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Frauen in der europäischen IKT-Branche gesucht!

European Commission - IP/08/392   06/03/2008

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IP/08/392

Brüssel, den 6. März 2008

Frauen in der europäischen IKT-Branche gesucht!

Eine Karriere in den Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sei Männersache, meinen viele. Aber dieses verbreitete Vorurteil ist weit von der Wirklichkeit entfernt. Auch wenn der Anteil der weiblichen Absolventen in Ingenieurs- und Informatikstudiengängen noch sehr gering ist, können junge Frauen mit einer erfolgreichen und lohnenswerten Laufbahn im IKT-Sektor rechnen. Dieses Thema steht im Mittelpunkt einer Konferenz, die heute im Vorfeld des Internationalen Frauentags (8. März) in Brüssel stattfindet und mit der die Europäische Kommission Mädchen überall in Europa dazu ermuntern will, aus dem Schatten zu treten und ihre Chancen im IKT-Sektor zu ergreifen, getreu dem Motto der Veranstaltung: „Move out of the Shadow! Seize the OpportunITy!“.

„Es kann nicht hingenommen werden, dass in Europa qualifizierte IT-Kräfte fehlen. Wenn dieser Mangel an Informatikern und Ingenieuren nicht beseitigt wird, könnte sich das Wirtschaftswachstum in Europa verlangsamen und Europa Gefahr laufen, hinter seine asiatischen Konkurrenten zurückzufallen“, sagte Viviane Reding, die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin. „Die verbreiteten Stereotype, IKT-Laufbahnen seien langweilig und für Frauen zu technisch, müssen wir überwinden und die jungen Frauen ermuntern, sich auf diesem aufregenden, innovativen und facettenreichen Gebiet zu behaupten.“

Die IKT-Branche stellt ein Viertel des gesamten Wirtschaftswachstums und 4 % der Arbeitsplätze in der EU, es fehlen ihr aber rund 300 000 Fachkräfte. Deshalb ist es von größter Wichtigkeit, junge Menschen – auch Frauen – für einen Beruf in dieser Branche zu gewinnen. Wenn wir das nicht schaffen, wird die Wettbewerbsfähigkeit Europas darunter leiden.

In den 27 EU-Mitgliedstaaten ist zwar die Gesamtzahl der Absolventen technischer Studiengänge beträchtlich gestiegen, von 150 965 im Jahr 1998 auf 320 950 im Jahr 2004, aber die jährliche Zuwachsrate befindet sich im freien Fall von 60 % im Jahr 1998 auf nur noch 10 % im Jahr 2004. In den USA ist die Situation ähnlich. Dort sank der Anteil der Studienanfänger, die Informatik als Lieblingshauptfach angeben, von fast 4 % auf 1 %, den niedrigsten Wert für Informatikfächer seit 1977!

Bei den Frauen ist die Lage noch bedenklicher.

Auf der anderen Seite ist positiv zu vermerken, dass in Europa der Anteil der weiblichen Hochschulabsolventen in fast allen Fachgebieten gestiegen ist. Bei den technischen Abschlüssen ist der weibliche Anteil allerdings mit nur 19 % (2004) immer noch niedrig. In einigen Ländern wie Österreich, Portugal und Polen ist die Zahl der weiblichen Informatikabsolventen von 1998 bis 2005 sogar deutlich gesunken.

Auch wenn die Zahl der Frauen auf der Führungsebene großer IKT-Unternehmen zunimmt, sind sie dort noch immer unterrepräsentiert. Eine im Oktober 2007 in 150 europäischen Unternehmen des Telekommunikationssektors durchgeführte Untersuchung ergab, dass der mittlere Anteil der Frauen in den Vorständen bei 6 % liegt. Dies zeigt deutlich, dass noch viel getan werden muss, damit sich Frauen für eine Karriere im IKT-Sektor entscheiden und dem Beruf dann auch treu bleiben.

Die Europäische Kommission startete vor zwei Jahren mit der „Shadowing-Initiative“ ihr Pilotprojekt, um mehr junge Frauen, die vor der Entscheidung über ihren künftigen Berufsweg stehen, für eine IKT-Laufbahn zu interessieren. Das Programm bietet jungen Frauen die Möglichkeit, eine erfahrene Managerin des IKT-Sektors an einem normalen Arbeitstag „wie ein Schatten“ zu begleiten. Im Vorfeld des diesjährigen Internationalen Frauentages stellt die Kommission heute in Brüssel die Ergebnisse ihrer „Shadowing-Initiative“ 2007 vor. Im Rahmen der Konferenz finden auch Workshops zu der Frage statt, wie man Frauen für IKT-Berufe gewinnen kann. 2007 erhielten 50 Mädchen und junge Frauen Gelegenheit, in einem von 20 großen Unternehmen aus ganz Europa selbst zu erfahren, wie ein Job im IKT-Bereich so wäre.

Angesichts des Erfolgs in den vergangenen Jahren möchte Kommissarin Viviane Reding dieses Jahr nun einen Schritt weiter gehen. Gemeinsam mit der Branche wird sie die Aufstellung eines europäischen Leitfadens für die vorbildliche Praxis der Frauenförderung in den IKT anregen („European Code of Best Practices for Women in ICT“). Ziel ist, den Ausstieg der Frauen aus den IKT zu stoppen und mit einigen Vorurteilen über die Arbeit in diesem Sektor aufzuräumen. Die Branche wird diesen Leitfaden voraussichtlich zum Internationalen Frauentag 2009 beschließen.

Weitere Informationen:

Die „Shadowing-Videos“ zeigen, wie 6 junge Frauen 2007 den Arbeitsalltag in der Informatik in Begleitung einer erfolgreichen Karrierefrau erlebt haben: http://ec.europa.eu/itgirls.

Zum Internationalen Frauentag: http://www.internationalwomensday.com/

Anhang

Liste der Unternehmen und IT-Institute,
die sich 2008 an der „Shadowing-Initiative“ beteiligen

Athens Information Technology — AIT

Consorzio per il Centro di Biomedicina Molecolare Scarl — CBM

European Organization for Nuclear Research — CERN

Fraunhofer Institute

Fujitsu

FUTURtec

HOLOGRAFICA

IKERLAN

IMT

INRIA

INTRACOM

Joint Research Centre — JRC

L’OREAL

MOTOROLA

NOKIA

Portugal Telecom

Thales Alenia Space
University of Southampton


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