Sélecteur de langues
Chemin de navigation
IP/09/117
Brüssel, den 23. Januar 2009
„Wir rechnen damit, dass die neue Partnerschaft zwischen den DEISA-Höchstleistungsrechendiensten und der europäischen Kernfusionsgemeinschaft erheblich dazu beiträgt, das Potenzial der Kernfusion als wirtschaftliche Energiequelle zu erschließen und die Rolle, die Europa dabei spielt, zu befördern. Das Projekt zeigt, wie die Zusammenführung der besten Wissenschaftler und Infrastrukturen der Wissenschaft Europas hilft, an der Spitze der weltweiten Forschung zu stehen“, erklärte die für Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. „Die langjährigen vertrauensvollen Beziehungen zwischen den meisten renommierten nationalen Höchstleistungsrechenzentren zahlen sich jetzt in Schlüsselbereichen der europäischen Forschung aus. Fortschritte bei der Erforschung der Fusionsenergie könnten uns der Antwort auf die Frage, wie der europäische Energiebedarf gedeckt werden kann, näher bringen.“
„Europäische Wissenschaftler, die auf dem Gebiet der Fusionsenergie tätig sind, nutzen die europäischen Höchstleistungsrechendienste bereits seit einigen Jahren. Grundlegend wichtige Simulationen können jetzt mit der vollen Leistung moderner Höchstleistungsrechner durchgeführt werden“, erklärte Dr. Hermann Lederer, Leiter der Abteilung Anwendungsunterstützung des deutschen Höchstleistungsrechenzentrums RZG (Rechenzentrum Garching).
„Großmaßstäbliche Simulationen der Kernfusion und der Eigenschaften von Werkstoffen mit Hilfe moderner Superrechner sind für die Konzipierung und Durchführung aktueller und künftiger Fusionsexperimente von grundlegender Bedeutung“, sagte Prof. Frank Jenko vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik.
Wissenschaftler arbeiten an der Erschließung des mit der Kernfusion verbundenen enormen Energiepotenzials, das den Energiebedarf der Welt decken könnte. An ITER, dem internationalen Projekt für die Demonstration der wissenschaftlichen und technischen Realisierbarkeit der Fusionsenergie, sind Wissenschaftler aus 25 Ländern Europas und der ganzen Welt beteiligt. Der Reaktor wird in Frankreich (Cadarache, Südfrankreich) gebaut.
Die Kommission gab heute bekannt, dass sie diesen Wissenschaftlern Zugang zu DEISA (Distributed European Infrastructure for Supercomputing Applications) gewähren wird. Dabei handelt es sich um den europäischen Verbund führender Höchstleistungsrechenzentren, die den Wissenschaftlern wichtige Höchstleistungsrechendienste bereitstellen und Simulationen im Zusammenhang mit der Kernfusion unterstützen werden. Simulationen mit Höchstleistungsrechnern spielen bei der Konstruktion von Fusionskraftwerken eine entscheidende Rolle und optimieren deren Leistung während des Betriebs.
Im Rahmen von DEISA werden zurzeit 12 der weltweit 100 leistungsstärksten Superrechner betrieben, womit den führenden Forschern Europas eine einheitliche und leicht zu nutzende Höchstleistungsrechnerumgebung zur Verfügung steht.
Im Rahmen des Forschungsprogramms der Europäischen Kommission werden Maßnahmen zur Optimierung der besten europäischen Forschungsinfrastrukturen und zur Entwicklung eines europaweiten Forschungsinteresses an der Förderung neuer Forschungsinfrastrukturen finanziert. Außerdem wird die Industrie beim Ausbau ihrer Wissensgrundlagen und ihres technischen Know-hows unterstützt.
Mehr Informationen über Forschungsinfrastrukturen können abgerufen werden unter:
http://cordis.europa.eu/fp7/ict/e-infrastructure/home_en.html
Die Europäische Kommission hat das Projekt DEISA im Rahmen der Forschungsprogramme 2002-2006 und 2007-2013 mit insgesamt 26 Mio. Euro gefördert. DEISA ist ein Verbund führender nationaler Höchstleistungsrechenzentren in Europa, der die Computerwissenschaften im Bereich des Höchstleistungsrechnens voranbringen soll. Der Verbund betreibt eine europaweite, komplexe Höchstleistungsrecheninfrastruktur. Mehr als 160 Forschungsinstitute und Hochschulen in Europa (sowie aus Nord- und Südamerika, Asien und Australien) nutzen DEISA.
ITER ist ein gemeinsames internationales Forschungsvorhaben, das zeigen soll, dass es physikalisch und technisch möglich ist, durch Kernfusion Energie zu gewinnen. Projektpartner sind die Europäische Union (vertreten durch EURATOM), Japan, China, Indien, die Republik Korea, Russland und die USA. Der Experimentalreaktor ITER wird in Südfrankreich (Cadarache) gebaut werden. Europa stellt fast die Hälfte der finanziellen und personellen Mittel und ist damit der führende Partner.