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IP/09/ 1155

Brüssel, 16. Juli 2009

EU‑Schnellwarnsystem RASFF wird 30 und ist so effizient wie noch nie

Das Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF), ein wichtiges EU‑Instrument zur Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit, wird dieses Jahr 30 und ist den Zahlen zufolge so effizient wie noch nie. Im heute veröffentlichten RASFF‑Jahresbericht für 2008 ist zu lesen, dass die Warnmeldungen im Vergleich zu 2007 um die Hälfte zurückgegangen sind. Die Gesamtzahl der Meldungen (etwa 7 000) blieb indes stabil. Das bedeutet also nicht, dass es 2008 weniger zu meldende Probleme gegeben hätte. Vielmehr zeigt sich, dass die RASFF-Mitglieder die Vorfälle heute genauer untersuchen und nur dann eine „Warnmeldung“ verschicken, wenn ein „ernstes“ Problem vorliegt und das Produkt bereits auf dem Markt ist. In solchen Fällen wird von den Mitgliedstaaten schnelles Handeln zur Senkung des Risikos erwartet. Im Jahr 2008 waren unter den insgesamt 3 000 Meldungen 528 Warnungen. Die Kommission erhielt darüber hinaus 4 000 Nachfolge­meldungen, die sie an alle Mitgliedstaaten weiterleitete.

Die EU‑Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou sagte hierzu auf der inter­nationalen RASFF-Konferenz „Keeping an Eye on Your Food“: „Das Schnellwarn­system für Lebens- und Futtermittel ist ein überaus wichtiges Instrument in unserem Bemühen, die Lebensmittelsicherheit in Europa zu gewährleisten. Über einen Zeit­raum von 30 Jahren hat es sich zu einem äußerst wertvollen Instrument entwickelt, das für den Austausch von Informationen – in Echtzeit – über Maßnahmen zur Gewährleistung der Lebens- und Futtermittelsicherheit eingesetzt wird. RASFF ist eine der Erfolgsgeschichten des integrierten EU‑Konzepts für die Lebensmittel­sicherheit; die Stärken von Kommunikation und Kooperation kommen hier voll zum Tragen.“

Lebensmittelsicherheit: einige sehr ernste Vorfälle

2008 kam es zu weiteren Bewährungsproben für das Warnsystem, als einige der schwerwiegendsten Vorfälle der vergangenen Jahre entdeckt wurden. Dazu zählte der Nachweis von Mineralöl in Sonnenblumenöl aus der Ukraine (39 betroffene Länder, 99 Nachfolgemeldungen), von Melamin in Lebensmitteln aus China (Vorfall von weltweitem Ausmaß, 84 RASFF-Meldungen und 101 Nachfolgemeldungen) und von Dioxinen in Schweinefleisch aus Irland (54 betroffene Länder und 230 Nach­folgemeldungen).

In all diesen Fällen half das RASFF bei der Koordinierung der Maßnahmen der Mit­gliedstaaten und trug dazu bei, die Auswirkungen der Kontaminierungen einzu­dämmen. Der weltweite Melamin-Fall war ein hervorragendes Beispiel für die gute Zusammenarbeit beim Informationsaustausch mit INFOSAN, dem internationalen Netz der Behörden für Lebensmittelsicherheit der Weltgesundheitsorganisation.

Einfuhren sicherer machen

Mehr als vier von zehn Meldungen im Jahr 2008 betrafen Erzeugnisse, die an der EU‑Grenze wegen eines Risikos für die Lebensmittelsicherheit abgewiesen wurden. In solchen Fällen informiert das RASFF das Drittland, aus dem das Erzeugnis kommt, damit sich der Vorfall nicht wiederholt. Im Jahr 2008 gingen 2 342 Informa­tionsmeldungen wegen gefährlicher Erzeugnisse an Drittländer. Bei schwer­wiegen­den und anhaltenden Problemen fordert die Kommission die Behörden des betref­fenden Drittlandes schriftlich zu Abhilfemaßnahmen auf, etwa zur Streichung der Unter­nehmen von der Liste zugelassener Betriebe, zur Unterbindung der Ausfuhr oder zur Verschärfung der Kontrollen.

Warnung, Information und Zurückweisung an der Grenze

Laut RASFF-Jahresbericht gingen 2008 insgesamt 528 Warnmeldungen und 1 138 Informationsmeldungen ein, und es kam zu 1 377 Zurückweisungen an der Grenze. Warnmeldungen werden gesendet, wenn die Lebens- bzw. Futtermittel, von denen eine Gefahr ausgeht, bereits auf dem Markt sind und Sofortmaßnahmen erforderlich sind. Im Jahr 2008 betraf die Mehrzahl (62 %) der Warnmeldungen Erzeugnisse mit Ursprung in der EU, und die meisten Probleme wurden bei Kontrollen auf dem Markt festgestellt. Am häufigsten waren potenziell krankheitserregende Mikroorganismen, Schwermetalle und Mykotoxine Gegenstand dieser Warnmeldungen.

Informationsmeldungen werden gesendet, wenn ein Problem zwar festgestellt wird, Maßnahmen durch einen anderen Mitgliedstaat aber noch nicht unmittelbar notwen­dig sind. 2008 betrafen die meisten Informationsmeldungen (54 %) Erzeugnisse aus Drittstaaten. In dieser Meldekategorie sind potenziell krankheitserregende Mikro­organismen, Pestizidrückstände und Zusatzstoffe die am häufigsten gemeldeten Risiken.

Im Jahr 2008 wurde eine neue Kategorie eingeführt: Zurückweisungen an der Grenze, die bis dahin in den Informationsmeldungen erfasst worden waren. Es handelt sich um Meldungen über Erzeugnisse, die nicht in die EU eingeführt werden dürfen und stattdessen unschädlich gemacht oder weitergeleitet werden. 56 % der Zurückweisungen an der Grenze betrafen Erzeugnisse, denen die Einfuhr wegen zu hoher Mykotoxinkonzentration verweigert wurde.

RASFF‑System in Aktion

Über das RASFF-System können Informationen schnell und wirksam zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission ausgetauscht werden, wenn in der Lebens- und Futtermittelkette ein Risiko für die menschliche Gesundheit festgestellt wird. Alle RASFF-Mitglieder (EU-27, Europäische Kommission, EFSA sowie Norwegen, Liech­tenstein und Island) gewährleisten rund um die Uhr, dass dringende Meldungen unverzüglich verschickt, empfangen und umgesetzt werden können. Dank des Warnsystems ließen sich viele Lebensmittelrisiken abwenden, bevor den Verbraucherinnen und Verbrauchern Schaden entstanden ist.

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/rasff

http://ec.europa.eu/food/food/rapidalert/report2008_en.pdf

MEMO/09/339


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