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ip/09 /1540

Brüssel, 19. Oktober 2009

Trotz Wirtschaftskrise befürworten immer noch neun von zehn Europäern Entwicklungshilfe

Eurobarometer Nr. 318

Eurobarometer Spezial „Entwicklungshilfe in Zeiten der Wirtschaftskrise“

Im Vorfeld der 4. Europäischen Entwicklungstage zeigen die Ergebnisse des Eurobarometer Spezial „Entwicklungshilfe in Zeiten der Wirtschaftskrise“, dass trotz der Auswirkungen der Krise auf Europa die öffentliche Unterstützung für die Entwicklungshilfe immer noch groß ist.

Rund 90 % der Europäer sind weiterhin davon überzeugt, dass Entwicklungshilfe wichtig ist. 72 % befürworten die Erfüllung der bereits eingegangen Entwicklungshilfeverpflichtungen oder wollen diese Verpflichtungen gegenüber den Entwicklungsländern sogar ausweiten. „Diese Umfrage zeigt ganz eindeutig, dass die Bürger erwarten, dass ihre Regierungen und die EU-Kommission nicht aufgeben, nach Mitteln zur Finanzierung der Entwicklungshilfe zu suchen,“ sagt der EU-Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe, Karel De Gucht. „Auch wenn wir uns in einer Wirtschaftskrise befinden, appelliere ich noch einmal an die EU-Mitgliedstaaten, der eingegangenen Verpflichtung zur Erhöhung der Entwicklungshilfe auf 69 Milliarden EUR bis 2010 nachzukommen, um die mittelfristigen Millenniums-Entwicklungsziele zu erfüllen."

Die große Mehrheit der Europäischen Bürger (61 %) ist der Meinung, dass Europa einen positiven Beitrag zur globalen Entwicklungshilfedebatte leisten kann. „Die Europäer verstehen immer besser, wieso Entwicklungshilfe wichtig ist. Sie verlangen nach einer breiteren Berichterstattung über entwicklungspolitische Themen in den nationalen Medien,“ sagt die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und EU-Kommissarin für Institutionen und Kommunikationsstrategie, Margot Wallström.

Interessanterweise wird die Wirtschaftskrise nicht als eine wesentliche Herausforderung für die Entwicklungsländer angesehen. Die Hälfte der Europäer sieht in der Armut die größte Herausforderung, der sich die Entwicklungsländer stellen müssen. Dagegen betrachten nur 35 % die Wirtschafts- und Ernährungskrise als Hauptproblem. Die Europäer scheinen der Auffassung zu sein, dass über die Wirtschaftskrise hinaus Armut das größte strukturelle Problem ist.

Andere interessante Ergebnisse

  • Zwei Drittel (64 %) der Europäer geben eigennützige Beweggründe, wie Handel, Terrorismusprävention, Migrationsfragen und politische Beziehungen mit Drittländern, für die Leistung von Entwicklungshilfe an.

  • Das Interesse an diesem Thema ist nicht gering, da sich 42 % der Europäer für eine verstärkte Berichterstattung über entwicklungspolitische Themen in den Medien aussprechen.

  • 74 % der Europäer haben noch nie von den Millenniums-Entwicklungszielen gehört, 2007 waren es noch 80 %.

Hintergrund

In dem Bericht werden sowohl EU-weite Ergebnisse als auch Ergebnisse nach Ländern aufgelistet. Sie zeigen, dass die Entwicklungszusammenarbeit innerhalb in der EU zu einer Annäherung führt. Um die Wirksamkeit der Entwicklungshilfe zu gewährleisten, ist es nötig, dass die EU-Staaten eine kohärente Position vertreten und einvernehmlich handeln. EU-weite Umfragen zeigen, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten seit 2004 immer geringer werden. Dies gilt insbesondere für die Unterschiede zwischen den Ländern, die der EU 2004 beigetreten sind, und den übrigen Mitgliedstaaten.

Der Bericht bietet ferner Informationen über die Bildung, das Alter und sozioökonomische Daten der Teilnehmer der Umfrage.

Die Umfrage für das Eurobarometer Spezial Nr. 318 über „Entwicklungshilfe in Zeiten der Wirtschaftskrise“ wurde im Mai/Juni 2009 durchgeführt. Mit der Umfrage sollte festgestellt werden, ob die Wirtschaftskrise Auswirkungen auf die öffentliche Unterstützung der Entwicklungszusammenarbeit in Europa hat. Auch wenn diese Frage den Anstoß für die jüngste Studie gegeben hat, so ist sie dennoch Teil einer Serie von Studien, in denen seit 2004 das Bewusstsein der Europäer für entwicklungspolitische Themen erforscht wird. Wenn möglich, werden Vergleiche zu den Ergebnissen früherer Studien gezogen.

Der vollständige Bericht:

http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/eb_special_en.htm

Website

http://ec.europa.eu/development/index_en.cfm


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