Navigation path

Left navigation

Additional tools

EU treibt nanoelektronische Forschung der Industrie voran

European Commission - IP/08/284   22/02/2008

Other available languages: EN FR

IP/08/284

Brüssel, den 22. Februar 2008

EU treibt nanoelektronische Forschung der Industrie voran

Ein Betrag in bislang einmaliger Höhe - 3 Milliarden Euro - soll im Rahmen der bedeutenden gemeinsamen Technologieinitiative, die vom Ministerrat und vom Europäischen Parlament Ende 2007 genehmigt wurde und heute eingeleitet wird, in die Nanoelektronik investiert werden. Bei der ENIAC-Initiative handelt es sich um eine neue öffentlich-private Partnerschaft im Bereich der Nanoelektronik, der Technologie, die bei der Vielzahl neuer Anwendungen und High-Tech-Produkte eine immer stärkere Miniaturisierung ermöglicht. Die Verwaltungsorgane von ENIAC, in denen öffentliche und private Teilnehmer gemeinsam entscheiden, treffen heute in Brüssel zum ersten Mal zusammen.

„Heute sind es die Technologien im kleinsten Bereich, die die größten Fortschritte zu verzeichnen haben - unseren Unternehmen muss dies auch gelingen“, so Viviane Reding, EU-Kommissarin für den Bereich Informationsgesellschaft und Medien. „Grenzen werden der Nanoelektronik nur von unserer Vorstellungskraft gesetzt. Die Nanoelektronik liegt den Gegenständen des täglichen Lebens in vielfältiger Weise zugrunde und betrifft somit alle europäischen Bürger. ENIAC wird für einen Zeitraum von 10 Jahren über 3 Milliarden € verfügen - dies ist ein konkreter Weg, um sicherzustellen, dass das rasche wirtschaftliche Wachstum dieser enorm wichtigen Industriebranche sich auch und besonders hier in Europa fortsetzt. Wir haben es der Unterstützung des Europäischen Parlaments und des Rates für ENIAC zu verdanken, dass wir diese neue Forschungsinitiative heute einleiten können."

Für das menschliche Auge ist ein Haar oder ein Seidenfaden gerade noch sichtbar. Wenn man sich Dinge vorstellt, die tausendmal kleiner sind, befindet man sich in der geheimnisvollen Nanowelt, in der unzählige elektronische Elemente auf Molekülebene hergestellt werden können, d. h. im Bereich weniger Quadratmikrometer. Werden solche elektronischen Miniaturgeräte mit leistungsstarken und zuverlässigen Computerprogrammen kombiniert, können neue Fähigkeiten und Dienste entstehen, die unser Alltagsleben verbessern. Diese Nanoelektronik- und Computertechnologien bewirken und fördern Innovationen in zahlreichen industriellen und sozioökonomischen Bereichen (z. B. Telekommunikation, Verkehr, Konsumgüter, Fertigung, Gesundheitswesen, Energie). In einem Auto kontrollieren heute fünfzig bis hundert Elektronik-Chips den Motor, die Lenkung, Bremsen, Stabilität, Armaturenbrett, Unterhaltungssystem, Navigation und andere Komponenten. Dies hat bereits zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch und höherer Sicherheit für die Fahrzeuginsassen geführt. In Zukunft können wir eine weitere Verringerung der Emissionen durch computergesteuerte Hybridmotoren und einen Kollisionsschutz für Fußgänger und Fahrzeuge erwarten.

Die europäische Halbleiterindustrie hat heute ein Marktvolumen von etwa 200 Milliarden €. Sie ist das Fundament des auf 800 Milliarden € veranschlagten Marktes für Elektronikgeräte. Man rechnet in den nächsten Jahren mit einem jährlichen Wachstum von 8-10 % in dieser Branche, was dem Dreifachen des insgesamt erwarteten Wirtschaftswachstums entspricht. Die 3 Milliarden Euro, die in den nächsten 10 Jahren in die ENIAC-Initiative investiert werden sollen, sind ein starker Impuls für die auf der Nanotechnologie aufbauenden längerfristigen Entwicklungen, die im gleichen Zeitraum die derzeitige Generation mikroelektronischer Geräte weitgehend ersetzen werden.

Mit Blick auf Größenvorteile, Kosteneinsparungen und kürzere Markteinführungszeiten bei den auf Nanotechnologien basierenden Produkten sowie zur Wahrung der globalen Führungsstellung der europäischen Industrie in diesem Bereich beschloss die EU im Anschluss an einen im Mai 2007 vorgelegten Kommissionsvorschlag (siehe IP/07/668), bei der Finanzierung der einschlägigen Forschungsarbeiten völlig neue Wege zu gehen. Die Kommission und die EU-Mitgliedstaaten, die sich daran beteiligen möchten, werden ihre öffentlichen Mittel mit denen der Hochschulen und der Industrie (davon zahlreiche innovative KMU) im Rahmen öffentlich-privater Partnerschaften bündeln. Die Forschungsfinanzierung im Bereich der Nanoelektronik war bisher zersplittert - einzelne Mitgliedstaaten und Einrichtungen finanzierten kleine Projekte. Nun ermöglicht das neue, „offene“ ENIAC-Konsortium es den Mitgliedstaaten und der Kommission, zusammenzuarbeiten und europaweite Forschungsmaßnahmen auf der Grundlage einer von der Industrie vorgenommenen strategischen Planung mitzufinanzieren.

Bisher nehmen folgende Mitgliedstaaten an ENIAC teil: Belgien, Deutschland, Estland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Spanien, Tschechische Republik, Vereinigtes Königreich.

Hintergrund:

Zunächst erzielte der Rat „Wettbewerbsfähigkeit“ am 23. November 2007 eine Einigung über ENIAC (siehe MEMO/07/479), am 11. Dezember folgte das Europäische Parlament (siehe IP/07/1896). Der Rat genehmigte am 20. Dezember 2007 die EU-Verordnung zur Gründung von ENIAC, die am 4. Februar 2008 im Amtsblatt der EU veröffentlicht wurde.

Innerhalb der nächsten Monate wird das in Brüssel angesiedelte ENIAC volle Operationalität erreichen und über eine eigene Geschäftsordnung, Personal, Räumlichkeiten und Finanzmittel verfügen. Ihm obliegt unter anderem die Koordinierung der Forschung durch Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen und die Finanzierung europaweiter Forschungsprojekte. Über dieses „gemeinsame Unternehmen“ sollen auf effiziente Weise Mittel des öffentlichen und des privaten Sektors für die Projektfinanzierung bereitgestellt werden, damit Innovationen rascher den Markt erreichen.

Die Europäische Kommission hat heute unter der Bezeichnung ENIAC noch eine weitere Technologieinitiative eingeleitet, die Nanoelektronik betrifft (siehe IP/08/283). Diese beiden gemeinsamen Technologieinitiativen stellen einen Durchbruch bei der effizienten Durchführung von Forschungsprogrammen in der Dimension und Geschwindigkeit dar, die nötig sind, um den Spitzenplatz Europas im globalen Wettbewerb zu behaupten.

Weitere Informationen über gemeinsame Technologieinitiativen:

MEMO/07/570

http://cordis.europa.eu/fp7/jtis/ind_jti_en.html#eniac

http://cordis.europa.eu/fp7/jtis/ind_jti_en.html#artemis


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website