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IP/08/637
Brüssel, den 24. April 2008

Die Forschung in Europa muss nach Meinung der Forscher „europäischer“ werden

Einem kürzlich veröffentlichten Bericht der Europäischen Kommission zufolge stehen heute Laufbahnentwicklung und Mobilität, internationale Zusammenarbeit, Forschungsinfrastrukturen, gemeinsame Programmplanung und Wissensaustausch im Mittelpunkt des Interesses der europäischen Forschungskreise. Der Bericht stützt sich auf über 1000 Antworten im Rahmen einer öffentlichen Konsultation zum Grünbuch „Der Europäische Forschungsraum: Neue Perspektiven“, das im April 2007 veröffentlicht wurde. Die Antworten zeigen, dass die weitere Konsolidierung des Europäischen Forschungsraums durch neue und ehrgeizigere Maßnahmen auf allen Ebenen in der EU (regional, national und transnational) energisch unterstützt wird.

„Das Siebte Rahmenprogramm 2007-2013 mit einem Gesamtbudget von 54 Mrd. Euro für die europäische Forschung ist nun in vollem Gang, reicht aber, wie die öffentliche Konsultation gezeigt hat, noch nicht aus. Strukturschwächen hindern Europa daran, das Potenzial seiner Forschungskapazitäten voll auszuschöpfen. Hier sind weitere Maßnahmen auf nationaler bzw. EU-Ebene erforderlich. Wir müssen unsere Anstrengungen zur Schaffung des Europäischen Forschungsraums (EFR) fortsetzen. Auf einer informellen Sitzung in der vergangenen Woche haben die Forschungsminister die fundamentale Rolle des Europäischen Forschungsraums als Motor der Wettbewerbsfähigkeit Europas bekräftigt. Sie haben außerdem anerkannt, dass Europa eine gemeinsame Vision und eine bessere politische Steuerung des Europäischen Forschungsraums entwickeln muss“, erklärte der für Wissenschaft und Forschung zuständige EU-Kommissar Janez Potočnik.

Im Jahr 2000 rief die EU zur Verwirklichung eines Europäischen Forschungsraums auf, eines einheitlichen, ganz Europa umfassenden Raumes, durch den unzureichende Kapazitäten, Zersplitterung und mangelnde Koordinierung zwischen nationalen und europäischen Forschungsprogrammen überwunden werden können. Seither hat sich die europäische Forschungslandschaft verändert, die sozioökonomnischen Herausforderungen sind gewachsen und die Forschungs- und Entwicklungspolitik muss auf die Auswirkungen der Globalisierung auf die Bereiche Wissenschaft und Technologie reagieren.

Wie die Ergebnisse der Konsultation zeigen, sind die ursprünglichen Ziele des EFR weiterhin gültig und relevant, doch sind auch weitere Maßnahmen in Bezug auf die Themen des Grünbuchs zum Europäischen Forschungsraum erforderlich. Als am wichtigsten werden allgemein „Wissensaustausch“ und „Forschungsinfrastrukturen von Weltniveau“ eingestuft, wobei der Wissensaustausch von Hochschulen, Einrichtungen zur Forschungsfinanzierung und Nichtregierungsorganisationen an erster Stelle genannt wird, während Industrie und Regierungsstellen den zweiten Bereich favorisieren. „Laufbahnentwicklung und Mobilität von Forschern“, „internationale Zusammenarbeit“ und „Infrastrukturen“ wurden als die drei Bereiche genannt, in denen Maßnahmen auf EU-Ebene am dringendsten erforderlich sind.

Die Befragten wiesen ferner auf die grundlegende Bedeutung der Zusammenarbeit der Bereiche Forschung, Bildung und Innovation hin. In praktisch allen Antworten aus den Mitgliedstaaten werden die wichtige Rolle der Industrie sowie ihre Verbindungen zur Innovations- und Bildungspolitik allgemein betont. Die Industrie selbst bedauert, dass das Grünbuch sich mehr mit den Herausforderungen für die öffentliche Forschung befasst und nicht ausreichend auf die wichtige Rolle der privatwirtschaftlichen Forschung und Entwicklung im EFR sowie die Verbindungen zwischen Forschung und Innovation eingeht.

Die Befragten bekräftigen den Einsatz unterschiedlicher Instrumente zur Förderung des Europäischen Forschungsraums – finanzielle Anreize, Erhöhung des EU-Budgets, Koordinierung und Leitlinien. Bedarf an verbindlichen Rechtsvorschriften besteht kaum, doch werden Überlegungen zu Legislativmaßnahmen zur Verbesserung von Laufbahnentwicklung und Mobilität der Forscher sowie einen neuen unverbindlichen Rechtsrahmen für gesamteuropäische Forschungsinfrastrukturen deutlich unterstützt.

Im Hinblick auf die aus öffentlichen Mitteln finanzierte Forschung fordern über 70 % der Befragten einen offeneren und leichteren Zugang zu wissenschaftlichen Daten und 84 % wünschen eine raschere, besser zugängliche und umfassendere Verbreitung wissenschaftlicher Veröffentlichungen.

Über 80 % der Befragten befürworten eine engere Zusammenarbeit der EG und ihrer Mitgliedstaaten bei der Festlegung gemeinsamer Schwerpunkte der europäischen Forschung, um die koordinierte, effiziente und kohärente Nutzung von Rechts- und Finanzinstrumenten und Ressourcen zu gewährleisten.

Die Mehrheit der Befragten ist dafür, dass Europa international eine aktivere Rolle bei der Aufstellung der globalen Agenda für die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit übernimmt. 75 % gaben dem Wunsch Ausdruck, Europa solle auf internationaler Ebene „mit einer Stimme sprechen“, was nach Ansicht von 69 % der Befragten dadurch erreicht werden könnte, dass Europa den Schwerpunkt auf eine kleine Anzahl besonders vorrangiger Fragen von globaler Bedeutung legt.

Ein herausragendes Thema war die Notwendigkeit für die Mitgliedstaaten, sich einer weitreichenden und ehrgeizigen Agenda für den Aufbau des EFR zu verpflichten, da ein echter Europäischer Forschungsraum nur verwirklicht werden kann, wenn Mitgliedstaaten, Interessengruppen und Kommission als Partner zusammenarbeiten und jeder seiner Verantwortung gerecht wird.

In den kommenden Monaten werden als unmittelbares Ergebnis der Konsultation fünf neue besondere Initiativen zu folgenden Themen gestartet:

  • Umgang mit geistigem Eigentum durch öffentliche Forschungseinrichtungen (Empfehlung am 10. April 2008 angenommen)
  • Förderung der Mobilität und Laufbahnentwicklung von europäischen Forschern
  • Rechtsrahmen für gesamteuropäische Forschungsinfrastrukturen
  • gemeinsame Programmplanung und Programme und
  • internationale wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit.

Weitere Informationen zum EFR, einschließlich des vollständigen Berichts über die Konsultation, sind verfügbar unter:

http://ec.europa.eu/research/era/index_de.html

http://ec.europa.eu/research/era/progress-on-debate/stakeholder-consultation_de.html


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