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IP/09/1294

Brüssel, den 9. September 2009

Kommission empfiehlt vorläufige Unterstützung für den Vorschlag Monacos zur Aufnahme von Rotem Thun in die CITES-Artenliste durch die EU

Die Europäische Kommission teilt viele der von Monaco geäußerten Bedenken über den Zustand der Bestände von Rotem Thun und hat sich dafür ausgesprochen, dass die EU vorläufig den Vorschlag Monacos zur Aufnahme von Rotem Thun in den Anhang I der CITES-Artenliste (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen) mitträgt. Am 21. September werden die Mitgliedstaaten zu diesem Vorschlag befragt. Im Falle einer Befürwortung würde die Abstimmung in der CITES-Sitzung im März 2010 zu einem Verbot des internationalen Handels mit Rotem Thun führen . Der Vorschlag zur Unterstützung der Initiative Monacos ist jedoch noch nicht endgültig, weil er sich auf ein wissenschaftliches Gutachten aus dem Jahr 2008 stützt. Die Position der EU wird vor der Sitzung von CITES im März 2010 noch einmal überprüft, wobei die neuesten wissenschaftlichen Daten und die Beschlüsse der jährlichen Sitzung der Internationalen Kommission zur Erhaltung der Thunfischbestände im Atlantik (ICCAT) im November 2009 berücksichtigt werden .

Hierzu erklärte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas: „Diese Entscheidung ist ein wichtiger Schritt für den Schutz des Roten Thun. Wir müssen auf der Grundlage der bestmöglichen wissenschaftlichen Daten handeln, und aus wissenschaftlicher Sicht ist Handeln dringend geboten, um die Zukunft eines der symbolträchtigsten Meereslebewesen zu sichern."

EU-Fischereikommissar Joe Borg ergänzte: „Unsere Empfehlungen zeigen, dass auch die Kommission den Zustand der Bestände von Rotem Thun für sehr bedenklich hält. Hierbei sind die neuesten wissenschaftlichen Daten von großer Bedeutung. Ich rufe alle 48 CITES-Unterzeichnerstaaten auf, ihre mehrjährigen Bestandserholungspläne auf der Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Empfehlungen zu überprüfen. Wenn die ICCAT ihrer Aufgabe gerecht wird und wir für die Einhaltung der Vorschriften sorgen können, lässt sich ein vollständiges Handelsverbot abwenden."

Bei der Vorbereitung des endgültigen Standpunkts der EU wird die Kommission eine Analyse der sozioökonomischen Auswirkungen vorlegen, die bei den einzelnen zu prüfenden Optionen zu erwarten sind.

Roter Thun

Der Rote Thun zählt zu den weit wandernden Arten und lebt im nördlichen Atlantik und in den angrenzenden Meeren, insbesondere im Mittelmeer. Die Befischung dieser Art ist in den Laichgründen (d. h. bei den östlichen Beständen im Mittelmeer und bei den westlichen Beständen im Golf von Mexiko) besonders intensiv. Die größte Menge wird von den Mittelmeerländern gefangen. Die Fangtätigkeit stieg Mitte der 90er-Jahre erheblich an und erreichte 1996 mit einer gemeldeten Fangmenge von 50 000 Tonnen ihr Maximum. Der Löwenanteil der Aktivitäten entfällt derzeit auf die großen Ringwadenfischer, die ihre Fänge lebend zu Thunfischfarmen bringen, wo die Fische mehrere Monate lang gemästet werden, bevor sie geschlachtet und nach Japan ausgeführt werden. Etwa 80 % des im Mittelmeer gefangenen Roten Thuns wird nach Japan exportiert; 2007 belief sich diese Menge auf 30 000 Tonnen. Da Schätzungen zufolge große Mengen Roter Thun illegal, ungemeldet und unreguliert gefangen werden, ist davon auszugehen, dass das tatsächliche Fangvolumen höher ist als gemeldet. Durch die legale und die illegale Fangtätigkeit wurde diese Fischart in den letzten Jahrzehnten stark dezimiert, so dass sich ihr Erhaltungsstatus erheblich verschlechtert hat.

CITES

CITES, das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen, ist eine internationale Vereinbarung zwischen Regierungen. Es soll verhindern, dass der internationale Handel mit freilebenden Tieren und Pflanzen deren Überleben bedroht. Im Rahmen dieses Übereinkommens werden mehr als 30 000 Tier- und Pflanzenarten in abgestufter Weise geschützt. Beim CITES-Übereinkommen wird der internationale Handel mit ausgewählten Tier- und Pflanzenarten bestimmten Kontrollen unterworfen. So unterliegen Einfuhr, Ausfuhr, Wiedereinfuhr und Einbringung der unter das Übereinkommen fallenden Arten aus dem Meer der Genehmigung. Die unter das CITES-Übereinkommen fallenden Arten sind je nach Schutzbedarf in drei unterschiedlichen Anhängen aufgeführt.

ICCAT

S eit 1969 werden die Bestände an Rotem Thun im Rahmen der Internationalen Kommission zur Erhaltung der Thunfischbestände im Atlantik (ICCAT) bewirtschaftet. Der Organisation gehören 48 Vertragsparteien, einschließlich der EU, an. In den letzten Jahren hat sich die EU für die Verbesserung der Bewirtschaftungs- und Bestanderhaltungsregelung im Rahmen von ICCAT eingesetzt. In der jährlichen ICCAT-Sitzung vom November 2008 wurde ein überarbeiteter mehrjähriger Bestandserhaltungsplan beschlossen, der u. a. eine Verringerung der Gesamtfangmengen, die Verkürzung der Fangsaison, neue Kontroll- und Rechtsdurchsetzungsverfahren sowie den Start eines Programms zum Kapazitätsabbau beinhaltet. Die nächste Sitzung findet vom 6.-15. November 2009 in der brasilianischen Stadt Recife statt.

Weitere Informationen zu CITES unter: http://www.cites.org/


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