Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR ES IT PT EL MT

IP/08/961

Brüssel, den 17. Juni 2008.

Kommissar Borg: „Fischerei auf Roten Thun einstellen und damit seine Zukunft sichern“

„Letzte Woche habe ich beschlossen, die Fischerei auf Roten Thun im Mittelmeer und im östlichen Atlantik ab 16. Juni für alle Thunfischwadenfänger zu schließen, die die zyprische, französische, griechische, italienische oder maltesische Flagge führen. Spanien muss seine Ringwadenfischerei ab 23 Juni einstellen.

Es wurden keine Schritte unternommen, um die Überkapazitäten in der Ringwadenfischerei abzubauen, und der Umfang der Fangtätigkeit ist ähnlich wie im letzten Jahr, als die Gemeinschaftsquote erheblich überfischt wurde. Der Europäischen Kommission liegen alle erforderlichen Daten vor, um zu belegen, dass die Ringwadenfischerei in der EU jetzt ihre Quote erschöpft hat. Unsere Entscheidung stützt sich auf eine äußerst genaue Analyse der Fischerei mit zahlreichen Informationsquellen, die täglich gegeneinander abgeglichen wurden.

Auch dieses Jahr wurden in vielen Fällen die international vereinbarten Regeln zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Bestände von Rotem Thun nicht vorschriftsmäßig angewandt. So wissen wir von acht französischen Ringwadenfängern, die seit Beginn der Fangsaison bis zu 21 Tage gefischt, aber bislang noch keine Fänge gemeldet haben. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hat nach den offiziellen Zahlen die Hälfte der französischen Flotte noch nichts gefangen, während die andere Hälfte bereits mehr als 90 % der jeweiligen Quote ausgeschöpft hat und alle Schiffe ähnlich aktiv sind. Wir wissen auch von acht italienischen Ringwadenfängern, die nach offiziellen Zahlen ihre Quoten bereits um 100-240 % überschritten haben. Außerdem haben wir jetzt endgültig mindestens acht (von möglicherweise über 20) Suchflugzeuge identifiziert, die immer noch mit Schiffen aus der EU zusammenarbeiten, um Schwärme von Rotem Thun aufzuspüren, obwohl der Einsatz solcher Flugzeuge absolut illegal ist.

Trotzdem haben bestimmte Mitgliedstaaten beantragt, die Schließung der Fischerei auszusetzen. Die Kommission ist überzeugt, dass die vielen seit Beginn des Fischwirtschaftsjahres festgestellten Mängel bei der Umsetzung und Kontrolle den Mitgliedstaaten die Überwachung der Fänge von Rotem Thun durch ihre Flotten außerordentlich erschweren. U. a. sind folgende Mängel zu nennen: unzuverlässige Fangmeldungen, Nichteinhaltung der Meldefristen, verspätete Vorlage der Fangpläne und nicht erfolgte Übermittlung von Satellitendaten über die Bewegungen der betreffenden Schiffe. Deshalb kann von der Kommission nicht ernsthaft erwartet werden, dass sie ihre wohlbegründete Entscheidung aussetzt.

Die Entscheidung zur Schließung der Fischerei für die Ringwadenflotte ist nicht nur notwendig, um die Bestände zu schützen und den internationalen Verpflichtungen der Gemeinschaft nachzukommen. Sie ist auch unverzichtbar, um für Fairness gegenüber den kleinräumig operierenden handwerklichen Fischern zu sorgen, die ihre Quoten noch nicht ausgeschöpft haben. In diesen Tagen beginnt normalerweise die Hochsaison für die handwerkliche Fischerei. Diese Fischer werden jetzt von der anhaltend hohen Nachfrage und den hohen Preisen für Roten Thun profitieren.

Die Bestände an Rotem Thun haben unter der langjährigen Überfischung - insbesondere durch die europäische industrielle Fischerei - erheblich gelitten. Eine erneute Überfischung, wie sie letztes Jahr festgestellt wurde, könnte leicht zu einem Zusammenbruch der Bestände und damit zur endgültigen Schließung auf absehbare Zeit führen, mit verheerenden Folgen für alle Fangflotten und Fischer, die von dieser Fischerei abhängig sind. Es ist deshalb meine Pflicht und die Zuständigkeit der Kommission, dafür zu sorgen, dass dieser Bestand geschützt wird und die vereinbarten Maßnahmen zur Bestandserholung genau beachtet und umgesetzt werden, damit die Fischer nächstes Jahr wieder Thunfisch fangen können.

Dafür arbeite ich – ich will der europäischen Fischerei eine nachhaltige Zukunft sichern. Und ich werde auch weiterhin alles Erforderliche tun, damit unsere Fischwirtschaft wirklich eine Zukunft hat."


Side Bar