Navigation path

Left navigation

Additional tools

Fischerei: EU bereit zur Bekämpfung der illegalen Fischerei

European Commission - IP/09/1590   27/10/2009

Other available languages: EN FR

IP/09/1590

Brüssel, den 27. Oktober 2009

Fischerei: EU bereit zur Bekämpfung der illegalen Fischerei

Nach der befürwortenden Stellungnahme des Ausschusses für Fischerei und Aquakultur im September hat die Kommission am 22. Oktober 2009 eine Verordnung mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung zur Verhinderung, Bekämpfung und Unterbindung der illegalen, nicht gemeldeten und unregulierten Fischerei (IUU-Fischerei) aus dem Jahr 2008 angenommen. Diese Verordnung wird ein Hauptpfeiler der Fischereiaufsicht; in ihrem Rahmen werden sämtliche Anlandungen und Umladungen, die Fischereifahrzeuge aus Drittländern in Gemeinschaftshäfen durchführen, und alle Erzeugnisse der Meeresfischerei, die in die EU eingeführt und aus der EU ausgeführt werden, überwacht.

„Die illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei stellt derzeit eine der größten Gefahren für die nachhaltige Nutzung der Meeresressourcen dar. Sie bedroht die Meeresumwelt, den Erhalt der Fischbestände und die biologische Vielfalt der Meere. Umso mehr freue ich mich, dass die Durchführungsbestimmungen nun bald in Kraft treten werden. Illegale Fischereimethoden sind schlichtweg unannehmbar, und wir müssen ihnen innerhalb und außerhalb des EU-Markts ein Ende bereiten. Ab 2010 kommen die neuen Kontrollen jenen Fischern zugute, die sich an die Regeln halten; sie sorgen dafür, dass die Bewirtschaftungs- und Bestandserhaltungsvorschriften wirksamer überwacht und durchgesetzt werden“, sagt das für die Fischereipolitik zuständige Kommissionsmitglied Joe Borg.

Man schätzt, dass annähernd 20 % des in den Weltmeeren gefangenen Fischs im Wert von fast 10 Milliarden EUR jährlich auf die IUU-Fischerei entfallen. Damit ist die IUU-Fischerei der weltweit zweitgrößte Hersteller von Fischereierzeugnissen.

Obwohl die EU eine der größten Fangflotten der Welt besitzt, ist sie zugleich der größte Importeur von Fischereierzeugnissen. Es wird geschätzt, dass wir jährlich annähernd 500 000 t Fischereierzeugnisse im Wert von 14 Milliarden EUR einführen. Davon könnten 45 000 t (9 %) bzw. 1,1 Milliarden EUR (10 % des Werts) aus der illegalen Fischerei stammen. Anders ausgedrückt ist die EU der Absatzmarkt für rund 10 % des unter Verletzung der Bewirtschaftungs- und Bestandserhaltungsvorschriften gefangenen Fischs.

Die IUU-Verordnung und ihre Durchführungsbestimmungen verfolgen das ehrgeizige Ziel, die illegale Fischerei zu bekämpfen, indem sichergestellt wird, dass kein illegales Fischereierzeugnis den Gemeinschaftsmarkt erreicht. Zu diesem Zweck sieht die Verordnung eine Fangbescheinigungsregelung vor, die eine uneingeschränkte Rückverfolgbarkeit aller in die Gemeinschaft eingeführten und aus ihr ausgeführten Erzeugnisse der Meeresfischerei sicherstellt. Als ein zentrales Element der IUU-Verordnung wird die Bescheinigungsregelung den Ländern helfen, ihre eigenen Bewirtschaftungs- und Bestanderhaltungsvorschriften einzuhalten, und es ihnen zudem leichter machen, bei Kontrollen und der Durchsetzung der Vorschriften zusammenzuarbeiten. Ferner soll die Verordnung sicherstellen, dass kein EU-Bürger an der IUU-Fischerei beteiligt ist, ganz gleich, wo sie betrieben wird.

Über die Bescheinigungsregelung hinaus werden in der Verordnung auch die Fragen der Hafenstaatkontrolle und der gegenseitigen Unterstützung angegangen. Zudem wird ein gemeinschaftliches Warnsystem eingerichtet, das besonders verdächtige Fälle illegalen Vorgehens, die beteiligten Schiffe und unkooperative Drittländer identifizieren soll. Die ordnungsgemäße Durchsetzung der Vorschriften wird durch ein harmonisiertes System verhältnismäßiger und im Fall gravierender Zuwiderhandlungen besonders abschreckender Sanktionen sichergestellt.

Die neuen Durchführungsbestimmungen sind der rechtliche und technische Rahmen für die Umsetzung der IUU-Verordnung. Sie betreffen: den Zugang der Fischereifahrzeuge aus Drittländern zu vorab benannten Gemeinschaftshäfen und die entsprechenden Kontrollen; Fänge kleiner Fischereifahrzeuge; die Anerkennung einiger von regionalen Fischereiorganisationen verabschiedeter Fangdokumentationsregelungen; Einfuhren von Erzeugnissen der Meeresfischerei, die die Gemeinschaft per Flugzeug, Lastkraftwagen oder Bahn erreichen; anerkannte Wirtschaftsbeteiligte; die Überprüfung von Fangbescheinigungen; die Zusammenarbeit mit Drittländern; Sichtungen; die gegenseitige Unterstützung sowie Änderungen von Anhang I der IUU-Verordnung.

Die Kommission ist sich der Tatsache bewusst, dass die Einhaltung der neuen Vorschriften für einige Drittländer, insbesondere Entwicklungsländer, Belastungen mit sich bringen kann. Daher gehen wir diesen Ländern bei der Anwendung der IUU-Verordnung seit ihrer Annahme im Jahr 2008 entschlossen zur Hand. Im Rahmen dieser Hilfsbemühungen hat die Kommission im Jahr 2009 die nationalen Behörden aus Drittländern zu einer Reihe von regionalen Seminaren und technischen Workshops eingeladen. Diese Lehrgänge waren sehr erfolgreich; an ihnen haben Behördenvertreter aus Ländern Afrikas, Südamerikas, der Karibik, Asiens und des Südpazifiks teilgenommen. Überdies hat die Kommission die Verordnung auf zahlreichen regionalen und internationalen Veranstaltungen vorgestellt. Selbstverständlich hat sie auch die Mitgliedstaaten in technischer Hinsicht unterwiesen. Zudem ist die Industrie während der Ausarbeitung der neuen Vorschriften in den vergangenen Jahren regelmäßig konsultiert worden.

Die Verordnung, die am 29. September 2008 angenommen wurde, bekämpft das Überhandnehmen der illegalen Fischerei und ergänzt die auf regionaler und internationaler Ebene ergriffenen, allerdings noch unzulänglichen Gegenmaßnahmen; sie tritt am 1. Januar 2010 in Kraft.


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website