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Brüssel, den 16. September 2009

Umwelt : Europäische Union begrüßt die weltweite Ratifizierung des Montrealer Protokolls über den Schutz der Ozonschicht

Der schwedische Vorsitz der Europäischen Union und die Europäische Kommission begrüßen die weltweite Ratifizierung des Montrealer Protokolls, die heute nach der Ratifizierung durch Timor-Leste bekannt gegeben werden konnte . Diese Bekanntmachung fällt mit dem internationalen Tag zum Schutz der Ozonschicht zusammen. Das Protokoll von Montreal, mit dem die Herstellung Ozon abbauender Stoffe verboten wird, wird im Allgemeinen als Erfolgsgeschichte eingestuft und hat zur Erholung der Ozonschicht geführt. Das Protokoll hat außerdem erheblich zum weltweiten Klimaschutz beigetragen, da Ozon abbauende Stoffe gleichzeitig starke Treibhausgase sind. Die EU ist sehr daran interessiert, dass das Montrealer Protokoll in Zusammenarbeit mit der UN-Klimakonvention weiterhin eine Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels spielt – insbesondere im Hinblick auf mögliche Maßnahmen in Bezug auf FKW-Industriegase. FKW werden mehr und mehr genutzt, um Ozon abbauende Stoffe zu ersetzten, sind jedoch selbst starke Treibhausgase.

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas erklärte: „Ich freue mich sehr, dass das Montrealer Protokoll endlich die weltweite Anerkennung bekommen hat, die ihm gebührt. Die Fortschritte, die durch das Protokoll sowohl im Bereich des Schutzes der Ozonschicht als auch in Bezug auf das weltweite Klima erzielt werden konnten, zeigen, dass ein allgemeiner Konsens in besonders wichtigen Umweltfragen möglich ist. Wir müssen diese sehr wichtige und ermutigende Botschaft im Hinterkopf behalten, wenn die Welt sich anschickt, bei der Konferenz in Kopenhagen im Dezember ein ehrgeiziges weltweites Abkommen über den Klimawandel abzuschließen.“

Der schwedische Umweltminister Andreas Carlgren sagte: „Die Europäische Union ist froh, Timor-Leste in der weltweiten Gemeinschaft willkommen zu heißen, die sich um den Schutz der Ozonschicht bemüht. Das Montrealer Protokoll hat bemerkenswerte Erfolge beim Schutz der Ozonschicht und bei der Bekämpfung des Klimawandels erzielt, man ist sich jedoch weltweit mehr und mehr einig, dass die geplante Erhöhung von FKW nicht mit unserem Ziel des Aufbaus einer kohlenstoffarmen Wirtschaft vereinbar ist. Die nächste Konferenz des Montrealer Protokolls im November und die Klimakonferenz von Kopenhagen im Dezember bieten die Möglichkeit, weiter an diesem Thema zu arbeiten.“

Erfolge des Montrealer Protokolls

Mit der heute vom UN-Ozonsekretariat bekannt gegebenen Ratifizierung durch die Demokratische Republik Timor-Leste haben alle 196 Mitglieder der Vereinten Nationen das Montrealer Protokoll ratifiziert.

Das Protokoll wurde im Jahr 1987 nach der Entdeckung des „Ozonlochs“ abgeschlossen und schützt die Ozonschicht gegen Schäden durch bestimmte industrielle Chemikalien, die als Ozon abbauende Stoffe (ODS) bezeichnet werden. Im Rahmen des Protokolls wird zum Ende dieses Jahres die Erzeugung von FCKW-haltigen Kühl- und Lösungsmitteln sowie Halon-Löschmitteln verboten. Darüber hinaus wurde ein klarer Zeitplan für die schrittweise Reduzierung anderer schädlicher Stoffe wie HFCKW und Methylbromid aufgestellt. Als Ergebnis dieser Maßnahmen wird erwartet, dass die Ozonschicht ab 2050 wieder ihren normalen Zustand erreicht.

Herausforderung Klimawandel

Da Ozon abbauende Stoffe auch starke Treibhausgase sind, hat das Protokoll erheblich zum Klimaschutz beigetragen . Es stellen sich jedoch weitere wichtige Herausforderungen, da die Ozon abbauenden Stoffe mehr und mehr durch FKW ersetzt werden, deren Erderwärmungspotential 14 800 Mal höher liegt als bei Kohlendioxid, dem bedeutendsten Treibhausgas.

Der Erfolg des Montrealer Protokolls dient nun als Beispiel für mögliche sektorspezifische Maßnahmen in Bezug auf FKW während der Klima schutzverhandlungen. Da FKW von der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) und dem Kyoto-Protokoll behandelt werden, hat die EU sich für Synergien zwischen dem Klimarahmen und dem Montrealer Protokoll eingesetzt. Im Juli dieses Jahres haben Vertragsparteien des Montrealer Protokolls damit begonnen, einen Vorschlag zur Beschränkung und Reduzierung des weltweiten FKW-Verbrauchs zu erörtern. Die Kopenhagener Konferenz im Dezember wird eine weitere Gelegenheit bieten sicherzustellen, dass die internationalen Regelungen für Klimawandel und Ozonschicht kostenwirksam und umweltfreundlich miteinander in Einklang stehen.

Hintergrund

Die stratosphärische Ozonschicht schützt das Leben auf der Erde vor der schädigenden UV-Strahlung . In den frühen 80er Jahren wurde eine bedeutende Abnahme der Ozonkonzentration in der Stratosphäre über der Antarktis festgestellt, die auf ODS-Emissionen zurückzuführen ist. Das Montrealer Protokoll von 1987, eines der ersten und erfolgreichsten multilateralen Umweltabkommen, verpflichtet seine Vertragsparteien, darunter auch die Europäische Gemeinschaft, zur Einstellung der Erzeugung und des Verbrauchs von ODS.

Die EU hat dank der proaktiven Beteiligung der Industrie und der strengen Umsetzung der EU-Rechtsvorschriften über ODS durch die Kommission und die Mitgliedstaaten schrittweise mehr als 99 % ihrer ODS-Erzeugung eingestellt. Ab 2010 werden weitere EU-Beschränkungen in Bezug auf ODS in Kraft treten.

Im Jahr 2006 hat die EU Rechtsvorschriften für fluorierte Industriegase eingeführt, die auch FKW abdecken. Dabei werden bestimmte Anwendungen verboten, der Schwerpunkt liegt jedoch auf der weitestgehenden Reduzierung von Emissionen. Die Europäische Union hat noch keine Vorschriften für die Erzeugung von FKW erlassen, war in diesem Jahr jedoch aktiv an Diskussionen sowohl in der UN-Klimarahmenkonvention als auch im Rahmen des Montrealer Protokoll beteiligt, um zusätzliche Maßnahmen zur Emissionsreduzierung zu erörtern. Es wird weiterhin diskutiert, wie die Maßnahmen im Ozon- und im Klimaschutzbereich kostenwirksam und umweltfreundlich verknüpft werden könnten.

Weitere Informationen unter

http://europa.eu/comm/environment/ozone/index.htm

http://ec.europa.eu/environment/climat/fluor/index_en.htm


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