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Kommission will IKT zum Wohl der Umwelt einsetzen

European Commission - IP/08/733   13/05/2008

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IP/08/733

Brüssel, den 13. Mai 2008

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Kommission will IKT zum Wohl der Umwelt einsetzen

Als Teil ihrer Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels kündigte die Europäische Kommission heute an, dass sie überall in der Wirtschaft den Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zur Verbesserung der Energieeffizienz fördern wird. Erste Schwerpunkte sind Gebäude, Beleuchtung und das Stromnetz. Die IKT können in allen Wirtschaftszweigen zu einem umweltfreundlicheren Verhalten beitragen. Bei breiter Anwendung würde sich dadurch die Kohlenstoffbilanz Europas drastisch verbessern. Daher wird Kommission die IKT-Industrie dazu anhalten, eine Führungsrolle zu übernehmen. Die Branche soll demnach nicht nur ihre eigenen CO2-Emissionen senken, sondern vor allem Lösungen für die gesamte Volkswirtschaft entwickeln. Modernste Computerserver verbrauchen beispielsweise nur genauso viel Strom wie eine normale Glühbirne. Würden sie überall eingesetzt, wären Energieeinsparungen von bis zu 70 % möglich.

„Wir brauchen eine wachstumsstarke, aber kohlenstoffarme Wirtschaft, damit Europa seine Energieeffizienzziele bis 2020 erfüllen kann. In der Forschung und der schnellen Einführung innovativer, energieeffizienter IKT-Lösungen liegt der Schlüssel für die Senkung der Kohlenstoffemissionen in der gesamten Wirtschaft,“ erklärte Viviane Reding, die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin. „In dieser Win-Win-Situation können die IKT die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Wirtschaft vorantreiben und gleichzeitig den Kampf gegen den Klimawandel anführen.“

Wenn sich nichts ändert, wird der EU-weite Energieverbrauch bis 2012 voraussichtlich um bis zu 25 % steigen und trotz angestrebter Nutzung erneuerbarer Energiequellen die Treibhausgasemissionen in der EU in die Höhe treiben. Werden die IKT jedoch in nachhaltiger Weise eingesetzt, könnten sie die Energieeffizienz in allen Wirtschaftsbereichen steigern helfen und gleichzeitig ihren hohen Anteil von 40 % am europäischen Produktivitätszuwachs behaupten. Die Förderung eines zukunftsweisenden Markts für solche energieeffizienten Technologien würde langfristig auch zu mehr Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung führen. Zu diesen Schlussfolgerungen kommt die Kommission in einer heute vorgelegten Mitteilung.

Die Kommission möchte den IKT-Sektor, der gegenwärtig 2 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verursacht, dazu bringen, dass er auf dem Weg zur kohlenstoffneutralen Wirtschaft mit gutem Beispiel voran geht. Erreichen will sie dies durch eine verstärkte Forschung, Entwicklung und Einführung von Komponenten in Verbindung mit freiwilligen Vereinbarungen z. B. über ein umweltfreundliches Auftragswesen. Der eigentliche Nutzeffekt umweltfreundlicher IKT aber liegt in der Entwicklung energieeffizienter IKT-Lösungen, die sich dann auf die übrigen 98 % der weltweiten Emissionen auswirken.

Um zu zeigen, dass umweltfreundliche Technik für „wenig Kohlenstoff und viel Wachstum“ in der gesamten Volkswirtschaft sorgen kann, wird sich die Kommission zunächst auf drei energieintensive Sektoren konzentrieren:

  • Auf Stromerzeugung und -verteilung entfällt ein Drittel des gesamten Primärenergieverbrauchs. Effizienzsteigerungen von 40 % bei der Elektrizitätserzeugung und von 10 % bei Transport und Verteilung wären möglich. Die IKT könnten nicht nur die Steuerung des Stromnetzes effizienter machen, sondern auch die Einbeziehung erneuerbarer Energiequellen erleichtern. In Dänemark wird etwa die Hälfte der Elektrizität in dezentralen Netzen erzeugt, wobei 20 % des gesamten Stroms aus Windkraft erzeugt wird. Dadurch sind die CO2-Emissionen im Zeitraum 1990–2005 von 937 auf 517 g/kWh gesunken.
  • Auf die Beheizung, Kühlung und Beleuchtung von Gebäuden entfallen mehr als 40 % des Energieverbrauchs in Europa. Eine IKT-gestützte Datenerfassung kann Beleuchtung, Belüftung und Geräteleistung optimieren helfen und den Verbrauchern ihren momentanen Energieverbrauch anzeigen, um sie zu einem anderen Verhalten zu bewegen. So konnte in Finnland dank intelligenter Verbrauchsmessung die Energieeffizienz der Privathaushalte um 7 % gesteigert werden.
  • Weltweit werden 20 % der Elektrizität für die Beleuchtung eingesetzt. Durch die Umstellung auf Strom sparende Glühlampen könnte der heute durch Beleuchtung verursachte Energieverbrauch bis 2025 halbiert werden. Mit intelligenten Lampen, die sich selbständig an natürliches Licht oder die Anwesenheit von Personen anpassen, könnten noch größere Einsparungen erzielt werden.

Außerdem leitet die Kommission heute einen breiten Konsultations- und Partnerschaftsprozess ein, in den alle Betroffenen und Interessenten einbezogen werden sollen. Darin spielen Großstädte eine besonders wichtige Rolle, denn dort werden weltweit über 75 % der Energie verbraucht und 80 % der Treibhausgase ausgestoßen. Außerdem können Stadtgebiete geeignete Voraussetzungen für die Erprobung, Validierung und Einführung neuer IKT-gestützter Lösungen bieten.

Hintergrund

Am 10. Januar 2007 verabschiedete die Kommission ein Energie- und Klimapaket, dem sowohl das Europäische Parlament als auch die EU-Staats- und Regierungschefs auf dem Europäischen Gipfel im März 2007 zustimmten. Es sieht vor, die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 20 % zu senken und den Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch bis 2020 auf 20 % zu steigern (IP/07/29). Am 23. Januar 2008, beschloss die Kommission ein weitreichendes Paket mit konkreten Maßnahmen, die verdeutlichen, dass die vereinbarten Klimaziele technisch und wirtschaftlich erreichbar sind und eine einzigartige wirtschaftliche Chance für tausende europäische Unternehmen darstellen (IP/08/80).

Die EU-Forschung auf dem Gebiet der IKT zur Steigerung Energieeffizienz trägt ihre ersten Früchte. Innerhalb des Sechsten Forschungsrahmenprogramms haben HiPEAC und andere Forschungsprojekte nachgewiesen, dass es möglich ist, die Rechenleistung der Computer von ihrem Energieverbrauch abzukoppeln (http://www.hipeac.net/), während das Projekt OLLA organische Leuchtdioden entwickelt hat, die doppelt so energieeffizient wie normale Glühlampen sind

(http://www.hitech-projects.com/euprojects/olla/index.html).
http://ec.europa.eu/information_society/activities/sustainable_growth/energy_efficiency/index_en.htm


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