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Umstellung auf den Euro in Zypern und Malta

European Commission - IP/08/602   18/04/2008

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IP/08/602

Brüssel, den 18. April 2008

Umstellung auf den Euro in Zypern und Malta

Die überwiegende Mehrheit der Bürger Zyperns und Maltas (95 % bzw. 90 %) ist der Meinung, dass die Umstellung auf den Euro in ihrem Land reibungslos und effizient vonstatten gegangen ist.[1] Da die Behörden ein wachsames Auge auf die Preisumstellung hatten, hielten sich sowohl die tatsächlichen als auch die „gefühlten” Preiserhöhungen in Grenzen – obwohl der Preisauftrieb wegen steigender Energie- und Lebensmittelpreise zunahm, wovon Zypern und Malta ebenso wenig verschont blieben wie der übrige Euroraum und der Rest der Welt. Die rein durch die Währungsumstellung bedingte Inflation wird auf 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte geschätzt und bewegt sich damit in ähnlicher Größenordnung wie bei früheren Umstellungen.[2] Aus der Euro-Einführung in Zypern und Malta lassen sich auch diverse Lehren für künftige Umstellungen ziehen: Kleinbetriebe sollten sich vor dem €-Day einfacher mit Bargeld versorgen können, bei der Münzproduktion sollte die Nachfrage ausländischer Sammler berücksichtigt werden, und eine umfassende Informationskampagne ist - wie frühere Erfahrungen zeigen - für das Verbrauchervertrauen schlichtweg unverzichtbar.

Dies sind einige wesentliche Ergebnisse der Mitteilung über die Einführung des Euro in Zypern und Malta am 1. Januar 2008[3], die die Europäische Kommission am heutigen Tage angenommen hat. Mit Zypern und Malta hat sich die Zahl der EU-Länder, die den Euro als gemeinsame Währung haben, auf 15 und die Zahl der Menschen, deren Währung der Euro ist, auf fast 320 Millionen erhöht. Die Mitteilung, die sich auf den Zeitraum bis Ende Februar erstreckt, fasst die Umstellung der beiden Länder in wesentlichen Punkten zusammen und zieht einige wichtige Schlussfolgerungen für künftige Umstellungen in anderen Mitgliedstaaten.

Bürger schon mit dem Euro vertraut

Wie Umfragen aus den ersten Wochen des Jahres zeigen[4], haben sich die Malteser und Zyprer rasch an das Euro-Bargeld gewöhnt. Am 4. Januar wurden über 70 % aller Barzahlungen schon in Euro abgewickelt, mehr als in den meisten Ländern der ersten Umstellungswelle von 2002 und in Slowenien 2007.

Anfang Februar fanden es fast 90 % der Malteser und 95 % der Zyprer sehr oder relativ leicht, die verschiedenen Euro-Noten auseinanderzuhalten. 75 % bzw. 81 % gaben an, es falle ihnen leicht, die Euro-Münzen voneinander zu unterscheiden. Rund 84 % der Malteser und 73 % der Zyprer empfanden auch das Umrechnen von Maltesischer Lira/Zypern-Pfund in Euro als leicht oder relativ leicht. Einen Monat nach der Euro-Einführung konnten acht von zehn Zyprern und sieben von zehn Maltesern Wertangaben in Euro ‚gut’ oder ‚relativ gut’ begreifen.

Allerdings bildeten sich bei einigen Banken auf Malta und Zypern lange Warteschlangen, was zeigt, dass die Umstellung sorgfältig vorbereitet werden muss und in den ersten Tagen nach dem „€-Day” zusätzliche Ressourcen, wie Sonderschalter und personelle Verstärkung, einzuplanen sind.

Damit bei künftigen Umstellungen mehr Einzelhändler vorab Euro-Bargeld erhalten können und um die Wartezeiten in den Banken nach dem Umstellungstag zu verkürzen, prüft die EZB zurzeit, ob ihre Leitlinien für die Vorabausstattung (d.h. die Abgabe von Euro-Bargeld an den Einzelhandel vor dem €-Day) vereinfacht werden können, wobei die vereinfachten Vorabausstattungsverfahren aus Zypern als Grundlage dienen könnten.

Die relativ große Menge an Münzen, die exportiert wurde, deutet darauf hin, dass bei der Planung der Münzproduktion die Nachfrage des Sammlermarkts einzukalkulieren ist, denn Sammlerbestellungen können insbesondere in kleinen Ländern erheblichen Einfluss darauf haben, welche Münzmenge während der Umstellung zur Verfügung steht.

In beiden Ländern unternahmen die Behörden große Anstrengungen, um den Menschen ihre Ängste vor umstellungsbedingtem Preismissbrauch zu nehmen. Malta war das erste Land, dass eine Glättung der Preise nach oben gesetzlich untersagte. Die rigorose Durchsetzung dieses Verbots in Malta und die gründliche Preiskontrolle durch Euro-Beobachtungsstellen und den Verbraucherverband in Zypern wirkten sich offenbar positiv auf die „gefühlte“ Inflation aus, die sich in den ersten Monaten nach der Umstellung in Grenzen hielt – obgleich sich der tatsächliche Preisauftrieb wie in anderen EU-Ländern beschleunigte.

Nach der Eurobarometer-Umfrage vom Februar 2008 glauben 84 % der Malteser und 55 % der Zyprer, dass die Preise immer oder fast immer fair in Euro umgerechnet wurden. Zugleich fanden drei Viertel der Malteser (77 %) und zwei Drittel der Zyprer (68 %) die doppelte Preisauszeichnung ‚sehr hilfreich’. Die Werte sind damit deutlich höher als bei der letzten Umstellung auf den Euro 2007 in Slowenien, wo sie nur von 47 % als hilfreich erachtet wurde. Die doppelte Preisauszeichnung ist in Zypern bis zum 30. September 2008 und in Malta bis zum 30. Juni 2008 Pflicht.

Die große Zufriedenheit der Öffentlichkeit mit der Umstellung ist auch den erfolgreichen Informations- und Kommunikationskampagnen zu verdanken. In beiden Ländern fühlten sich neun von zehn Bürgern gut über den Euro informiert und waren mit den Informationen, die sie von der öffentlichen Hand erhalten hatten, zufrieden. Bei der Eurobarometer-Umfrage wurde allerdings deutlich, dass in Bezug auf die faire Preisrundung und korrekte Preisgestaltung sowie die Sicherheitsmerkmale des Euro mehr Informationen wünschenswert gewesen wären.


[1] Flash Eurobarometer 222-223, unter:

http://ec.europa.eu/public_opinion/euro_en.htm

[2] Eurostat: Euro Changeover and Inflation in Cyprus and Malta, April 2008.

[3] Mitteilung der Kommission zur Einführung des Euro in Zypern und Malta, KOM(2008)204, unter:

http://ec.europa.eu/economy_finance/thematic_articles/article12417_en.htm

[4] Flash Eurobarometer 220-221, unter:

http://ec.europa.eu/public_opinion/euro_en.htm


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