IP/08/968
Brüssel, 18. Juni 2008
Die zuständige EU-Kommissarin für Verbraucherschutz, Meglena Kuneva, erklärte: „Wir müssen dafür sorgen, dass die Verbraucher in der Lage sind, sich bewusst für bestimmte Waren und Dienstleistungen zu entscheiden. Ihre Interessen sollten gefördert und verteidigt werden, besonders in Anbetracht der immer komplizierter werdenden Märkte, auf denen sie sich zurechtfinden müssen. Die Europäischen Verbraucherzentren spielen dabei eine wichtige Rolle, indem sie die Verbraucher informieren und ihnen bei grenzüberschreitenden Problemen unmittelbar helfen.“
Wichtigste Zahlen
Die meisten von den EVZ bearbeiteten Reklamationen betrafen Vertragsbedingungen (25 %), Waren und Dienstleistungen (22,4 %) sowie Lieferungen (20 %). Bei den Problemen mit Vertragsbedingungen ging es vorwiegend um die Kündigung von Verträgen (70 %), ferner um Widerrufsfristen (19 %) und um missbräuchliche Vertragsklauseln (7 %). Reklamationen über Waren und Dienstleistungen betrafen hauptsächlich Mängel (49 %). In 27 % der Fälle beschwerten sich die Verbraucher darüber, dass die Ware oder Dienstleistung nicht vertragsgemäß gewesen sei. Bei den Beschwerden über Lieferungen war meist überhaupt nicht geliefert worden (71 %)! Verspätete Lieferungen machen 18 % der Fälle aus. Über die Hälfte der Reklamationen betrifft Online-Geschäfte (55 %). 24,7 % der Käufe wurden in Geschäften und anderen Geschäftsräumen getätigt, nur 9 % im Fernabsatz.
Am häufigsten betroffen waren folgende Branchen: Transportdienstleistungen (22 %), audiovisueller Sektor (10 %), Dienstleistungen im Bereich Freizeit und Kultur (12 %), Timesharing (6 %) und Autokäufe (4 %).
Sonstige Aktivitäten der Europäischen Verbraucherzentren
Die EVZ beschränkten sich nicht darauf, die Verbraucher über das Verbraucherrecht in der EU und in den Mitgliedstaaten zu informieren und sie individuell zu beraten, sondern sie halfen auch bei der Schlichtung von Streitfällen in außergerichtlichen Verfahren mit. Die Zahl der Anfragen steigt von Jahr zu Jahr – so war im Jahr 2006 eine Zunahme um 19 % und im Jahr 2007 um weitere 10 % zu verzeichnen. Die neue Datenbank, die im Januar 2007 in Betrieb genommen wurde, entspricht dem neuesten Stand der Technik und wird dafür sorgen, dass die EVZ künftig noch effizienter zusammenarbeiten können. Sie geben der Europäischen Kommission wertvolle Anregungen zu ihrer Verbraucherpolitik.
Gemeinsame Projekte und Veranstaltungen
Abgesehen von der Beantwortung von Anfragen und der Bearbeitung von Reklamationen haben die Europäischen Verbraucherzentren gemeinsame Projekte durchgeführt. Zu nennen sind hier beispielsweise eine Erhebung über Beschwerden von Fluggästen (durchgeführt von den EVZ Belgien, Irland und Schweden), der Online-Shopping-Assistent „Howard“ (EVZ Dänemark und Irland) sowie eine Informationskampagne mit Broschüren über Tourismus (15 Zentren einschließlich der EVZ Spanien, Deutschland, Zypern und Frankreich als Koordinatoren).
Die EVZ waren maßgeblich an der Organisation anderer Sensibilisierungsinitiativen beteiligt, etwa an der Kampagne zur EU-Timesharing-Richtlinie, der „Sie haben die Wahl!“-Kampagne für die Öffnung der nationalen Energiemärkte, der Kampagne zur Information über die neuen Rechtsvorschriften im Bereich des Mobilfunk-Roamings („Eurotarif“) und anderen Informationsmaßnahmen.
Weitere Informationen zu den EVZ finden Sie hier:
http://ec.europa.eu/consumers/redress_cons/index_en.htm
Information zu den gemeinsamen Projekten:
http://ec.europa.eu/consumers/redress_cons/index_en.htm#joint