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IP/09/ 1205

Brüssel, den 30. Juli 2009

Wissenschaftliche Partnerschaft EU-Afrikanische Union: 63 Millionen EUR für die Forschungs­förderung in Afrika

Die Europäische Kommission hat heute eine Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen veröffentlicht, deren Gegenstand ausschließlich die Forschung in Afrika ist. Afrika steht im Hinblick auf seine Entwicklung weiterhin vor ernsten Herausforderungen, zur deren Bewältigung die Forschung beitragen kann. Diese besondere Initiative zugunsten Afrikas stellt auf einige der wissenschaftlichen und technologischen Ziele ab, die Teil der strategischen Partnerschaft EU-Afrika sind. Vereinbart wurde die Partnerschaft zwischen der Europäischen Kommission und der Kommission der Afrikanischen Union im Dezember 2007. Bis zu 63 Millionen EUR sind 2010 für Forschungsprojekte zur Verbesserung der Gesundheits­bedingungen, der Wasserversorgungs- und der Ernährungssicherheit in Afrika bestimmt. An den geförderten Forschungsaktivitäten sollen afrikanische Forscher beteiligt werden, u m die Forschungsgrundlagen Afrikas zu stärken.

Der für Wissenschaft und Forschung zuständige EU-Kommissar Janez Potočnik sagte hierzu: „ Mit dieser „Afrika-Aufforderung“ lassen wir Worten Taten folgen . Die strategische Partnerschaft EU-Afrika nutzt das Potenzial von Wissenschaft und Technologie, um den Herausforderungen Afrikas in den Bereichen Wasser, Ernährungssicherheit und Gesundheit zu begegnen. In ihrem Rahmen arbeiten Forscher aus Europa und Afrika im wahren Geist dieser Partnerschaft zusammen. Wir arbeiten nicht nur für, sondern mit Afrika“.

Förderung der Zusammenarbeit zwischen komplementären Forschungs­gebieten

Diese Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen ist die erste Forschungsinitiative des EU-Forschungsrahmenprogramms (RP7), die zur Gänze Afrika gewidmet ist. In ihr werden mehrere Förderthemen des RP7 zusammengeführt: Gesundheit (39 Mio. EUR), Umwelt (17,5 Mio. EUR), Ernährung, Landwirtschaft, Fischerei und Biotechnologie (6,5 Mio. EUR). Die ausgewählten Projekte betreffen diese vielfältigen wissenschaftlichen und technologischen Forschungsgebiete und berücksichtigen auch umfassendere sozioökonomische Faktoren wie Migration, Umsiedelung, Urbanisierung, Gesundheitssysteme, schwankende Nahrungsmittel- und Energiepreise usw.

Zwei Hauptanliegen: „Wasserversorgungs- und Ernährungssicherheit“ und „bessere Gesundheit für Afrika“

Die Gliederung der „Afrika-Aufforderung“ folgt den beiden Hauptanliegen:

  • „Wasserversorgungs- und Ernährungssicherheit“: Die ausgewählten Projekte sollen sowohl für sicheres Trinkwasser als auch für gute sanitäre und hygienische Verhältnisse sorgen. Sie sollen die Landwirtschaft neu beleben, nachhaltigere Produktionssysteme fördern und die Ernährungssicherheit gewährleisten. Außerdem sollen angesichts der Tatsache, dass Afrika den Folgen des Klimawandels besonders ausgesetzt ist, Frühwarn- und Vorhersagesysteme eingeführt werden, um Risiken wie Dürren oder vektorübertragenen Krankheiten vorzubeugen.

  • „Bessere Gesundheit für Afrika“: Im Mittelpunkt der ausgewählten Projekte stehen die Verringerung der durch die Malaria bedingten Belastungen, die Verbesserung der Frühdiagnose und Behandlung der häufigsten infektionsbedingten Krebsarten sowie der Gesundheit von Müttern und Neugeborenen, die Bewertung der Gesundheit von Migranten und Lösungen für den Mangel an Mitarbeitern im Gesundheitswesen.

Verbundforschung und Aufbau von Kapazitäten

An allen Projekten werden lokale Akteure mitwirken. Je nach Projekt müssen mindestens zwei oder drei Partner ihren Sitz in einem Land Afrikas haben. Die ausgewählten Projekte werden den Aufbau von Kapazitäten durch die Förderung der akademischen Forschung und Ausbildung, die Gründung von Netzen und die Schaffung nachhaltiger Kapazitäten für die Gesundheitsforschung unterstützen.

Informationstag am 18. September 2009

EU-Kommissar Potočnik und ein Vertreter der Afrikanischen Union werden den Informationstag zur „Afrika-Aufforderung“ eröffnen. Auf ihm werden laufende Aktivitäten zugunsten Afrikas und Pläne für die Forschung im Rahmen der strategischen Partnerschaft EU-Afrika vorgestellt.

Hintergrund

Die Europäische Kommission und die Kommission der Afrikanischen Union (AUC), die 53 afrikanische Staaten vertritt, vereinbarten anlässlich des EU/AU-Gipfels in Lissabon im Dezember 2007 eine strategische Partnerschaft zwischen Afrika und der EU. Es wurden 8 thematische Partnerschaften festgelegt. Gegenstand der achten Partnerschaft sind die Wissenschaft, Informationsgesellschaft und Raumfahrt. Im Rahmen dieser 8. Partnerschaft wurden von der Afrikanischen Union bereits 19 vorrangige „Leuchtturm“-Projekte ermittelt und entwickelt. Die Aufforderung betrifft einige der ersten Arbeitsergebnisse, die in diesen Projektbereichen erzielt werden sollen. Die Partnerschaft besteht nicht nur zwischen der Europäischen Kommission und der AUC, sondern auch zwischen den 27 Mitgliedstsaaten des europäischen und den 53 Mitgliedstaaten des afrikanischen Kontinents und soll einen Rahmen für die koordinierte Forschungsförderung und ‑durchführung bieten.

Weitere Informationen

- zur Afrika-Aufforderung:

http://cordis.europa.eu/fp7/dc/index.cfm?fuseaction=UserSite.FP7DetailsCallPage&call_id=268

- zum Informationstag:

http://circa.europa.eu/Public/irc/rtd/rtdafr2010call/library

- zur Partnerschaft EU-Afrika:

http://africa-eu-partnership.org/au-eu/pages/templates/home.jsp?subkey=1&locale=en

Zur Umsetzung der Partnerschaft für Wissenschaft, Informationsgesellschaft und Raumfahrt siehe außerdem IP/08/1442 und MEMO/08/602 .


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