Navigation path

Left navigation

Additional tools

Fischerei: Kommission schlägt Fangmöglichkeiten für die Ostsee für 2010 vor

European Commission - IP/09/1274   03/09/2009

Other available languages: EN FR DA SV FI ET LT LV PL

IP/09/1274

Brüssel, den 3. September 2009

Fischerei: Kommission schlägt Fangmöglichkeiten für die Ostsee für 2010 vor

Die Europäische Kommission hat gestern ihren Vorschlag für die Fangmöglichkeiten für bestimmte Fischbestände in der Ostsee für das Jahr 2010 vorgelegt. Wissenschaftliche Gutachten haben gezeigt, dass sich die Dorschbestände erholen, während die Lage des westlichen Heringsbestands weiterhin Anlass zu ernster Besorgnis gibt. Gestützt auf die Gutachten und im Einklang mit der Mitteilung über die Fangmöglichkeiten für 2010 sowie dem mehrjährigen Bestandserholungsplan für Dorsch in der Ostsee schlägt die Kommission vor, die Fangmöglichkeiten für Dorsch in der Ostsee um 15 % (östlicher Bestand) bzw. 9 % (westlicher Bestand) anzuheben. Für den Heringsbestand in der westlichen Ostsee schlägt die Kommission vor, die Fangmöglichkeiten um 21 % zu reduzieren. Der vorliegende Vorschlag wird auf der Tagung des Rates „Fischerei“ im Oktober erörtert werden.

Der für maritime Angelegenheiten und Fischerei zuständige Kommissar Joe Borg erklärte: „Die positive Entwicklung beim Ostseedorsch stimmt uns zuversichtlich, dass unser Bestandsauffüllungsplan Wirkung zeigt. Durch strenge Anwendung des Plans haben wir die Voraussetzungen für die Erholung des Ostseedorsches geschaffen; wir müssen auch in guten Jahren streng auf seine Einhaltung achten und erforderlichenfalls ergänzende Maßnahmen einführen. Die Rückwürfe waren in der Ostsee bisher eher gering, aber es gibt Anzeichen dafür, dass sie zunehmen. Gemäß dem Standpunkt der Kommission in Bezug auf Rückwürfe schlagen wir deshalb für nächstes Jahr ein Verbot der Praxis der Fangaufwertung vor.

Der Heringsbestand ist über einen längeren Zeitraum stark geschrumpft, was sich auch daran zeigt, dass die neuen Jahresklassen weiter zurückgehen und nur noch einem Viertel des früher üblichen Volumens entsprechen. Wir müssen die Fangmöglichkeiten erheblich zurückschrauben, um der Überfischung dieses Bestands Einhalt zu gebieten und die niedrigen Rekrutierungsraten auszugleichen.“

Die Vorschläge der Kommission stützen sich auf das jüngste Gutachten des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) und auf die Stellungnahme des Wissenschafts-, Technik- und Wirtschaftsausschusses für die Fischerei (STECF) der Kommission sowie auf die Beiträge von Interessengruppen, insbesondere des Regionalbeirates für die Ostsee.

Dorschbestände

Die Kommission schlägt vor, die zulässige Gesamtfangmengen (TAC) für EU-Schiffe für Dorsch in der östlichen Ostsee um 15 %, d. h. von 44 580 Tonnen auf 51 267 Tonnen, und die TAC für Dorsch in der westlichen Ostsee um 9 %, d. h. von 16 337 Tonnen auf 17 700 Tonnen , anzuheben. Der östliche Dorschbestand ist, auch aufgrund einer strengeren Anwendung des Mehrjahresplans, weiterhin gut nachgewachsen. Auch der westliche Bestand erholt sich langsam, nachdem er einige Jahre lang kaum nachgewachsen war und der Wiederauffüllungsplan nur bedingt eingehalten wurde. Die vorgeschlagenen Anhebungen der TAC stehen im Einklang mit dem Mehrjahresplan, der darauf abzielt, die fischereiliche Sterblichkeit auf ein langfristig nachhaltiges Niveau zu reduzieren.

Hering

Der westliche Heringsbestand ist weiter zurückgegangen, nachdem 2009 eine TAC festgesetzt wurde, die deutlich über den wissenschaftlichen Empfehlungen lag. Die Größe des jüngsten Nachwuchsjahrgangs entspricht lediglich einem Viertel des langjährigen Durchschnittswertes. Der Bestand überschneidet sich mit dem Heringsbestand in der Nordsee, der ebenfalls niedrige Rekrutierungsraten zu verzeichnen hat. Daher müssen diese beiden Bestände nach einer gemeinsamen Strategie bewirtschaftet werden.

Unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage des Fischereisektors schlägt die Kommission vor, die TAC für den Heringsbestand in der westlichen Ostsee um 21 % - von 27 176 Tonnen auf 21 469 Tonnen – zu senken. Auch andere pelagische Bestände wachsen nur unzureichend nach, sodass die TAC gesenkt werden müssen. Die Kommission schlägt deshalb vor, die Fangmöglichkeiten für den Heringsbestand in der mittleren Ostsee um 15 % (von 143 609 Tonnen auf 122 068 Tonnen) und die Fangmöglichkeiten für Sprotte um ebenfalls 15 % (von 399 953 Tonnen auf 339 960 Tonnen) zu senken.

Lachs

Da die Zahl der Junglachse im Meer rückläufig ist und sich einige der Bestände in den Flüssen infolge der Fischerei auf gemischte Bestände im Hauptbecken in einem schlechten Zustand befinden, wurde die TAC im Hauptbecken um 15 % reduziert. Für den Finnischen Meerbusen wurde keine TAC-Reduzierung vorgeschlagen, weil die Problemursachen in diesem Gebiet vor allem mit Hilfe einzelstaatlicher Bewirtschaftungsmaßnahmen in Binnengewässern gelöst werden müssen. Die Kommission wird das Problem mit den betroffenen Mitgliedstaaten im Rahmen de s künftigen Bewirtschaftungsplans für Lachs in der Ostsee ansprechen, der sich in Vorbereitung befindet.

Nützlicher Link:

Karte: Dorschbestände in der Ostsee:

http://ec.europa.eu/fisheries/press_corner/press/map_baltic_en.pdf


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website