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Europäische Forschung: Experten fordern „neue Renaissance“

European Commission - IP/09/1424   06/10/2009

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IP/09/1424

Brüssel, den 6. Oktober 2009

Europäische Forschung: Experten fordern „neue Renaissance“

Die Europäische Kommission begrüßte heute den ersten Jahresbericht des Rates für den Europäischen Forschungsraum (ERAB) mit dem Titel „Preparing Europe for a New Renaissance - A Strategic View of the European Research Area“ (Europa muss auf eine neue „Renaissance“ hinarbeiten – strategische Perspektiven für den Europäischen Forschungsraum). In diesem Bericht wird dargelegt, wie sich der Europäische Forschungsraum bis 2030 im Interesse der EU und der internationalen Gemeinschaft weiterentwickeln sollte. Der hochrangige Beirat, der von der Kommission eingesetzt wurde, um die Verwirklichung des Europäischen Forschungsraums (EFR) zu unterstützen, setzt sich aus 22 anerkannten Persönlichkeiten aus den Bereichen Wissenschaft/Hochschulen und Wirtschaft zusammen. Den Vorsitz führt Professor John Wood.

Der EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung, Janez Poto čnik, äußerte sich hierzu wie folgt: „Ich freue mich sehr über diesen ersten ERAB-Bericht. Er enthält ein klares Bild davon, was für den Europäischen Forschungsraum angestrebt werden sollte. Die darin enthaltenen Empfehlungen – von denen einige bereits Eingang in Präsident Barrosos Leitlinien für die nächste Kommission gefunden haben – werden neue Diskussionen darüber anstoßen, wie die Herausforderungen, denen sich die europäische Forschung gegenübersieht, zu bewältigen sind, und wie wir eine neue „Renaissance“ erreichen können. Durch diesen strategischen Ausblick wird das Vertrauen gerechtfertigt, dass ich in den ERAB gesetzt habe, indem ich ihn beauftragte, die Kommission und mich bei der Unterstützung des Entstehens eines echten Europäischen Forschungsraums zu beraten.“

Mit seinem ersten Jahresbericht legt der ERAB einen umfassenden Überblick über die Voraussetzungen für eine neue „Renaissance“ in der europäischen Forschung vor. Ausgehend von den aktuellen zentralen Problemen der Menschheit verweist der ERAB auf die philosophische, gesellschaftliche und wissenschaftliche Revolution in der Renaissance als Vorbild für die heute notwendigen Veränderungen in Bezug auf unsere Art zu denken, zu arbeiten und Forschung zu betreiben. Der Bericht nennt sechs Hauptbereiche, in denen Tätigkeitsbedarf besteht:

  • Schaffung eines geeinten EFR

  • Bewältigung der großen Herausforderungen (Klimawandel, Energieversorgung, Alterung der Gesellschaft usw.)

  • Interaktion von Wissenschaft und Gesellschaft

  • Zusammenarbeit von öffentlichem Sektor und Privatsektor im Rahmen des offenen Innovationsmodells

  • Förderung der Exzellenz und

  • Unterstützung des Zusammenhalts.

Der ERAB unterstreicht ferner, dass die Forschung eine unabhängige Stellung einnehmen müsse und in den politischen Prozess einzubinden sei. Sie müsse u. a. unabhängigen Rat erteilen. Diese Empfehlung wurde kürzlich von Kommissionspräsident Barroso übernommen, der die Einrichtung des Amtes eines wissenschaftlichen Hauptreferenten (Chief Scientific Officer) ankündigte, der über die Befugnis verfügen soll, in allen Stadien der politischen Entscheidungsfindung und der Politikdurchführung proaktiv wissenschaftlichen Rat zu erteilen.

Der ERAB verweist ferner darauf, dass das Vertrauen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft wieder hergestellt werden müsse, und zwar mit einem neuen Gesellschaftsvertrag auf der Grundlage der „3 R“ (Rigour, Respect, Responsibility) : Konsequenz ( R igour) bei politischen und wissenschaftlichen Entscheidungen, Respekt ( R espect) gegenüber unseren Mitmenschen, anderen Wissenschaftlern und der Umwelt, und Verantwortung ( R esponsibility) für unsere Handlungen als Wissenschaftler und Bürger.

Schließlich werden in dem Bericht Zwischenziele festgelegt, an denen die Fortschritte in den kommenden Jahren gemessen werden können. In den nächsten Monaten wird der ERAB in seinen Forschungsarbeiten, Mitteilungen und Sitzungen mit wichtigen Akteuren des EFR diese sechs Punkte weiter präzisieren.

Hintergrund

ERAB ist das Nachfolgegremium zum Europäischen Forschungsbeirat (EURAB), dessen Mandat Ende 2007 ablief. Er wurde von der Europäischen Kommission 2008 ins Leben gerufen, um sie bei der Gestaltung der auf die Verwirklichung des Europäischen Forschungsraums ausgerichteten europäischen Wissenschafts- und Forschungspolitik mit unabhängiger fachkundiger Beratung zu unterstützen.

Hauptaufgaben des ERAB:

  • die Kommission hinsichtlich der Verwirklichung eines Europäischen Forschungsraums zu beraten,

  • auf Ersuchen der Kommission oder auf eigene Initiative Stellungnahmen hinsichtlich der Verwirklichung eines Europäischen Forschungsraums abzugeben,

  • der Kommission jährlich einen Bericht über den gegenwärtigen Stand des Europäischen Forschungsraums vorzulegen.

Der ERAB zählt 22 hochrangige Vertreter (s. Anhang) aus den Bereichen Wissenschaft/Hochschulen und Wirtschaft als Mitglieder, die für jeweils vier Jahre ad personam ernannt werden.

Weitere Informationen zum ERAB unter: http://ec.europa.eu/research/erab/

Frühere IP: Ernennung der ERAB-Mitglieder: IP/08/565

Liste der ERAB-Mitglieder

Dr. Reinhold ACHATZ , Vizepräsident, Siemens AG, Corporate Technology, Corporate Research and Technologies (DE)

Dr. Robert AYMAR , ehem. Generaldirektor des Europäischen Zentrums für Elementarteilchenphysik (CERN) (CH), wissenschaftlicher Berater des Leiters des CEA (FR)

Dr. Lajos BALINT , für internationale Beziehungen zuständiger Direktor des National Information Infrastructure Development Institute (HU)

Dr. Jean J. BOTTI , Technischer Leiter von EADS (DE)

Dr. Adelheid EHMKE , Präsidentin der European Platform of Women Scientists (EPWS) (BE)

Prof. Frank GANNON , Generaldirektor der Science Foundation Ireland (IRL)

Dr. Barbara HAERING , Geschäftsführerin von ECONCEPT Inc. (CH)

Prof. Sir David KING , Direktor und Gründungsmitglied der Smith School of Enterprise and the Environment, Universität Oxford (UK)

Dr. Leif KJAERGAARD , Präsident von LEIF and FOOD SCIENCE, ehem. Forschungsdirektor von Danisco A/S (DK)

Prof. Marja MAKAROW , Universität Helsinki (FI), Vorsitzende der Europäischen Wissenschaftsstiftung (FR)

Prof. Karol MUSIOL , Rektor der Krakauer Uniwersytet Jagielloński (PL)

Prof. Zaneta OZOLINA , sozialwissenschaftliche Fakultät, Latvijas Universitetas (LV)

Prof. Maria Cristina PEDICCHIO , naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Triest und Präsidentin des Biomedizin-Clusters CBM (IT)

Prof. Alain POMPIDOU , Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) (FR)

Prof. Carlos Maria ROMEO-CASABONA , Direktor, interuniversitärer Lehrstuhl für Recht und das menschliche Genom, Universität Deusto und Universität des Baskenlandes (ES)

Dr. Unni STEINSMO , Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführerin von SINTEF (NO)

Prof. Lena Treschow TORELL , Präsidentin der Königlich Schwedischen Akademie der Ingenieurwissenschaften (SE)

Dr. Jan VAN DEN BIESEN , Vizepräsident, Public R&D Programs, Philips Research (NL)

Prof. Georg WINCKLER , Rektor der Universität Wien, ehem. Präsident der European University Association (AT)

Prof. John WOOD , Imperial College London (UK)

Dr. Ingrid WÜNNING TSCHOL , Leiterin des Programmbereichs „Wissenschaft und Forschung“ der Robert Bosch Stiftung (DE)

Prof. Nüket YETIS , Präsident des türkischen Rates für wissenschaftliche und technologische Forschung (TR)


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