Navigation path

Left navigation

Additional tools

Ein wichtiger Beitrag zur Finanzstabilität: Europäischer Markt für Credit Default Swaps (CDS) wird sicherer

European Commission - IP/09/1215   31/07/2009

Other available languages: EN FR

IP/09/ 1215

Brüssel, den 31. Juli 2009

Ein wichtiger Beitrag zur Finanzstabilität: Europäischer Markt für Credit Default Swaps (CDS) wird sicherer

Ab heute unterliegen Credit Default Swaps (CDS) auf europäische Unternehmen und auf diesen basierten Indizes dem Clearing durch zentrale Gegenpartei-Clearingstellen (CCP), die in der EU nun reguliert sind. Dadurch wird die Finanzstabilität gestärkt, indem ein besseres Risikomanagement für europäische CDS gewährleistet wird. Auch wird auf den Aufruf von Kommissar McCreevy reagiert, der eine Reduzierung der auf diesem Markt vorhandenen Risiken forderte (siehe SPEECH/08/538 ). Bei den CDS handelt es sich um Finanzprodukte, die den Käufer gegen Verluste bei einem Kreditereignis (z.B. einem Ausfall) absichern sollen, die ein bestimmtes Unternehmen erleidet. Bislang wurden sie lediglich auf bilateraler Ebene zwischen dem Käufer und dem Verkäufer gemanagt.

Dazu Binnenmarkt- und Dienstleistungskommissar Charlie McCreevy: „Im Oktober 2008 habe ich die Branche aufgerufen, die dem Credit Default Swaps-Markt inhärenten Risiken zu mindern, indem insbesondere das Clearing dieser Kontrakte über eine zentrale europäische Gegenpartei-Clearingstelle (CCP) erfolgt. Die Finanzkrise hat eine Reihe von Problemen auf dem Credit Default Swaps-Markt zutage gebracht, insbesondere was die Transparenz, die Marktkonzentration und die Risikominderung betraf. Das Clearing über zentrale Gegenparteien ist für ein verbessertes Risikomanagement und eine größere Stabilität des Finanzsystems unabdingbar. Ich freue mich, dass es die außerordentlichen Anstrengungen der Branche sowie der Dienstleister möglich gemacht haben, dass zwei europäische CCP diese Produkte nun dem Clearing unterziehen können und eine dritte CCP Ende des Jahres ihre Dienste anbieten kann. Die Tatsache, dass mehr als eine CCP besteht und einsatzfähig ist, ist für die Entwicklung eines sicheren und wettbewerbsfähigen Umfelds von großer Bedeutung”.

Als Reaktion auf den Aufruf der Kommission zur Schaffung eines zentralen Clearing für Credit Default Swaps (CDS) verpflichteten sich zehn große Händler, CDS auf europäische Referenzunternehmen und auf diesen basierten Indizes ab dem 31. Juli 2009 dem Clearing durch eine oder mehrere in der Europäischen Union belegene und dort regulierte zentrale Gegenpartei-Clearingstellen (CCP) zu unterwerfen. Zur Überwachung der Einhaltung dieses Engagements hat die Kommission nun eine Arbeitsgruppe eingerichtet, in der die Händler, die Käuferseite (z.B. Banken, Versicherungsgesellschaften und Fonds), die CCP sowie die Aufsichtsbehörden vertreten sind.

Die Kommission begrüßt es, dass über die „International Swaps and Derivatives Association” (ISDA) die Händler die Standards entwickelt haben, die für ein zentrales Clearing europäischer CDS erforderlich sind. Dabei handelt es sich insbesondere um Standards für das sogenannte ‚restrukturierende Kreditereignis’, die im von der großen Mehrheit der Marktteilnehmer unterzeichneten ‚Small Bang’-Protokoll festgeschrieben sind. Auch erkennt die Kommission die beträchtlichen Anstrengungen an, die die CCP unternommen haben, um diese Standards umzusetzen und eine fristgerechte Lösung anzubieten. Zwei europäische CCP (ICE Clear und Eurex Clearing) haben bereits die erforderlichen aufsichtlichen Genehmigungen erhalten und bieten nun ihre Dienste an. Eine dritte CCP (LCH.Clearnet SA) dürfte Ende des Jahres folgen. Die Kommission hofft also, dass die Händler ab dem heutigen Tage ihrer Zusage nachkommen und die verfügbaren CCP für alle geeigneten Abschlüsse nutzen werden.

Die Kommission wird die Umstellung der CDS auf die CCP genau verfolgen und den Fortschritten Rechnung tragen, die die Marktteilnehmer bei den CDS erzielt haben. Sie werden in die Formulierung der politischen Leitlinien der Kommission für OTC-Derivate im Allgemeinen einfließen. Wie in ihrer Mitteilung „Gewährleistung effizienter, sicherer und solider Derivatemärkte“ vom 3. Juli angekündigt (siehe IP/09/1083 ), will die Kommission diese politischen Leitlinien bis Ende Oktober 2009 veröffentlichen. Zu diesem Zweck führt die Kommission derzeit eine öffentliche Konsultation durch und wird am 25. September 2009 eine Konferenz mit hochrangigen Teilnehmern zu dem Thema „Derivate in der Krise - Wie die Finanzstabilität gewahrt werden kann" anberaumen.

Da die CCP eine wichtige Nachhandels-Infrastrukur darstellen, sind hohe Aufsichtsstandards von ganz besonderer Bedeutung, will man sicherstellen, dass die CCP über angemessene Risikomanagementverfahren verfügen. Um ihre Dienste jedoch EU-weit anbieten zu können, benötigten die zentralen Gegenpartei-Clearingstellen zahlreiche Überprüfungen und Genehmigungen. Unter Berücksichtigung der unlängst zwischen dem Ausschuss der europäischen Wertpapierregulierungsbehörden (CESR) und dem Europäischen Zentralbanksystem (ESZB) vereinbarten Empfehlungen 1 und mit Blick auf das ordnungsgemäße Funktionieren des Binnenmarkts wird die Kommission nun über Mittel und Wege nachdenken, wie diese Auflagen im Sinne der in ihrer Mitteilung „Europäische Finanzaufsicht“ (siehe IP/09/836 ) vom 27. Mai genannten Orientierungen erleichtert werden können.

Hintergrund

Beim Clearing handelt es sich um einen Prozess, bei dem die aus einer Finanzsicherheit entstehenden Verpflichtungen während der Laufzeit des Kontrakts gemanagt werden. Bislang werden Credit Default Swap- (CDS)-Abschlüsse – wie die meisten Over-the-Counter-(OTC)-Finanzderivate – hauptsächlich bilateral zwischen zwei Vertragsparteien dem Clearing unterzogen. Eine zentrale Gegenpartei-Clearingstelle („Central Counterparty”/ CCP) ist ein Dienstleister, der ein für den Markt zentrales Clearing vornimmt. Die CCP steht im Mittelpunkt jedes Geschäfts, d.h. sie ist der Käufer für jeden Verkäufer und der Verkäufer für jeden Käufer. Aus dieser zentralen Position heraus hat die CCP vor allem zur Aufgabe, das auf dem Markt vorhandene Risiko zu managen.

Weitere Informationen sind abrufbar unter:

http://ec.europa.eu/internal_market/financial-markets/derivatives/index_en.htm

1 :

http://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2009/html/pr090623.en.html


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website