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Fusionskontrolle: Kommission leitet eingehende Untersuchung der geplanten Übernahme von Sun Microsystems durch Oracle ein

Commission Européenne - IP/09/1271   03/09/2009

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IP/09/1271

Brüssel, 3. September 2009

Fusionskontrolle: Kommission leitet eingehende Untersuchung der geplanten Übernahme von Sun Microsystems durch Oracle ein

Die Europäische Kommission hat auf der Grundlage der EU‑Fusionskontrollverordnung eine eingehende Untersuchung der geplanten Übernahme des US-amerikanischen Hard- und Softwarevertreibers Sun Microsystems durch das US-amerikanische Unternehmen Oracle Corporation eingeleitet, das im Bereich Datenbank- und Anwendungssoftware tätig ist. Nach einer ersten Prüfung bestehen erhebliche Bedenken hinsichtlich der Vereinbarkeit der geplanten Übernahme mit dem Gemeinsamen Markt, da das Vorhaben auf dem Markt für Datenbanken wettbewerbsrechtliche Probleme aufwirft. Die Untersuchung wird ergebnisoffen geführt. Die Kommission muss nun innerhalb von 90 Arbeitstagen (bis zum 19. Januar 2010) abschließend entscheiden, ob durch diesen Zusammenschluss der wirksame Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) bzw. in einem wesentlichen Teil desselben erheblich beeinträchtigt würde.

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte: „Wenn das weltweit führende Unternehmen im Bereich proprietäre Datenbanken (proprietary databases) das weltweit führende Unternehmen im Bereich Open-Source-Datenbanken (open source databases) zu übernehmen gedenkt, muss die Kommission die Auswirkungen auf den Wettbewerb in Europa äußerst sorgfältig prüfen. Insbesondere muss sie sicherstellen, dass die Kunden nach der Übernahme nicht mit einem geringeren Angebot oder höheren Preisen konfrontiert werden. Datenbanken sind ein wesentliches Element der IT-Systeme von Unternehmen. In der derzeitigen Wirtschaftslage streben alle Unternehmen nach kostengünstigen IT-Lösungen und so stellen Systeme, die auf Open-Source-Software basieren, zunehmend eine wirtschaftliche Alternative zu proprietärer Software dar. Die Kommission muss gewährleisten, dass solche Alternativen vorhanden bleiben.“

Oracle ist in folgenden Geschäftsbereichen tätig: Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Unternehmenssoftware, einschließlich Middleware (d. h. Software, die zwischen Anwendungen vermittelt), Datenbanksoftware und Anwendungssoftware für Unternehmen sowie damit verbundene Dienste.

Sun bietet Recheninfrastruktur, einschließlich Server- und Speicherlösungen, sowie Middleware und Datenbanksoftware an.

Die geplante Übernahme würde zwei bedeutende Wettbewerber auf dem Markt für Datenbanken zusammenführen. Der Markt für Datenbanken ist stark konzentriert; so kontrollieren die drei Hauptwettbewerber im Bereich proprietäre Datenbanken, Oracle, IBM und Microsoft, – was die Einnahmen anbelangt – etwa 85 % dieses Marktes. Oracle ist Marktführer bei proprietären Datenbanken, während die MySQL-Datenbank von Sun die weltweit führende Open-Source-Datenbank ist.

Die vorläufige Untersuchung der Kommission hat ergeben, dass die Oracle-Datenbanken und die MySQL-Datenbank von Sun in vielen Sektoren des Datenbankmarktes in direktem Wettbewerb miteinander stehen und allgemein erwartet wird, dass die MySQL mit zunehmender Funktionsfähigkeit einen immer größeren Wettbewerbsdruck auslöst. Bei der Prüfung der Kommission wurde ferner deutlich, dass auch der Open-Source-Charakter der MySQL-Datenbank von Sun die möglichen wettbewerbswidrigen Auswirkungen nicht völlig beheben kann. Bei ihrer eingehenden Untersuchung wird die Kommission daher auf eine Reihe von Sachverhalten eingehen, z. B. welche Anreize Oracle hat, die MySQL als Open-Source-Datenbank weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen zu dieser Übernahme finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/competition/mergers/cases/index/m110.html#m_5529


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