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Letzter Appell zur freiwilligen Einführung eines neuen Fahrzeugsicherheitssystems

Commission Européenne - IP/09/1245   21/08/2009

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IP/09/1245

Brüssel, den 21. August 2009

Letzter Appell zur freiwilligen Einführung eines neuen Fahrzeugsicherheitssystems

Die Europäische Kommission hat heute einen letzten Appell an alle EU-Mitgliedstaaten gerichtet, die freiwillige Einführung der neuen bordeigenen Kommunikationstechnologie „eCall“ zu beschleunigen, die jährlich 2500 Menschenleben retten könnte. Das eCall-System ruft bei einem schweren Autounfall automatisch die einheitliche europäische Notrufnummer 112 an und übermittelt den Standort an die nächstgelegene Notrufzentrale. Damit lassen sich die Reaktionszeiten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte halbieren, Folgen von Verletzungen mildern und das Leben von Personen retten, die nicht wissen, wo sie sich befinden, oder diese Angaben nicht weitergeben können. Zurzeit erfolgt die Einführung von eCall durch Behörden, Fahrzeughersteller und Mobilfunkbetreiber auf freiwilliger Basis. Bislang ist das System noch in keinem EU-Mitgliedstaat in Betrieb. In einem heute vorgelegten Strategiedokument weist die Kommission vorsorglich darauf hin, dass sie für den Fall, dass die Einführung des Systems bis Ende 2009 keine wesentlichen Fortschritte macht, Rechtsvorschriften vorschlagen wird, mit denen diese lebensrettende Technik in ganz Europa verfügbar gemacht wird. Im Jahr 2008 ereigneten sich in Europa über 1,2 Millionen Verkehrsunfälle, bei denen rund 39 000 Menschen ums Leben kamen und 1,7 Millionen Personen verletzt wurden.

„Es passieren noch immer zu viele tödliche Unfälle auf europäischen Straßen. Jede Woche höre ich von Verkehrsunfällen, bei denen eCall geholfen hätte. Jetzt ist es Zeit, dass die Mitgliedstaaten und die Industrie ihren Worten Taten folgen lassen“, sagte die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. „Auf EU-Ebene haben wir, insbesondere dank der anhaltenden Unterstützung des Europäischen Parlaments, unsere Hausaufgaben gemacht: Alle nötigen grundlegenden Normen, die die Nutzung von eCall ermöglichen, sind vorhanden. Die Europäer sollten auf ein System, das Leben retten kann, nicht länger warten müssen, nur weil ihre Regierungen nicht tätig werden. Ich möchte schon im nächsten Jahr die ersten mit eCall ausgerüsteten Autos auf unseren Straßen sehen. Wenn die eCall-Einführung nicht schneller vorankommt, steht die Kommission bereit, klare Regeln vorzugeben, um Regierungen, Industrie und Rettungsdienste zum Handeln zu verpflichten.“

Die Kommission hat heute eine Strategie vorgelegt, die beginnend im nächsten Jahr die Einführung eines europaweiten erschwinglichen Auto-Notrufsystems in allen Neufahrzeugen bis 2014 vorsieht. Das eCall-System wird automatisch ausgelöst, wenn die Insassen dazu nicht in der Lage sind. Dank schnellerer Hilfeleistung könnte es bei flächendeckender Einführung bis zu 2500 Menschenleben im Jahr in der EU retten und auch die Zahl der Schwerverletzten um 10 bis 15 % senken. Die von der Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen würden gewährleisten, dass eCall in allen EU-Mitgliedstaaten und in Fahrzeugen aller Marken und Herkunftsländer funktioniert.

Voraussetzung für die Einführung von eCall ist die umfassende Mitarbeit der Fahrzeugindustrie und der Telekommunikationsbranche, ebenso der nationalen Verwaltungen in allen EU-Mitgliedstaaten, die dafür sorgen müssen, dass ihre Rettungsdienste eCall-Notrufe entgegennehmen können.

Obschon die Technologie zur Verfügung steht und gemeinsame EU-weite Normen von der Industrie vereinbart wurden, sind sechs EU-Mitgliedstaaten (Dänemark, Frankreich, Irland, Lettland, Malta und das Vereinigte Königreich) aufgrund von Kostenbedenken noch immer nicht bereit, sich dafür zu engagieren.

Die Vorbereitung der Telefonnetze und der Rettungsdienste auf die Einführung von eCall in Fahrzeugen in ganz Europa hat die volle Unterstützung des Europäischen Parlaments und von 15 EU-Mitgliedstaaten, die die Absichtserklärung zu eCall unterzeichnet haben (Deutschland, Estland, Finnland, Griechenland, Italien, Litauen, die Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik und Zypern) sowie von drei weiteren europäischen Ländern (Island, Norwegen und die Schweiz).

Sechs weitere Länder (Belgien, Bulgarien, Luxemburg, Polen, Rumänien und Ungarn) unterstützen eCall und sind bereit, die Vereinbarung zu gegebener Zeit zu unterzeichnen.

Bevor eCall europaweit eingesetzt werden kann, müssen die EU-Mitgliedstaaten gemeinsame Normen und Leitlinien für die harmonisierte Einführung des Systems vereinbaren und Erprobungen zur praktischen Umsetzung durchführen (Pilotprojekte wurden in einigen EU-Mitgliedstaaten gestartet, unter anderem in Deutschland, Finnland, Italien, den Niederlanden, Österreich und der Tschechischen Republik). Mit ihrem Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation kann die Kommission solche Pilotprojekte finanziell unterstützen, ebenso Kampagnen, mit denen die Öffentlichkeit über die Funktion des Systems informiert wird.

Verkehrsunfälle kosten die EU-Wirtschaft mehr als 160 Mrd. Euro im Jahr. Die Ausrüstung aller PKW in der EU mit dem eCall-System könnte 26 Mrd. Euro jährlich einsparen. Dabei werden die Kosten des Systems auf weniger als 100 Euro je Fahrzeug geschätzt. Die Einführung dieser Technik wird nicht nur den Verbrauchern nutzen, sondern auch der Wirtschaft: Fahrzeugindustrie und Telekommunikations­branche können neue fortgeschrittene Anwendungen und Dienste anbieten (etwa digitale Fahrtenschreiber oder elektronische Mautsysteme), die auf eCall beruhen, das in allen Fahrzeugen installiert sein wird und Satellitenortungstechnik verwendet.

Hintergrund

Die Kommission hatte ursprünglich dazu aufgerufen, eCall in ganz Europa bis 2009 freiwillig einzuführen (IP/05/134, IP/06/1720), doch hat sich dies wegen mangelnder Unterstützung durch eine Minderheit der EU-Mitgliedstaaten verzögert.

Die Kommission hat Arbeiten zu eCall durch projektgebundene Forschungsförderung unterstützt, um zu gewährleisten, dass die Technik grenzübergreifend funktioniert (E‑MERGE und GST-Rescue), sowie durch Unterstützung der industriellen Zusammenarbeit im Rahmen der Initiative eSafety. eCall ist eine der Prioritäten der Initiative „Intelligente Fahrzeugsysteme" und des Aktionsplans für intelligente Verkehrssysteme, die die Nutzung von Informations- und Kommunikations­technologien (IKT) zugunsten eines intelligenteren, sichereren und umweltfreundlicheren Straßenverkehrs fördern (IP/06/191).

In den letzten beiden Jahren hat die EU rund 160 Mio. Euro für die verkehrsbezogene IKT-Forschung in den Bereichen Sicherheitssysteme, intelligente Fahrzeugsysteme und Mobilitätsdienste aufgewendet.

Die heute vorgestellte Strategie der Kommission für ein EU-weites eCall-System und die von 15 EU-Mitgliedstaaten unterzeichnete gemeinsame Vereinbarung sind abrufbar unter:

http://ec.europa.eu/information_society/activities/esafety/ecall/index_en.htm

Weitere Informationen zu eCall, einschließlich eines Videofilms, sind hier abrufbar.

http://ec.europa.eu/information_society/newsroom/cf/news.cfm?item_type=library&item_subtype=audiovisual&tpa_id=144

Annex

Wie eCall funktioniert

European Countries that have signed the eCall Memorandum of Understanding

Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED


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