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Videospiele: Kommission begrüßt Fortschritte beim Jugendschutz in 23 EU-Mitgliedstaaten, mahnt aber bessere Selbstregulierung der Branche an

European Commission - IP/08/618   22/04/2008

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IP/08/618

Brüssel, den 22. April 2008

Videospiele: Kommission begrüßt Fortschritte beim Jugendschutz in 23 EU-Mitgliedstaaten, mahnt aber bessere Selbstregulierung der Branche an

Der europäische Videospiele-Sektor entwickelt sich dynamisch und wird Ende 2008 voraussichtlich ein Umsatzvolumen von 7,3 Milliarden Euro erreichen. Gewachsen ist aber auch die Besorgnis in der Öffentlichkeit, dass Videospiele aggressives Verhalten fördern können. Solche Bedenken wurden durch Schießereien in Schulen wie im November 2007 in Helsinki (Finnland) noch verstärkt und haben mehrere nationale Behörden dazu veranlasst, Videospiele wie „Manhunt 2“ auf den Index zu setzen oder zu verbieten. Die Europäische Kommission hat daher geprüft, welche Vorschriften zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor jugendgefährdenden Videospielen gegenwärtig in den 27 EU-Mitgliedstaaten bestehen. In 20 EU-Mitgliedstaaten wird heute PEGI (Pan European Games Information) angewandt, ein Alterseinstufungssystem, das seit 2003 mit EU-Unterstützung von der Branche entwickelt wurde. Nach Ansicht der Kommission müssen die Unternehmen mehr in das PEGI-System investieren, um es auszubauen und vor allem regelmäßig zu aktualisieren, damit es wirklich effektiv europaweit eingesetzt werden kann. Ferner sollten Branche und Behörden enger zusammenarbeiten, um Klassifizierungs- und Alterseinstufungssysteme besser bekannt zu machen und eine Verwirrung der Verbraucher durch unterschiedliche parallele Systeme zu verhindern. Ein Verhaltenskodex für Einzelhändler mit Regeln für den Verkauf von Videospielen an Minderjährige sollte innerhalb von zwei Jahren aufgestellt werden.

„Videospiele sind zu einem Hauptpfeiler der europäischen Inhalte-Industrie geworden. Überall in Europa werden steigende Verkaufszahlen verzeichnet. Das ist zu begrüßen, erlegt der Branche aber auch eine größere Verantwortung auf, dafür zu sorgen, dass die Eltern wissen, was ihre Kinder spielen,“ erklärte Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien. „Als Beispiel einer verantwortungsbewussten Selbstregulierung und als einziges europaweit angewandtes System seiner Art, ist PEGI zweifellos ein sehr guter erster Schritt. Ich glaube aber, dass noch erhebliche Verbesserungen möglich sind. Dazu muss PEGI , sowohl in Europa als auch darüber hinaus in der Öffentlichkeit besser bekannt gemacht und überall vollständig eingeführt werden. Außerdem rufe ich die Mitgliedstaaten und die Branche auf, den Verkauf von Videospielen in den Läden so zu regeln, dass der für unsere Gesellschaft so zentrale Jugendschutz gewährleistet wird.“

„Alle Verbraucher benötigen klare und genaue Informationen, um sachkundig auswählen zu können. Aber hier geht es vor allem um Kinder, die am meisten gefährdeten Verbraucher in unserer Gesellschaft. Deshalb sagen wir heute ganz deutlich, dass die Unternehmen und die nationalen Behörden noch mehr tun müssen, um dafür zu sorgen, dass die Eltern in der Lage sind, die richtigen Entscheidungen für sich und ihre Kinder zu treffen“, ergänzte Meglena Kuneva, die EU-Verbraucherschutzkommissarin.

Laut einer Umfrage der Kommission wird das PEGI-System gegenwärtig in 20 Mitgliedstaaten angewandt. Zwei Länder (Deutschland und Litauen) haben besondere verbindliche Vorschriften erlassen, während in Malta allgemeine Vorschriften gelten. In vier Mitgliedstaaten (Zypern, Luxemburg, Rumänien und Slowenien) gibt es dagegen überhaupt kein entsprechendes System. In 15 Mitgliedstaaten bestehen Vorschriften für den Verkauf von Videospielen mit jugendgefährdenden Inhalten in Ladengeschäften, wobei sich aber deren Anwendungsbereich von Land zu Land unterscheidet. Bisher sind in vier Ländern (Deutschland, Irland, Italien und das Vereinigte Königreich) bestimmte Gewalt-Videospiele verboten worden.

Das 2003 beschlossene PEGI-System vergibt eine Alterseinstufung und Warnhinweise (z. B. vor Gewalt oder vulgärer Sprache), um Eltern die Auswahl geeigneter Spiele für ihre Kinder, aber auch Erwachsenen die Auswahl passender Spiele zu erleichtern. Das PEGI-System wird von den großen Spielkonsolenherstellern in Europa unterstützt. Angesichts der schnellen Zunahme von Online-Videospielen ging im Jahr 2007 zusätzlich PEGI Online an den Start, das vom EU-Programm „Sicheres Internet“ kofinanziert (IP/08/310) wird.

Zur Vereinheitlichung des Vorgehens im Binnenmarkt schlägt die Kommission heute mehrere Maßnahmen vor:

  • Die Videospiele-Industrie sollte PEGI und PEGI Online regelmäßig verbessern und in der Öffentlichkeit besser bekannt machen.
  • Die Mitgliedstaaten sollten PEGI in ihre eigenen Einstufungssysteme integrieren und PEGI gerade unter Eltern und Kindern besser bekannt machen.
  • Mitgliedstaaten, Einstufungsstellen und andere Beteiligte sollten bei der Entwicklung innovativer Altersprüfungslösungen eng zusammenarbeiten.
  • Ein europaweit geltender Verhaltenskodex für den Verkauf der Spiele an Minderjährige sollte innerhalb von zwei Jahren unter allen Beteiligten vereinbart werden.

Hintergrund:

Videospiele sind immer mehr über das Internet und über Mobiltelefone zugänglich. Der Onlinevertrieb wird bis 2010 schätzungsweise 33 % des mit Videospielen erzielten Gesamtumsatzes ausmachen. Schon heute entspricht der Umsatz des europäischen Videospiele-Sektors der Hälfte des auf dem gesamten europäischen Musikmarkt erzielten Umsatzes und übersteigt die Kasseneinnahmen der Kinos.

Die Kommission unterstützt bereits die Selbstregulierung auf europäischer Ebene, um Kinder und Jugendliche bei der Handynutzung besser zu schützen (IP/07/139). Auch bei den audiovisuellen Diensten wird eine durch grenzübergreifende Zusammenarbeit verstärkte Selbstregulierung mit der Neufassung der Richtlinie „Fernsehen ohne Grenzen“ angestrebt (IP/07/138).

Mitteilung der Kommission über den Schutz der Verbraucher, insbesondere Minderjähriger, bei der Nutzung von Videospielen:
http://ec.europa.eu/avpolicy/reg/minors/video/index_en.htm

EU-Programm „Sicheres Internet“:
http://ec.europa.eu/saferinternet

PEGI:
http://www.pegi.info/
http://www.pegionline.eu

Annex:

Labels of PEGI (Pan European Games Information)

Age Ratings

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Content descriptors

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Results of the Commission survey

Member State
Age Rating System
Civil and criminal laws covering the sale of video games
Austria
PEGI (partly)
Specific Legislation
Belgium
PEGI
Specific Legislation
Bulgaria
PEGI
No
Czech Republic
PEGI
No
Cyprus
No
No
Denmark
PEGI
No
Estonia
PEGI
Specific Legislation
Finland
PEGI
Specific Legislation
France
PEGI
Specific Legislation
Germany
Specific Legislation
Specific Legislation
Greece
PEGI
Specific Legislation
Hungary
PEGI
No
Ireland
PEGI
Information not provided
Italy
PEGI
Specific Legislation
Latvia
PEGI
Specific Legislation
Lithuania
Specific Legislation
Specific Legislation
Luxembourg
No
No
Malta
General Legislation
General Legal Provisions
The Netherlands
PEGI
Specific Legislation
Poland
PEGI
No
Portugal
PEGI
Information not provided
Romania
No
No
Slovakia
PEGI
Specific Legislation
Slovenia
No
Information not provided
Spain
PEGI
Information not provided
Sweden
PEGI
Specific Legislation
United Kingdom
PEGI
Specific Legislation


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