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IP/09/1201

Brüssel, den 29. Juli 2009

Die meisten EU-Bürger achten beim Kauf von Produkten auch auf deren Umweltauswirkungen

Vier von fünf EU-Bürgern erklären, dass sie beim Kauf auch auf die Umweltauswirkungen achten. Dies hat eine heute veröffentlichte Eurobarometer-Umfrage ergeben. Am höchsten war das Umweltbewusstsein in Griechenland, wo mehr als 90 % der Befragten erklärten, dass die Auswirkungen eines Produkts auf die Umwelt einen wichtigen Aspekt ihrer Kaufentscheidung darstellen. In derselben Umfrage waren die Befragten zu gleichen Teilen unterschiedlicher Meinung, was die Behauptungen der Hersteller zur Umweltfreundlichkeit ihrer Produkte anbelangt; beinahe die Hälfte war der Ansicht, dass eine Kombination aus höheren Steuern auf umweltschädliche und Steuerermäßigungen für umweltfreundliche Produkte am ehesten zur Verwendung ökologisch nachhaltiger Produkte beitragen würde. Ebenso gab es weitgehende Zustimmung für die Unterstützung umweltfreundlicher Produkte durch die Einzelhändler und für eine verbindliche CO2-Kennzeichnung.

Hierzu erklärte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas: „Der Klimawandel muss mit allen verfügbaren Mitteln bekämpft werden, und jeder muss seinen Beitrag dazu leisten. Hier sind nicht nur Unternehmen und Regierungen gefordert, auch die Verbraucher spielen eine wichtige Rolle. Durch den Kauf umwelt- und klimaschonender Produkte sendet der Kunde die richtigen Signale an die Hersteller, die ihrerseits durch die Herstellung umweltfreundlicherer Produkte reagieren."

Auswirkungen von Produkten auf die Umwelt sind wichtig

In der heute veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage zur Einstellung der EU-Bürger zur Nachhaltigkeit bei Herstellung und Verbrauch erklärte die überwiegende Mehrzahl der EU-Bürger (83 %), die Auswirkungen eines Produkts seien ein wichtiger Aspekt ihrer Kaufentscheidung. Dabei sind die Griechen mit 92 % Zustimmung am ehesten bereit, Umweltaspekte beim Kauf zu berücksichtigen, wogegen dieses Argument bei den Tschechen am wenigsten im Vordergrund steht (62%).

Unterschiedliche Meinungen zu den Angaben der Unternehmen über die Umwelteigenschaften ihrer Produkte

Die Behauptungen der Unternehmen zu den Umwelteigenschaften ihrer Produkte wurde von einer etwa gleich großen Zahl der Befragen für glaubwürdig (49 %) oder für unglaubwürdig (48 %) gehalten. Die Holländer waren am ehesten (78 %) und die Bulgaren am wenigsten (26 %) bereit, entsprechenden Behauptungen Glauben zu schenken.

Höhere Steuern auf umweltschädliche und niedrigere Steuern auf umweltfreundliche Produkte

Etwa 46 % der EU-Bürger betrachteten außerdem Steuererhöhungen für umweltschädliche und Steuersenkungen für umweltfreundliche Produkte als bestes Mittel zur Förderung umweltfreundlicher Produkte. Größte Zustimmung für eine solche Kombination fand sich bei den Briten, wogegen die Bürger Maltas wesentlich zurückhaltender waren (28%) und sich eher für Steuersenkungen nur bei umweltfreundlichen Produkten aussprachen.

Die Bedeutung des Einzelhandels bei der Förderung umweltfreundlicher Produkte

Die Befragten sprachen sich großteils dafür aus, dass der Einzelhandel umweltfreundliche Produkte fördert. Etwa die Hälfte der EU-Bürger (49 %) meinte, solche Produkte sollten in den Regalen besser sichtbar sein oder die Geschäfte sollten spezielle Abteilungen mit umweltfreundlichen Produkten einrichten. Ein Drittel (31 %) der EU-Bürger erklärte, die Einzelhändler könnten umweltfreundliche Produkte am besten fördern, indem sie die Verbraucher besser informieren.

Große Unterstützung für CO2-Kennzeichnung

Obwohl kaum die Hälfte der EU-Bürger erklärt, Umweltzeichen spielten eine wichtige Rolle bei ihren Kaufentscheidungen, und nur jeder Zehnte meint, die Gesamtmenge der von einem Produkt verursachten Treibhausgasemissionen sollte auf den Umweltzeichen angegeben sein, vertraten etwa 72 % der EU-Bürger die Auffassung, dass künftig für jedes Produkt die CO2-Kennzeichnung verbindlich vorgeschrieben sein sollte. Die Einstellungen zu dieser Frage waren aber von Land zu Land sehr unterschiedlich; am wenigsten Anklang fand dieser Vorschlag bei den Tschechen (47 %), wogegen sich die Griechen beinahe uneingeschränkt (90 %) für eine solche Maßnahme aussprachen.

Eine CO2-Kennzeichnung würde sämtliche Treibhausgase – einschließlich Kohlendioxid – aufzeigen, die von der Herstellung bis zur Entsorgung eines Produkts emittiert werden. Gegenwärtig gibt es noch keine entsprechende EU-weite Regelung, aber während der Tagung des Rates Umwelt im Dezember 2008 baten die Umweltminister die Kommission, die Einführung einer solchen Vorschrift zu prüfen.

Hintergrund: EU-Aktionsplan für Nachhaltigkeit in Verbrauch und Produktion

Im Juli 2008 hat die Kommission einen Aktionsplan mit Vorschlägen für mehr Nachhaltigkeit beim Verbrauch und bei der Produktion vorgelegt, der dazu beitragen wird, die Umweltmerkmale von Produkten zu verbessern und die Nachfrage nach umweltgerechteren Produkten und Produktionsverfahren zu erhöhen. Außerdem soll er die Wirtschaft in der EU zur Nutzung von Innovationschancen ermutigen.

Weitere Informationen

Internetseiten zur Nachhaltigkeit bei Verbrauch und Produktion:

http://ec.europa.eu/environment/eussd/escp_en.htm


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