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IP/08/98

Brüssel, den 28. Januar 2008

Gemeinsame Erklärung der Europäischen Kommission und der Europäischen Zentralbank zur offiziellen Einführung der SEPA-Zahlungsinstrumente durch die EU-Banken (MEMO/08/51 + MEMO/08/52)

Heute wird der SEPA („Single Euro Payments Area“/ „Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum“) Wirklichkeit und die europäischen Banken werden das erste SEPA-Zahlungsinstrument für Überweisungen einführen. Dies ist der erste Schritt in einem Umstellungsprozess, in dem die Verbraucher in wenigen Jahren im Rahmen eines marktgesteuerten Prozesses von den bestehenden elektronischen Zahlungsinstrumenten auf die neuen SEPA-Instrumente umstellen werden. Der SEPA ist eine logische Folge zur Einführung des Euro und wird aufgrund eines wettbewerbsfähigeren und effizienteren Zahlungsverkehrsmarktes erhebliche Vorteile bringen.

Beim SEPA handelt es sich um den neuen einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum, der es den Bürgern ermöglicht, in der Eurozone bargeldlose Zahlungen ebenso rasch, sicher und problemlos vornehmen zu können wie in ihrem eigenen Land. Im SEPA werden alle Euro-Zahlungen als Inlandszahlungen behandelt und mit den gleichen Zahlungsinstrumenten vorgenommen. SEPA stellt somit eine natürliche Weiterentwicklung der Euro-Einführung und einen weiteren wichtigen Schritt zur vollständigen Ausschöpfung des Binnenmarktpotenzials für Europa dar. Die SEPA-Zahlungen können auch für Euro-Zahlungen innerhalb der EU, aber außerhalb der Eurozone, sowie in einer Reihe von Nachbarländern[1] genutzt werden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Europäische Kommission begrüßen den offiziellen Start von SEPA und erkennen die von den europäischen Banken unter Federführung des Europäischen Zahlungsverkehrsausschusses unternommenen umfangreichen Arbeiten zur Vorbereitung des SEPA an. Der heutige Tag stellt also eine wichtige Etappe im SEPA-Umstellungsprozess dar, denn heute wird das erste SEPA-Zahlungsinstrument für Überweisungen offiziell eingeführt. Aus technischen und rechtlichen Gründen wird die Einführung des SEPA-Zahlungsinstruments für Lastschriften zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, allerdings bis spätestens zum 1. November 2009. Für Kartenzahlungen gilt bereits seit dem 1. Januar 2008 der SEPA-Kartenzahlungsrahmen.

SEPA wird einen wichtigen Beitrag zur Lissabon-Agenda leisten. So wird er die Effizienz der EU-Zahlungsverkehrsmärkte verbessern und Innovationen stimulieren, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft gesteigert wird. Im öffentlichen Sektor könnte SEPA zur Förderung elektronischer Behördendienste („e-Government“) genutzt werden und so zur Effizienz der öffentlichen Dienstleistungen beitragen.

Wie aus zwei von der EZB[1] und der Europäischen Kommission[2] in Auftrag gegebenen Studien hervorgeht, wird SEPA große Vorteile schaffen. Aus der von der Kommission in Auftrag gegebenen Studie geht insbesondere hervor, dass sich die potenziellen Vorteile des SEPA allein auf den Zahlungsverkehrsmärkten in den nächsten sechs Jahren auf mehr als 123 Mrd. Euro und auf weitere 238 Mrd. Euro belaufen könnten, wenn SEPA als Plattform für die elektronische Rechnungstellung („E-Invoicing“) genutzt werden könnte.

Die beiden Studien legen ebenfalls dar, dass der SEPA-Umstellungsprozess eine Herausforderung sein wird, vor allem für die Banken. Der EZB-Studie zufolge können die Banken ihre Kosten erheblich senken, sehen sich aber einem verschärften Wettbewerb ausgesetzt. SEPA wird den Banken auch die Möglichkeit bieten, neue Dienstleistungen mit Mehrwert in Bezug auf die Zahlungsverkehrskette anzubieten. Deshalb rufen die EZB und die Europäische Kommission die Banken auf, ihren Rhythmus beim SEPA-Umstellungsprozess beizubehalten, so dass sich die Kunden rasch im Rahmen eines marktgesteuerten Prozesses auf die neuen Zahlungsinstrumente umstellen können und die Gebühren für doppelte Zahlungen (d.h. bestehende nationale Zahlungsinstrumente zuzüglich der neuen SEPA-Standards) so gering wie möglich gehalten werden. Dies macht auch die rasche Einführung des neuen SEPA-Zahlungsinstruments für Lastschriften und die vollständige Annahme des SEPA-Kartenzahlungsrahmens durch alle Beteiligten unabdingbar. Als starke Nutzer der Zahlungsinstrumente dürften die Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen in hohem Maße von den Effizienzgewinnen profitieren, die SEPA ermöglicht. Deshalb dürften sie für den Erfolg von SEPA eine wichtige Rolle spielen, indem sie zu den Ersten zählen, die die SEPA-Instrumente in einem marktgesteuerten Prozess verwenden und somit eine Verschlechterung[3] von Preis und Leistungsmerkmalen im Vergleich zu den bestehenden nationalen Zahlungsinstrumenten abwehren.

Anlässlich der offiziellen Einführung des Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums (SEPA) organisieren das für Binnenmarkt und Dienstleistungen zuständige EU-Kommissionsmitglied, Herr Charlie McCreevy, Frau Gertrude Tumpel-Gugerell (Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank) und Herr Gerard Hartsink (Vorsitzender des Europäischen Zahlungsverkehrsausschusses) eine Auftaktveranstaltung für SEPA in Brüssel, an der hochrangige Vertreter des EU-Zahlungsverkehrsmarktes teilnehmen werden.


[1] Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz

[1] “The economic impact of the Single Euro Payments Area”, EZB “Occasional Paper” Nr. 71, August 2007

[2] Verweis auf KOM IP-Pressemitteilung zu den Ergebnissen der Capgemini-Studie

[3] http://www.consilium.europa.eu/ueDocs/cms_Data/docs/pressdata/en/ecofin/91272.pdf, S. 19


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