Navigation path

Left navigation

Additional tools

IP/08/537

Brüssel, den 7. April 2008

Kommission ebnet Weg für Handynutzung auf europäischen Flügen

Die Europäische Kommission hat heute Vorschriften erlassen, durch die einheitliche Bedingungen für die Nutzung europaweiter Mobilfunkdienste in Flugzeugen geschaffen werden sollen. Dank dieser Dienste werden Geschäftsleute und Flugreisende allgemein auf Flügen innerhalb Europas mit ihren Handys sicher telefonieren sowie Nachrichten verschicken und empfangen können. Dadurch bleiben die 90 % der Flugreisenden in Europa, die im Flugzeug ein Handy mitführen, auch während des Fluges erreichbar.

„Europaweite Telekommunikationsdienste wie der Mobilfunk in Flugzeugen bedürfen eines einheitlichen Rechtsrahmens in ganz Europa. Deshalb ist die Kommission heute tätig geworden. Die Bereitstellung dieses neuen Dienstes erforderte eine Entscheidung für den gesamten europäischen Luftraum,“ erklärte Viviane Reding, die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin. „Von Seiten der Betreiber erwarten wir nun eine transparente und innovative Preisgestaltung. Mobilfunkdienste in Flugzeugen können eine sehr interessante neue Dienstleistung darstellen, insbesondere für Geschäftsreisende, die stets und überall erreichbar sein müssen. Sie wird jedoch nur dann Erfolg haben, wenn den Verbrauchern dafür nicht überhöhte Preise in Rechnung gestellt werden. Außerdem appelliere ich an die Luftfahrtunternehmen und Telekom-Anbieter, an Bord der Flugzeuge für angemessene Bedingungen zu sorgen, damit durch die Nutzung von Mobilfunkdiensten andere Fluggäste nicht gestört werden.“

Die heute von der Kommission angekündigten Maßnahmen dienen der Harmonisierung der mit der Benutzung von Mobiltelefonen in Flugzeugen verbundenen technischen Anforderungen und Genehmigungsvorschriften. Die Mobiltelefone der Flugreisenden werden mit einer bordseitigen Basisstation verbunden, die ihrerseits via Satellit mit einer Bodenstation kommuniziert. Das System verhindert zugleich, dass die Telefone eine Direktverbindung mit einem terrestrischen Mobilfunknetz aufbauen. Dadurch wird die Sendeleistung so gering gehalten, dass die Sicherheit der Flugzeugausrüstung und der normale Betrieb terrestrischer Mobilfunknetze nicht beeinträchtigt werden.

Die Vereinheitlichung der technischen Anforderungen für die gefahrlose Nutzung von Mobilfunkdiensten in Flugzeugen ermöglicht eine EU-weite Anerkennung der nationalen Genehmigungen, die den Luftfahrtunternehmen von dem Mitgliedstaat, in dem sie registriert sind, erteilt werden. So kann beispielsweise ein in Frankreich oder Spanien registriertes Luftfahrtunternehmen seinen Fluggästen auch beim Überfliegen von Deutschland oder Ungarn Mobilfunkdienste anbieten, ohne dass hierfür zusätzliche Genehmigungsverfahren zu durchlaufen wären.

Mit ihren Regulierungsvorschlägen für den ersten echten europaweiten Telekommunikationsdienst reagiert die Kommission auf die steigende Nachfrage sowohl von Seiten der Fluggäste, die während des Fluges ihr Handy benutzen möchten, als auch der Unternehmen, die dieser Nachfrage entsprechen möchten. Nachdem in einigen Ländern (u. a. Frankreich und Australien) Mobilfunkdienste in Flugzeugen bereits erprobt wurden, beabsichtigen einige Telekom-Betreiber, solche Dienste im Jahresverlauf 2008 anzubieten und damit in einer der wenigen Alltagssituationen, in der die Kommunikationsmöglichkeiten bisher sehr beschränkt waren, Erreichbarkeit zu gewährleisten.

Die britische Telekom-Regulierungsbehörde Ofcom kündigte am 26. März an, dass sie es Luftfahrtunternehmen gestatten werde, im Einklang mit dem gemeinsamen europäischen Konzept Mobilfunkdienste während des Fluges anzubieten (http://www.ofcom.org.uk/consult/condocs/mca/statement/).

Hintergrund

Bei Mobilfunkdiensten in Flugzeugen handelt es sich um europaweite Telekommunikationsdienste. Die Kommission hat dazu heute zwei Maßnahmen verabschiedet:

  • eine Empfehlung der Kommission zur Schaffung einheitlicher Genehmigungsverfahren, die die gegenseitige Anerkennung einzelstaatlicher Genehmigungen von Mobilfunkdiensten in Flugzeugen erleichtern wird.

  • eine Entscheidung der Kommission zur Festlegung harmonisierter technischer Parameter von Bordgeräten für die europaweite Handybenutzung in Flugzeugen, die es den Mitgliedstaaten ermöglichen wird, ihre für Mobilfunkdienste in Flugzeugen erteilten Genehmigungen ohne Beeinträchtigung terrestrischer Mobilfunknetze gegenseitig anzuerkennen.

Neben diesen Maßnahmen sind Flugsicherheitsaspekte Gegenstand der Verfahren zur Bescheinigung der Lufttüchtigkeit von Bordgeräten für die Handybenutzung in Flugzeugen, für die auf EU-Ebene die Europäische Agentur für Flugsicherheit sowie die nationalen Zivilluftfahrtbehörden zuständig sind, die die gefahrlose Nutzung der Technologie innerhalb der Flugzeugkabine gewährleisten. Darüber hinaus untersuchen derzeit die zuständigen nationalen Behörden für Justiz und Inneres mit der Handybenutzung in Flugzeugen verbundene Aspekte der Gefahrenabwehr.

Da es sich um Dienste handelt, die erst im Entstehen begriffen sind, betreffen die heute beschlossenen Maßnahmen der Kommission noch nicht kommerzielle Fragen, insbesondere nicht die für Mobilfunkdienste in Flugzeugen anzuwendende Preisgestaltung. In der EU-Roaming-Verordnung (siehe IP/07/870), die vor Jahresende überprüft werden wird, geht es bisher ausschließlich um das Roaming in terrestrischen Mobilfunknetzen. Die Preise für Mobilfunkdienste an Bord von Flugzeugen werden daher zunächst im Ermessen der Anbieter liegen. Die Kommission wird allerdings Höhe und Transparenz der den Verbrauchern in Rechnung gestellten Entgelte aufmerksam beobachten.

Bereits im August 2007 hatte die Kommission für einen weiteren europaweiten Telekommunikationsdienst einheitliche Vorschriften vorgeschlagen: für Satellitenmobilfunkdienste (IP/07/1243). Dies macht deutlich, dass angesichts der technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Europa ein steigender Bedarf an europaweiten Diensten besteht. Die zuletzt im Jahr 2002 überarbeiteten EU-Telekommunikationsvorschriften haben mit dieser Entwicklung jedoch nicht Schritt gehalten. Mit den Vorschlägen der Kommission vom 13. November 2007 zur Reform der derzeit geltenden EU-Telekommunikationsvorschriften (IP/07/1677) soll daher die Schaffung eines integrierten europäischen Binnenmarkts für Telekommunikationsdienste unterstützt werden. Diese Vorschläge werden gegenwärtig im Europäischen Parlament und im Rat erörtert. Die Reform soll bei der Schaffung der rechtlichen Voraussetzungen für die Einführung grenzübergreifender bzw. europaweiter Dienste in der EU eine engere Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten und der nationalen Regulierungsbehörden ermöglichen.

Weitere Informationen

Wortlaut der heutigen Kommissionsentscheidung:

http://ec.europa.eu/information_society/policy/radio_spectrum/ref_documents/index_en.htm
MEMO/08/220


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website