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Überschwemmungen in Ecuador – EU leistet Hilfe durch BIZ-Expertenteam

European Commission - IP/08/421   11/03/2008

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IP/08/421

Brüssel, 11. März 2008

Überschwemmungen in Ecuador – EU leistet Hilfe durch BIZ-Expertenteam

Die Europäische Kommission hat über das Gemeinschaftsverfahren für den Katastrophenschutz und ihr Beobachtungs- und Informationszentrum (BIZ) ein Expertenteam nach Guayaquil in Ecuador entsandt. Es soll den ecuadorianischen Zivilschutz und die Vereinten Nationen dabei unterstützen, die Folgen der Überschwemmungen zu bewältigen, die das Land seit 13 Wochen heimsuchen. Das BIZ-Team wird bei der Koordinierung der Katastrophenhilfe und beim Logistikmanagement behilflich sein, die durch die Überschwemmungen verursachten Schäden begutachten und technische Unterstützung bei der Aktualisierung der Katastrophenpläne leisten. Mit dem Gemeinschaftsverfahren für den Katastrophenschutz kann auf entsprechenden Antrag überall in der Welt Hilfe geleistet werden.

„Die Katastrophe in Ecuador ist noch lange nicht bewältigt”, erklärte Stavros Dimas, EU-Kommissar für Umwelt und Katastrophenschutz. „Die Europäische Kommission hat durch das BIZ die Situation vor Ort beobachtet und konnte daher sofort reagieren, als das Hilfeersuchen eintraf. Unsere Fachkenntnis wurde bei ähnlichen Katastrophenfällen in den vergangenen Jahren sehr geschätzt, und auch jetzt werden wir uns bemühen, der Bevölkerung von Ecuador optimale Hilfe zu leisten.”

In Ecuador sind aufgrund des Phänomens La Niña die schwersten Niederschläge seit 25 Jahren aufgetreten, mit massiven Überschwemmungen in 13 der 24 Provinzen des Landes und 19 Todesopfern. Die Regenfälle werden voraussichtlich noch bis April andauern. Von den Überschwemmungen sind bisher 250 000 bis 300 000 Menschen betroffen, etwa 100 000 sind auf sofortige Hilfe angewiesen, und über 13 000 Personen sind in Notunterkünften untergebracht. Wegen des Ausmaßes der Katastrophe wandte sich der ecuadorianische Zivilschutz über die EU-Delegation in Quito an das Büro für Katastrophenhilfe - das Beobachtungs- und Informationszentrum (BIZ) - der Europäischen Kommission.

Das BIZ reagierte auf das Ersuchen mit der Entsendung eines Expertenteams, das am Sonntag im Katastrophengebiet eintraf. Es besteht aus fünf Fachleuten aus Frankreich, Deutschland Österreich, Schweden und Spanien und einem Verbindungsbeamten des BIZ. Die Einsatzleitung ist bei der regionalen Koordinationsstelle für die Katastrophenhilfe in dem betroffenen Gebiet in Guayaquil untergebracht. Die Gruppe wird vor Ort eng mit dem Amt für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (GD ECHO) und dem UNDAC-Team (UN Disaster Assessment and Coordination) zusammenarbeiten.

Das Gemeinschaftsverfahren für den Katastrophenschutz

Das Gemeinschaftsverfahren[1] hat zum Ziel, die Zusammenarbeit bei Katastrophenschutzeinsätzen zu verbessern. Es unterstützt die Koordinierung der Hilfseinsätze, damit ein in Not geratenes Land innerhalb oder außerhalb der EU rasch Hilfe erhält. Dadurch soll insbesondere die optimale Bereitschaft und Reaktion bei schweren Notfällen erreicht werden. Diese Maßnahmen werden von der Kommission über ihr Beobachtungs- und Informationszentrum (BIZ) beim Referat Katastrophenschutz in der GD Umwelt koordiniert.

An dem Gemeinschaftsverfahren beteiligen sich insgesamt 30 Länder[2]. Damit werden die Mittel koordiniert, die den betroffenen Ländern weltweit zur Verfügung gestellt werden können.

Seit seiner Einführung im Jahr 2002 kam das Verfahren weltweit bereits mehrmals bei Katastrophen zum Einsatz, so 2004 beim Tsunami in Südostasien, 2005 bei den Waldbränden in Portugal, bei Überschwemmungen in Bulgarien und Rumänien, beim Hurrikan Katrina in den USA, bei dem Erdbeben in Pakistan und 2006 bei der Krise im Libanon. 2007 kam das Verfahren bei Überschwemmungen in Bolivien sowie bei den Waldbränden in Italien, Griechenland und Zypern zur Anwendung. In jüngster Zeit wurde es bei Ölunfällen in der Ukraine und in Südkorea sowie bei einem Erdbeben in Kirgistan aktiviert.

Weitere Informationen:
Europäischer Katastrophenschutz:

http://ec.europa.eu/environment/civil/index.htm


[1] Entscheidung des Rates vom 8. November 2007 (2007/779/EG, Euratom) (ABl. L 314 vom 1.12.2007, S. 9)

[2] EU-27, Island, Liechtenstein, Norwegen


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