten oder in Zukunft das Satellitennavigationssystem Galileo könnten beispielsweise Verkehrsstaus, die in Europa jährliche Kosten von 135 Mrd. EUR verursachen, um 20 % und die Schadstoffemissionen um weitere 15 % reduziert werden ( IP/08/1979 ) .

Ziel des heute vorgestellten Plans ist es, Europa eine Führerschaft zu sichern bei der Erforschung und Einführung künftiger Internettechnologien, die notwendig sind, um die Infrastrukturen in Alltagsbereichen wie Gesundheit, Verkehr und Energie „intelligenter“ zu machen. Dies wird nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen IKT-Branche stärken, sondern auch den Verbrauchern in Europa zugute kommen, die als erste von neuen Anwendungen und Dienstleistungen profitieren werden.

In verschiedenen europäischen Regionen und Großstädten werden bereits Pilotversuche mit intelligenten Systemen durchgeführt. So investierte Stockholm in ein intelligentes Verkehrsmanagementsystem , durch das Fahrtzeiten verkürzt, öffentliche Verkehrsmittel verstärkt genutzt und Kohlendioxidemissionen reduziert werden. Durch den Einsatz von Sensornetzen und Mobilgeräten können Daten nahezu in Echtzeit gesammelt werden, was eine Voraussetzung für das Management von Energie- oder Verkehrssystemen ist. Die Daten können dann beispielsweise für die Optimierung städtischer Mobilitätssysteme genutzt werden. Mit zunehmender Verbreitung werden diese drahtlosen Geräte auch von den zusätzlichen Frequenzen profitieren, die infolge der so genannten digitalen Dividende frei werden ( IP/09/1595 , MEMO/09/482 ).

Die Kommission drängte heute Regierungen und Wirtschaft zur Zusammenarbeit, damit die Forschungstätigkeiten in Europa verstärkt auf wichtige Internettechnologien und ihre rasche Anwendung im Alltagsbereich konzentriert werden. Mit einer entsprechenden Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen wird die Kommission diese öffentlich-private Partnerschaft 2010 in Gang setzen. Insgesamt sind für die Initiative 300 Mio. EUR im Zeitraum 2011-2013 vorgesehen, wobei von der Industrie ein ebenso hoher Beitrag erwartet wird.

Die Kommission finanziert bereits Forschungen, die das Internet selbst „intelligenter“ machen sollen: Im Rahmen ihres IKT-Forschungsprogramms wurden 400 Mio. EUR in mehr als 90 europäische Vorhaben investiert, und 2011-2013 sollen jährlich weitere 200 Mio. EUR für den Forschungshaushalt bereitgestellt werden. Ein Beispiel ist das Projekt SENSEI , dessen Ziel eine Verbindung von realer und digitaler Welt ist, indem überall „intelligente“ Orte geschaffen werden, so dass etwa die Nutzer von Fahrgemeinschaften eine SMS erhalten, wenn sie durch eine Busverbindung in ihrer Nähe schneller an ihr Ziel gelangen können.

Hintergrund

Die heutige Mitteilung gehört zu den Vorbereitungen für einen europäischen Innovations- und Forschungsplan, den der Europäische Rat im Dezember 2008 angeregt hatte. Außerdem reagiert die Kommission damit auf die Empfehlungen der Aho-Gruppe, die dazu aufgerufen hatte, in der europäischen IKT-Forschung mehr Mut zu beweisen und ihre Ergebnisse stärker zu vermarkten ( IP/08/1288 , MEMO/08/430 ).

Die Mitteilung der Kommission finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/information_society/activities/foi/library


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