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Europa beschleunigt industrielle Forschung im Bereich der Mikrocomputertechnik

European Commission - IP/08/283   22/02/2008

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IP/08/283

Brüssel, den 22. Februar 2008

Europa beschleunigt industrielle Forschung im Bereich der Mikrocomputertechnik

Die Europäische Kommission lanciert heute unter der Bezeichnung ARTEMIS eine bedeutende gemeinsame Technologieinitiative. Die Ende 2007 vom Ministerrat und vom Europäischen Parlament beschlossene Initiative mit einem bislang einmaligen Investitionsvolumen von 2,5 Mrd. € betrifft eingebettete Computersysteme, die – vom Nutzer nahezu unbemerkt – die Leistungsfähigkeit von technischen Geräten und Anlagen aller Art steigern: von Waschmaschinen, Fernsehgeräten und Telefonen über Autos und Flugzeuge bis zu ganzen Fabriken. Der ARTEMIS-Verwaltungsrat, in dem öffentliche und privatwirtschaftliche Beteiligte Entscheidungen gemeinsam treffen, trat heute in Brüssel erstmals zusammen.

In industrielle Anwendungen unsichtbar eingebettete Computer können der europäischen Wirtschaft einen enormen Wachstumsschub verleihen“, erklärte die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. „Immer mehr Nutzanwendungen des täglichen Lebens beruhen auf solchen eingebetteten Systemen, in Kreditkarten genauso wie in Autos. Auch der neue Airbus enthält viele eingebettete Technologien, die vom elektrischen Flugsteuerungssystem bis zur Kabinendruckregelung reichen. Deshalb lohnt es sich, über einen Zeitraum von 10 Jahren insgesamt 2,5 Mrd. € aus öffentlichen und privatwirtschaftlichen Quellen in die Forschung auf dem Gebiet der eingebetteten Systeme zu investieren und so zu gewährleisten, dass die europäische Technologie weltweit führend bleibt. Ich bin dem Europäischen Parlament und dem Ministerrat dankbar für ihre umfassende Unterstützung dieser neuen Initiative zur Bündelung der Forschungsanstrengungen in Europa.“

98 % aller Datenverarbeitungsgeräte sind in elektronische Anlagen und Geräte aller Art eingebettet. Computer finden sich heute in Gegenständen des täglichen Gebrauchs wie Mobiltelefonen und Kreditkarten, in Autos und Flugzeugen ebenso wie in Wohnungen, Bürogebäuden und Fabriken. Im letzten Jahr wurden mehr als 4 Milliarden eingebettete Prozessoren verkauft, der weltweite Markt hat ein Volumen von 60 Mrd. € bei einer jährlichen Wachstumsrate von 14 %. Prognosen zufolge wird es bis zum Jahr 2010 mehr als 16 Milliarden Geräte mit eingebetteten Systemen geben, bis 2020 sogar über 40 Milliarden. Hier liegen die Marktchancen, auf welche die Forschungsinvestitionen in Höhe von 2,5 Mrd. € während der nächsten 10 Jahre ausgerichtet werden müssen. Es ist zu erwarten, dass in den wichtigsten Industriesektoren der Anteil eingebetteter Systeme am Wert der Endprodukte zwischenzeitlich weiter ansteigt. 2010 dürfte der Anteil der eingebetteten Elektronik am Wert eines Autos bei über 35 % liegen.

Mit Blick auf Größenvorteile, Kosteneinsparungen und kürzere Markteinführungszeiten bei den auf Nanotechnologien basierenden Produkten sowie zur Wahrung der globalen Führungsstellung der europäischen Industrie in diesem Bereich beschloss die EU im Anschluss an einen im Mai 2007 vorgelegten Kommissionsvorschlag (siehe IP/07/668), bei der Finanzierung der einschlägigen Forschungsarbeiten völlig neue Wege zu gehen. Die Kommission und die EU-Mitgliedstaaten, die sich daran beteiligen möchten, werden ihre öffentlichen Mittel mit denen der Hochschulen und der Industrie (davon zahlreiche innovative KMU) im Rahmen öffentlich-privater Partnerschaften bündeln. Während bislang die für die Forschung auf dem Gebiet eingebetteter Systeme verfügbaren Gelder tendenziell eher weit verzweigt in Kleinprojekte einzelner Mitgliedstaaten und Organisationen flossen, bietet das neue „offene“ Konsortium ARTEMIS den Mitgliedstaaten und der Kommission die Möglichkeit zur Zusammenarbeit und gemeinsamen Finanzierung europaweiter Forschungsinitiativen mit Ausrichtung an einem von der Industrie selbst erstellten Strategieplan. Privatwirtschaftliche und öffentliche Beteiligte sind in den Verwaltungsräten gleichermaßen vertreten, um alle strategischen Entscheidungen gemeinsam zu treffen.

Derzeit sind die folgenden Mitgliedstaaten an ARTEMIS beteiligt:

Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Irland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Ungarn, die Niederlande, Österreich, Portugal, Rumänien, Slowenien, Finnland, Schweden und das Vereinigte Königreich.

ARTEMISIA, der Artemis-Industrieverband zählt derzeit über 100 Mitglieder, davon sind 50 % Forschungsorganisationen, 22 % KMU und 28 % Unternehmen. Zum Lenkungsausschuss von ARTEMISIA gehören die folgenden Unternehmen: ABB AB Corporate Research, AIRBUS, Ardaco, A.S., AVL List GmbH, Critical Software SA, Daimler A.G., Ericsson AB, Finmeccanica-Società per azioni, Hellenic, Aerospace Industry S.A., Infineon Technologies AG, Inspire AG, Nokia Corporation, NXP, Philips Electronics, Siemens AG, ST Microelectronics, Telelogic AB, Thales Corporate.

Hintergrund:

Eine Einigung über ARTEMIS wurde zunächst am 23. November beim Rat „Wettbewerbsfähigkeit“ (siehe MEMO/07/479) und daraufhin am 11. Dezember im Europäischen Parlament (siehe IP/07/1896) erzielt. Die zur Einrichtung von ARTEMIS notwendigen Verordnungen wurden vom Rat am 20. Dezember 2007 offiziell angenommen und am 7. Februar 2008 im Amtsblatt der EU veröffentlicht.

Die Tätigkeiten im Rahmen von ARTEMIS werden in den nächsten Monaten von in Brüssel ansässigen Organisationen mit eigener Geschäftsordnung, eigenem Personal sowie eigenen Geschäftsräumen und Budgets vollständig aufgenommen. Zu deren Aufgaben gehört die Koordinierung der Forschung durch Aufrufe zur Einreichung von Vorschlägen und die Finanzierung von Forschungsprojekten auf europäischer Ebene. Leitgedanke dieser gemeinsamen Unternehmungen ist die Steigerung der Effizienz bei der Finanzierung von Projekten durch den öffentlichen und privatwirtschaftlichen Sektor, damit Innovationen rascher zur Marktreife gebracht werden können.

Die Europäische Kommission hat heute unter der Bezeichnung ENIAC noch eine weitere Technologieinitiative eingeleitet, die Nanoelektronik betrifft (siehe IP/08/284). Diese beiden gemeinsamen Technologieinitiativen stellen einen Durchbruch bei der effizienten Durchführung von Forschungsprogrammen in der Dimension und Geschwindigkeit dar, die nötig sind, um den Spitzenplatz Europas im globalen Wettbewerb zu behaupten.

Weitere Informationen über gemeinsame Technologieinitiativen:

MEMO/07/570

http://cordis.europa.eu/fp7/jtis/ind_jti_en.html#eniac

http://cordis.europa.eu/fp7/jtis/ind_jti_en.html#artemis


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