Chemin de navigation

Left navigation

Additional tools

IP/09/1420

Brüssel, den 5. Oktober 2009

Milchmarkt: Hochrangige Expertengruppe soll langfristige Maßnahmen für den Milchsektor erörtern

Kommissarin Mariann Fischer Boel, zuständig für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, hat den Landwirtschaftsministern heute mitgeteilt, dass in der nächsten Woche eine hochrangige Expertengruppe „Milch“ die Arbeit aufnehmen wird, die mit Blick auf das Auslaufen der Milchquotenregelung am 1. April 2015 die mittel- und langfristige Politik für den Milchsektor erörtern soll. Die Kommissarin kündigte bei einem Arbeitsessen an, dass die Gruppe prüfen wird, ob neue Maßnahmen zu einer weiteren Stabilisierung der Märkte und der Erzeugereinkommen, zur Verringerung der Preisvolatilität und zu mehr Markttransparenz beitragen können. Kommissarin Fischer Boel sprach außerdem über die verschiedenen Vorschläge zur Stützung des Milchmarktes, an denen die Kommission derzeit arbeitet, und informierte die Agrarminister über die aktuelle Lage auf dem Milchmarkt und die allmähliche Erholung der Preise für Milcherzeugnisse.

„Ich freue mich sagen zu können, dass sich die bisherigen Maßnahmen bereits deutlich positiv auf die Preise für Milcherzeugnisse auswirken“, sagte Kommissarin Fischer Boel. „Aber wir müssen weiter vorausschauen. Deshalb habe ich im letzten Monat angeregt, eine hochrangige Expertengruppe einzusetzen, die sich mit der langfristigen Zukunft des Milchsektors befassen soll. Diese Gruppe wird am 13. Oktober erstmals zusammentreten und den Mitgliedern Gelegenheit bieten, sich mit allen Fragen zu befassen, mit denen der Milchsektor künftig konfrontiert sein wird. Wir müssen versuchen, die Marktvolatilität zu reduzieren, für mehr Transparenz sorgen und darüber sprechen, wie sich die Milchbauern besser organisieren können. Daneben arbeiten wir weiter an der Lösung der kurzfristigen Probleme der europäischen Milchbauern. In den nächsten Tagen werden die Mitgliedstaaten die Möglichkeit erhalten, den Landwirten vorübergehend einzelstaatliche Beihilfen in Höhe von bis zu 15 000 EUR je Betrieb zu zahlen. Und ich hoffe, dass der Ministerrat in zwei Wochen unseren Vorschlag zur Ausweitung des Sicherheitsnetzes förmlich genehmigen wird.“

Hochrangige Expertengruppe

Der hochrangigen Expertengruppe Milch werden unter dem Vorsitz des Generaldirektors der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung der Kommission, Jean-Luc Demarty, Vertreter der Mitgliedstaaten angehören. Die Kommission wird Sachverständige und wenn nötig auch Akteure des Milchsektors hinzuziehen, die die Gruppe bei ihrer Arbeit unterstützen sollen. Die Gruppe wird normalerweise einmal monatlich tagen und regelmäßig Bericht über ihre Arbeit erstatten. Ihr Mandat umfasst unter anderem die Erörterung der folgenden Fragen:

  • Vertragsbeziehungen zwischen Milcherzeugern und Molkereien mit Blick auf mehr Ausgewogenheit zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Milchmarkt

  • Wie kann die Verhandlungsmacht der Milcherzeuger gestärkt werden?

  • Sind die derzeitigen Marktinstrumente zweckmäßig?

  • Transparenz und Verbraucherinformation, Qualität, Gesundheitsfragen und Kennzeichnung

  • Innovation und Forschung für mehr Wettbewerbsfähigkeit

  • Möglichkeiten eines Terminmarktes für Milcherzeugnisse.

Kommissarin Fischer Boel hat die Minister außerdem ausführlich über das neue Paket von Sofortmaßnahmen zur Stützung des Milchmarktes informiert, das sie am 17. September dem Europäischen Parlament vorgestellt hat. Darin wird eine Störungsklausel für den Milchsektor vorgeschlagen, wie sie bereits für andere Agrarsektoren existiert, um künftig rascher auf Marktstörungen reagieren zu können. Die Änderungen der Regeln für den Quotenrückkauf durch die Mitgliedstaaten sollen sicherstellen, dass aufgekaufte und der nationalen Reserve zugeschlagene Quoten künftig nicht mehr als Teil der nationalen Quote gezählt werden, wenn es um die Entscheidung über die Zahlung der Zusatzabgabe geht. Wird die Zusatzabgabe erhoben, kann der Teil, der den aufgekauften Quoten entspricht, von den Mitgliedstaaten für die Umstrukturierung des Sektors verwendet werden. Die Legislativvorschläge hierzu dürfte die Kommission in den nächsten Tagen genehmigen.

Aktuelle Entwicklungen auf dem Milchmarkt

Die neuesten Daten zeigen, dass sich die Preise nicht nur für Milcherzeugnisse, sondern auch für Rohmilch ab Hof erholen. Der durchschnittliche Milchpreis belief sich im Juli/August auf 25-26 Cents/Liter, nach aktuellen Informationen der wichtigsten europäischen Verarbeiter scheint sich der Preis für Lieferungen im September/Oktober noch einmal um 1-2 Cents erholt zu haben. Die Spotpreise für Milch haben seit Juni noch stärker angezogen. Die Preise für interventionsfähige Erzeugnisse (Butter und Magermilchpulver) sind in drei Monaten um 7-9 % gestiegen und liegen derzeit deutlich über dem Interventionsniveau.

Bisherige Maßnahmen

Die Kommission wird in diesem Jahr bis zu 600 Mio. EUR für Marktmaßnahmen ausgeben. Am 19. Oktober wird der Rat über den Vorschlag der Kommission zur Verlängerung des Interventionszeitraums abstimmen. 70 % der Direktzahlungen dürfen in diesem Jahr sechs Wochen früher als üblich (ab 16. Oktober) ausgezahlt werden. Im Rahmen der GAP-Reform von 2003 wurden die Direktzahlungen für die Milcherzeuger um 5 Mrd. EUR jährlich aufgestockt, um die Kürzungen der Interventionspreise auszugleichen. Im Rahmen des Gesundheitschecks und aus dem Konjunkturprogramm stehen weitere 4,2 Mrd. EUR zur Verfügung, um auf „neue Herausforderungen“ reagieren zu können, zu denen auch die Umstrukturierung des Milchsektors gehört. Diese Mittel kommen noch zu den Mitteln hinzu, die im Rahmen der Politik für die Entwicklung des ländlichen Raums bereitgestellt werden. Die Kommission hat auch das Schulmilchprogramm ausgeweitet und mehr Produkte sowie neue Altersklassen einbezogen. Sie unterstützt außerdem eine neue Serie von Absatzförderungsmaßnahmen für Milcherzeugnisse und arbeitet an einem Bericht über die Lieferkette, um die Transparenz zu verbessern und zu prüfen, ob es möglicherweise Wettbewerbsprobleme gibt. Dieser Bericht soll vor Jahresende veröffentlicht und von der hochrangigen Expertengruppe erörtert werden.


Side Bar

Mon compte

Gérez vos recherches et notifications par email


Aidez-nous à améliorer ce site