IP/08/657
Brüssel, 29. April 2008
Oracle bietet Softwarelösungen für Unternehmen sowie damit verbundene Dienstleistungen (u. a. „Middleware“-, Datenbank- und Unternehmenssoftware) an. BEA entwickelt Middleware-Software. Middleware gehört zur Infrastruktursoftware und „vermittelt“ zwischen Betriebsystemen, Datenbanksoftware und Unternehmenssoftware.
Die Kommission prüfte die möglichen Auswirkungen des Zusammenschlusses auf den gesamten Wirtschaftszweig der Middleware-Software und auf die verschiedenen Untersegmente, also Server, Portale und Enterprise-Service-Bus-Software (die die Kommunikation zwischen den Anwendungen ermöglicht) sowie Software für die Anwendungsintegration. Die Kommission stellte fest, dass die horizontalen Überschneidungen zwischen den Tätigkeiten der beteiligten Unternehmen in keinem dieser Bereiche Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken geben, insbesondere da Oracle und BEA nicht als direkte Wettbewerber anzusehen sind. Das zusammengeschlossene Unternehmen aus Oracle und BEA würde mit mehreren starken Wettbewerbern wie IBM, Sun, Microsoft und SAP auf dem Gesamtmarkt für Middleware sowie in den Untersegmenten konkurrieren, so dass Abnehmer auf genügend andere Anbieter ausweichen könnten.
Die Untersuchung der Kommission ergab, dass keine koordinierten Effekte zu erwarten sind, weil Middleware-Software höchst komplex ist und die Preise nicht transparent sind, da die meisten Unternehmen eine Reihe von Rabattmodellen anbieten.
Weitere Informationen zu diesem Fall unter:
http://ec.europa.eu/comm/competition/mergers/cases/index/m101.html#m_5080