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Territorialer Zusammenhalt: EU-Kommissar Samecki bindet Wissenschaft in Diskussion ein

European Commission - IP/09/1251   25/08/2009

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IP/09/1251

Brüssel, 2 5. August 2009

Territorialer Zusammenhalt: EU-Kommissar Samecki bindet Wissenschaft in Diskussion ein

Paweł Samecki, EU-Kommissar für Regionalpolitik, spricht morgen (26. August) im polnischen Lodz auf dem Europäischen Kongress der Reg ional Science Association. „Territorialer Zusammenhalt in Europa und integrative Planung“ lautet das zentrale Thema der Veranstaltung, auf der die Meinung der Wissenschaft im Rahmen einer EU-weiten Diskussion zu territorialem Zusammenhalt und der künftigen europäischen Kohäsionspolitik gefragt ist.

EU-Kommissar Samecki vor der Veranstaltung: „In der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise brauchen wir flexible Strategien. Die heutigen Herausforderungen sprengen die traditionellen Grenzen der Verwaltung. Wir müssen uns auf lokale Lösungen und neue Formen der Zusammenarbeit konzentrieren, die die Auswirkungen unserer Politik im ganzen Gebiet berücksichtigen. Außerdem müssen wir die Gemeinschaftsstrategien besser koordinieren.“

Diskussion zum territorialen Zusammenhalt

Die gegenwärtige Debatte zum territorialen Zusammenhalt begann im Oktober 2008 nach der Veröffentlichung des Grünbuchs zum selben Thema ( IP/08/1460 ). Ziel ist ein gemeinsames Verständnis dieses Konzepts, das im Vertrag von Lissabon neben dem sozialen und dem wirtschaftlichen Zusammenhalt als dritte Dimension der Kohäsionspolitik anerkannt wird. Eine Zusammenfassung der Diskussionsbeiträge wurde von der Kommission als Teil des Sechsten Zwischenberichts über den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt (veröffentlicht am 25. Juni) angenommen.

Mit dem territorialen Zusammenhalt sollen die Stärken aller Regionen Europas besser genutzt werden, so dass sie zur Wettbewerbsfähigkeit Europas insgesamt beitragen können. Dazu muss die Zusammenarbeit zwischen den Regionen und den Mitgliedstaaten (also auf grenzübergreifender, transnationaler und interregionaler Ebene) stärker betont und die Verbindung zwischen der Regionalpolitik und anderen Gemeinschaftsstrategien, die zum territorialen Zusammenhalt beitragen (Umwelt, Verkehr, ländlicher Raum usw.), gestärkt werden. Territoriale Unterschiede, natürliche und geografische Nachteile, die negativen Folgen der Verstädterung und die ungleiche Verteilung von Reichtum und Bevölkerung bleiben auch weiterhin zentrale Themen für Europa.

Ein weiterer Schwerpunkt ist eine stärkere Verbindung zwischen der städtischen und der ländlichen Entwicklung. So sind beispielsweise in Leipzig die zuständigen Stadtplaner und die regionalen Behörden bestrebt, die negativen Auswirkungen der Zersiedelung zu vermeiden: Statt weitere Wohn- und Geschäftsbereiche um den Stadtkern anzusiedeln, darf der Stadtrand nur für Erholung, Freizeit, Tourismus, Landwirtschaft und große strategische Entwicklungen genutzt werden.

Makroregionaler Ansatz

Auf dem Kongress in Lodz wird die EU-Strategie für den Ostseeraum als gutes Beispiel für integrative Planung in Europa vorgestellt. Sie basiert auf einem eher strategischen und funktionellen Ansatz für die territoriale Zusammenarbeit. Im Zuge dieser neuen Strategie werden erstmals in Europa viele unterschiedliche Interessenträger aufgefordert, als „Makroregion“ die Gemeinschaftspolitik besser zu nutzen. Dank dieser neuen Maßnahmen können die Behörden die Herausforderungen wie Umweltschutz in und an der Ostsee, Zugang zu Verkehrsmitteln und sicherer Energieversorgung, ausgewogenere Wirtschaftsentwicklung und Zusammenarbeit mit den Nachbarländern, einschließlich Russland, effizienter meistern. Die Mitgliedstaaten haben die Kommission ersucht, bis Ende 2010 eine ähnliche makroregionale Strategie für das Donaubecken zu erarbeiten.

Hintergrund

Der Europäische Kongress der Regional Science Association ist das supranationale Gremium der regionalen Wissenschaftsverbände in Europa. Zu den Mitgliedern zählen Akademiker, Fachleute und Forscher für die Gebiete Raumwirtschaft und -planung, regionale und lokale Entwicklung und verwandte Bereiche. Der Kongress findet vom 25. bis zum 29. August statt. Neben EU‑Kommissar Samecki werden auch Staatssekretärin Hanna Jahns aus dem polnischen Ministerium für Regionalentwicklung sowie die Professoren Andreas Faludi (Technische Universität Delft, Niederlande) und Gilles Duranton (Universität von Toronto) das Wort ergreifen.

Zukunft der Kohäsionspolitik

Am 25. September organisiert die Europäische Kommission in Brüssel ein Seminar zu territorialer Zusammenarbeit und territorialem Zusammenhalt, um beim Follow-up für das Grünbuch zum territorialen Zusammenhalt Bilanz zu ziehen. Darüber hinaus wird im Oktober eine hochrangige Reflexionsgruppe zur Zukunft der Kohäsionspolitik eingerichtet, um ein informelles Forum für Diskussionen zwischen der Kommission und politischen Entscheidungsträgern in den Mitgliedstaaten zu schaffen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://www.ersa.org/ersa-congress/

http://ec.europa.eu/regional_policy/policy/future/index_de.htm


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