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IP/08/58

Brüssel, 17. Januar 2008

Roamingverordnung: Die Kommission begrüßt ersten Umsetzungsbericht

Der erste Bericht zur Bewertung des internationalen Roamings wurde heute von der Gruppe der europäischen Regulierungsbehörden (ERG, European Regulators Group) veröffentlicht. Er bestätigt, dass die Umsetzung generell glatt gelaufen ist und die Bestimmungen der Verordnung in allen Mitgliedstaaten in einem hohen Maße eingehalten werden. Die europäische Kommission begrüßt die Ergebnisse dieses Berichts und ruft die nationalen Regulierungsbehörden auf, die Entwicklung auch weiterhin zu beobachten, damit alle europäischen Verbraucher von geringeren Roaminggebühren profitieren, wenn sie einen Anruf im Ausland tätigen oder erhalten.

„Die Überwachung der Umsetzung der Roamingverordnung ist sehr wichtig: Die Kommission selbst wird Ende des Jahres dem europäischen Parlament und dem Rat dazu berichten. Dieser anfängliche, heute veröffentlichte, Bericht der ERG bestätigt den allgemeinen Trend hin zu niedrigeren Roamingpreisen. Es wäre jedoch noch zu früh, zu diesem Zeitpunkt daraus konkrete Schlüsse zu ziehen,“ meinte EU-Telekom-Kommissarin Viviane Reding. „Basierend auf den Zahlen des Berichts bin ich jedoch weiterhin besorgt über die Preise für SMS und Datendienste im Ausland. Wir werden die Entwicklung eingehend beobachten und bis Ende 2008 entsprechend reagieren.“

Der ERG-Bericht deckt einen Zeitraum von 6 Monaten – April bis September 2007 – ab und beinhaltet Daten von 150 Mobilfunkbetreibern in allen Mitgliedstaaten. Weil der Bericht nur einen kurzen Zeitraum abdeckt, in dem die vollen Auswirkungen der Roamingverordnung zu spüren waren, ist es noch zu früh, um Schlüsse zu ziehen. Die Zahlen für diesen Zeitraum zeigen jedoch eine positive Wirkung auf die Durchschnittspreise: Sowohl die Kosten für abgehende als auch für ankommende Roaminggespräche sind in allen EU-Mitgliedstaaten gefallen. Die Kommission begrüßt, dass die Mobilfunkbetreiber nicht versucht haben, die Auswirkungen der Verordnung durch Preiserhöhungen bei nicht regulierten Roaminggesprächen zu kompensieren.

Die Kommission vermerkt auch, dass die Mobilfunkbetreiber sich nun größtenteils an die Transparenzbestimmungen der Verordnung halten. Die Kommission zeigt sich jedoch besorgt, dass Anrufe den Kunden auf Minutenbasis und nicht nach der tatsächlichen Länge des Anrufs verrechnet werden. Zum Beispiel wird einem Kunden für ein 20-Sekunden-Gespräch eine ganze Minute verrechnet. Für den Endkunden beträgt der Unterschied zwischen tatsächlicher und berechneter Gesprächszeit im Durchschnitt 20%. Die Kommission teilt die Einschätzung der ERG, dass der tatsächliche Durchschnitt, den der Kunde bezahlen muss, Aufmerksamkeit verdient. Sie wird diesen Aspekt in ihrem Bericht am Ende des Jahres ansprechen.

Der ERG-Bericht hebt auch hervor, dass die Preise für SMS und Datenroamingdienste, die zur Zeit nicht reguliert sind, weiterhin hoch sind und es in den Mitgliedstaaten große Unterschiede gibt. Die Kommission wird Ende dieses Jahres berichten, ob auch diese Dienste reguliert werden müssen.

Hintergrund:

Durch die neue EU-Roamingverordnung (die seit dem 30. Juni 2007 in Kraft ist) wurden die Mobilfunkbetreiber verpflichtet, ihren Kunden bis zum 30. Juli 2007 einen Eurotarif anzubieten (siehe IP/07/870). Die Umstellung auf den Eurotarif musste einen Monat nach der Entscheidung des Kunden für den Eurotarif erfolgt sein. Traf der Kunde keine Entscheidung, musste der Eurotarif spätestens am 30. September 2007 eingerichtet sein. Der Eurotarif begrenzt das Roamingentgelt pro Minute auf höchstens 49 Cent für im Ausland getätigte Anrufe und 24 Cent für im Ausland eingehende Anrufe (jeweils zuzüglich MwSt). Der Eurotarif wird 2008 und 2009 weiter gesenkt.
Weitere Informationen zum Thema Roaming finden Sie unter:


http://ec.europa.eu/roaming/Zum Stand des Eurotarifs in allen 27 EU-Ländern:


http://ec.europa.eu/information_society/activities/roaming/implementation/benchmark/Zur EU-Roamingverordnung siehe auch: MEMO 07/251


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