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Finanzdienstleistungen: Branchenbericht empfiehlt neuen EU-Rahmen für Immobilienfonds als Kleinanlegerprodukt

European Commission - IP/08/442   13/03/2008

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IP/08/442

Brüssel, den 13. März 2008

Finanzdienstleistungen: Branchenbericht empfiehlt neuen EU-Rahmen für Immobilienfonds als Kleinanlegerprodukt

(siehe MEMO/08/161)

Die Europäische Kommission hat einen Branchenbericht veröffentlicht, der den EU-Markt für offene Immobilienfonds unter die Lupe nimmt. Diese Fonds bieten Investoren professionell verwaltete Anlagen in Gewerbeimmobilien und sonstige Objekte. Der Bericht und die Reaktionen interessierter Kreise werden die Politikdebatte darüber, ob Regulierungshemmnisse beseitigt werden müssen, damit sich ein grenzübergreifender EU-Markt für offene Immobilienfonds entwickeln kann, wesentlich bereichern. Insbesondere ist der Bericht ein wichtiger Beitrag zu der für Herbst 2008 angekündigten Mitteilung der Kommission über nicht harmonisierte Investmentfonds. Der Bericht, der nicht unbedingt die Meinung der Kommission wiedergibt, soll am 8. April 2008 bei einer öffentlichen Anhörung in Brüssel erörtert werden und stammt von der Expertengruppe für offene Immobilienfonds (siehe IP/07/836), deren Einsetzung die Kommission in ihrem Weißbuch über den Ausbau des europäischen Rahmens für Investmentfonds (siehe IP/06/1569) angekündigt hatte.

EU-Kommissar Charlie McCreevy, zuständig für Binnenmarkt und Dienstleistungen, erklärte dazu: „Ich danke den Mitgliedern der Gruppe für ihre Zusammenarbeit mit der Kommission während der letzten sechs Monate. Ihr Abschlussbericht wirft neues Licht auf den europäischen Immobilienfondsmarkt. Das von regulierten Immobilienfonds verwaltete Vermögen hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. In 12 Mitgliedstaaten unterliegen offene Immobilienfonds inzwischen den Regelungen, die für andere im Privatkundengeschäft tätige Investmentfonds gelten. Der Bericht macht deutlich, dass unterschiedliche nationale Regelungen zu einer zerklüfteten Regulierungslandschaft in der EU geführt haben, die die grenzübergreifende Weiterentwicklung der Branche bremst und möglicherweise auch die Anlagemöglichkeiten der Verbraucher einschränkt. Wir werden den von der Gruppe dargelegten Handlungsbedarf, der aus Sicht der Branche besteht, und die Empfehlungen für erforderliche neue EU-Rechtsvorschriften zur Beseitigung der Marktzutrittsschranken sorgfältig prüfen. Bevor die Kommission jedoch eine endgültige Haltung hierzu einnimmt, möchte ich die interessierten Kreise und Marktteilnehmer aufrufen, sich zu äußern.“

Wesentliche Empfehlungen des Berichts

Der Bericht über offene Immobilienfonds fordert die Einführung gesetzlicher Regelungen auf EU-Ebene, um den grenzübergreifenden Vertrieb offener Immobilienfonds an Kleinanleger zu ermöglichen. Offene Immobilienfonds investieren vorwiegend in Immobilienwerte hoher Qualität, darunter Grundstücke und Gebäude. Derartige Fonds fallen derzeit nicht unter die OGAW1-Richtlinie.

Wie in dem Bericht erläutert wird, haben sich offene Immobilienfonds in vielen Mitgliedstaaten als national reguliertes Anlageprodukt bereits fest etabliert. Außerdem haben mehrere Mitgliedstaaten in letzter Zeit neue Regelungen eingeführt, damit Immobilienfondsanteile an Kleinanleger vertrieben werden können. Diese nationalen Regelungen werden in dem Bericht analysiert und den Regelungen für OGAW-Fonds gegenübergestellt. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die weitreichende Vergleichbarkeit der nationalen Regelungen eine gute Ausgangsbasis für eine Harmonisierung anhand eines gemeinsamen EU-Regelwerks bietet. Enttäuschend ist nach Ansicht der Gruppe, dass es heute praktisch unmöglich ist, national regulierte offene Immobilienfonds an Kleinanleger in anderen Mitgliedstaaten zu vertreiben.

Der Bericht hält ein Tätigwerden des EU-Gesetzgebers für notwendig, um die Marktzutrittsschranken in der EU zu beseitigen. Er stellt Grundzüge eines Regulierungsmodells vor, das für wettbewerbsfähige Anlageprodukte mit hohem Anlegerschutz herangezogen werden könnte.

Weiteres Vorgehen

Der Bericht wird nun mit den Mitgliedstaaten, den Regulierungsbehörden und dem Europäischen Parlament erörtert. Am 8. April 2008 wird er bei einer öffentlichen Anhörung in Brüssel Gegenstand einer Debatte sein, bei der andere Stakeholder, wie Regulierungsinstanzen, institutionelle Anleger und Kleinanleger, Gelegenheit bekommen, sich zu äußern.

Auch schriftliche Kommentare zu dem Bericht nimmt die Kommission unter folgender Adresse gern entgegen:

markt-consult-real-estate-funds@ec.europa.eu

Den Bericht der Expertengruppe sowie Informationen zur Anmeldung für die öffentliche Anhörung finden Sie im Internet unter:

http://ec.europa.eu/internal_market/investment/other_docs/index_de.htm#group

1 :

Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren.


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