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Einheitlicher europäischer Arbeitsmarkt für Forscher: Kommission schlägt neue Partnerschaft mit Mitgliedstaaten vor

Commission Européenne - IP/08/802   27/05/2008

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IP/08/802

Brüssel, 27. Mai 2008

Einheitlicher europäischer Arbeitsmarkt für Forscher: Kommission schlägt neue Partnerschaft mit Mitgliedstaaten vor

In der Mitteilung „Bessere Karrieremöglichkeiten und mehr Mobilität: eine europäische Partnerschaft für die Forscher“ schlägt die Europäische Kommission eine Partnerschaft mit den Mitgliedstaaten vor, um sicherzustellen, dass auch in Zukunft genügend Forschungspersonal zur Verfügung steht, damit Wissenschaft und Technik verstärkt zu einer wissensgestützten europäischen Wirtschaft beitragen können. Europa ist mit einem weltweiten Wettbewerb um die besten Talente und demografischen Herausforderungen konfrontiert. Im Rahmen der Partnerschaft sollen die Bemühungen der Mitgliedstaaten daher koordiniert und gebündelt werden. Gemeinsame vorrangige Maßnahmen sollen die EU zu einem attraktiveren Arbeitsmarkt für Forscher machen und die Mobilität der Forscher zwischen Ländern und Forschungseinrichtungen sowie zwischen Wirtschaft und akademischer Forschung verbessern. Hauptmaßnahmenbereiche sind die systematische Öffnung von Einstellungsverfahren für alle europäischen Bewerber, die Verbesserung der sozialen Absicherung und Altersversorgung für mobile Forscher, faire Einstellungs- und Arbeitsbedingungen sowie die Anpassung der Kenntnisse und Fähigkeiten von Forschern an aktuelle Anforderungen.

Forschungskommissar Janez Potočnik sagte hierzu: „Wenn wir die umfassenden Ziele der Lissabon-Agenda erreichen und den Europäischen Forschungsraum umsetzen wollen, müssen wir das Potenzial unserer hervorragenden Forscher freisetzen. Zu viele Forscher müssen aufgrund von veralteten Vorschriften und Verfahren noch immer zu lange auf die Chance warten, wirklich unabhängig arbeiten zu können. Unser Ziel ist es daher, eine „fünfte Freiheit“ – den freien Wissensaustausch – zu schaffen, damit Studenten, Wissenschaftler und Hochschulforscher auf einem wettbewerbsorientierten europäischen Arbeitsmarkt in allen Phasen ihrer Karriere in verschiedenen Forschungseinrichtungen, im öffentlichen und privaten Sektor sowie in mehreren Ländern tätig werden können. Davon wird es abhängen, ob Europa langfristig ein FuE-Standort von Weltniveau sein und sich als solcher weiterentwickeln kann.“

In vielen Mitgliedstaaten werden Mitarbeiter im öffentlichen Sektor noch immer nicht in ausschließlich wettbewerbsorientierten Verfahren eingestellt. Kurzfristige Verträge für junge Forscher sind die Norm, und Beförderungen hängen häufig nicht von der Leistung, sondern vom Dienstalter ab. Zahlreiche Forscher haben eine traditionelle akademische Ausbildung, die sie nicht auf die moderne wissensgestützte Wirtschaft vorbereitet, in der die Verbindungen zwischen Unternehmen und öffentlichen Forschungseinrichtungen immer wichtiger werden. Forscher müssen heute unter Umständen auch Rechte an geistigem Eigentum verwalten, interdisziplinäre Projekte durchführen oder ein eigenes Unternehmen gründen.

Die Partnerschaft sollte sich verpflichten, bis Ende 2010 rasch messbare Fortschritte in folgenden Bereichen zu erzielen:

  • systematische Öffnung der Einstellungsverfahren in Forschungsinstituten für alle europäischen Forscher;
  • eine verbesserte soziale Absicherung und zusätzliche Altersversorgung für mobile Forscher,
  • attraktive Einstellungs- und Arbeitsbedingungen wie z. B. verbesserte Vertragsbedingungen, Gehälter und Möglichkeiten zur Karriereentwicklung sowie
  • die Erweiterung der Kompetenzen von Forschern – unter anderem durch einen verstärkten Austausch zwischen Universitäten und der Industrie –, damit Kenntnisse in Ergebnisse umgesetzt werden können.

Neben der Fortführung bestehender Initiativen wie der Europäischen Charta für Forscher und des Verhaltenskodex für die Einstellung von Forschern würden koordinierte Maßnahmen der Kommission und der Mitgliedstaaten in diesen Bereichen zur Schaffung eines echten europäischen Arbeitsmarkts für Forscher beitragen. So werden Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt angeglichen, und die Produktivität durch eine passgenaue Stellenbesetzung erhöht. Der Wissenstransfer wird verstärkt und die Entwicklung von Exzellenz-Zentren in der gesamten EU erleichtert. Gemeinsame Forschungsprojekte und die wirtschaftliche Nutzung von Forschungsergebnissen werden zudem durch verstärkte internationale Beziehungen erleichtert, und es werden attraktivere Bedingungen für Investitionen der Unternehmen in die Forschung geschaffen.

Nach Abschluss der ersten Phase der Partnerschaft soll 2010 eine Gesamtbewertung der Situation und der Ergebnisse der Partnerschaftsmaßnahmen vorgenommen und der Bedarf an weiteren EU-Maßnahmen zur Behandlung spezifischer, noch ungelöster Probleme geprüft werden.

Hintergrund

Die Mitteilung ist eine von fünf politischen Initiativen, die die Kommission im Anschluss an das Grünbuch „Der Europäische Forschungsraum: Neue Perspektiven“ aus dem Jahr 2007 vorgesehen hat. Aus der öffentlichen Konsultation über das Grünbuch lässt sich ableiten, dass bei den Maßnahmen auf EU-Ebene ein einheitlicher Arbeitsmarkt für Forscher eine hohe Priorität besitzt.

Weitere Einzelheiten finden sich hierzu unter MEMO/08/343

Vollständiger Wortlaut der Mitteilung: http://ec.europa.eu/research/press/2008/pdf/com_2008_31_1_de.pdf

Siehe auch die Pressemitteilung vom 24. April 2008 zum Europäischen Forschungsraum und der öffentlichen Konsultation: IP/08/637


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