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IP/08/259

Brüssel, den 19. Februar 2008

Gemeinsame Normen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Bauwirtschaft

Mit den 10 europäischen Normen für die Auslegung von Bauwerken wird ab 2010 ein gemeinsames Konzept für die Konstruktion von Bauwerken des Hoch- und Tiefbaus vorliegen. Die „Eurocodes" werden die Geschäftstätigkeit im Baugewerbe ankurbeln, da sie technische Handelshemmnisse für Bauprodukte und –dienstleistungen in der Europäischen Union aus dem Weg räumen. Die Qualität der Produkte und Dienstleistungen wird sich durch die Normen verbessern, und es werden neue Beschäftigungsmöglichkeiten im Baugewerbe entstehen, das derzeit 28 % der Industriearbeitsplätze in der EU bereitstellt. Zur Förderung einer breiteren Anwendung der Eurocodes in allen Mitgliedstaaten organisiert die Europäische Kommission vom 18.-20. Februar in Brüssel eine Konferenz, an der mehr als 300 Delegierte aus den Mitgliedstaten teilnehmen. Bei dieser Gelegenheit soll den nationalen Ausbildern das entsprechende Wissen und Know-how vermittelt werden.

Günter Verheugen, EU-Kommissar für Unternehmen und Industrie, sagte hierzu: „Der neue Normungsrahmen, der durch die europäischen Normen für die Auslegung und Ausführung von Bauwerken geschaffen wird, liefert die Grundlage für die erfolgreiche Übernahme hochwertiger Produkte, Dienstleistungen und Innovationen durch den Markt und wird so den internationalen Wettbewerbsvorteil der europäischen Bauindustrie verstärken, die im Hinblick auf die Schaffung von Arbeitsplätzen eine der wichtigsten Branchen ist.“

„Ein intensiverer Wettbewerb auf gleichberechtigter Basis in der EU wird zu Kosteneinsparungen, Qualitätssteigerung und technologischen Innovationen führen. Deshalb hat die Europäische Kommission die Eurocodes von Anfang an durch konkrete Forschungsarbeiten in ihrem Labor für Strukturprüfungen der Gemeinsamen Forschungsstelle unterstützt,” so Janez Potočnik, EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung.

Die Eurocodes wurden 2007 vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) veröffentlicht und werden ab 2010 in allen EU-Mitgliedstaaten angewendet. Es handelt sich um 10 Europäische Normen, jeweils bestehend aus mehreren Teilen, die bestimmte technische Aspekte betreffen (z. B. Feuerbeständigkeit, Brückenauslegung, Sicherheit, Wartungsfreundlichkeit, Robustheit, Dauerhaftigkeit).

Mit den Eurocodes werden gemeinsame technische Regeln für die Auslegung von Bauwerken in den Mitgliedstaaten eingeführt. Die Bestimmung des Sicherheitsniveaus von Bauwerken, einschließlich der Aspekte „Dauerhaftigkeit“ und „Wirtschaftlichkeit“, obliegt weiterhin den Mitgliedstaaten. Ein System von Parametern, die auf einzelstaatlicher Ebene festgelegt werden, ermöglicht eine flexiblere Anwendung in den Mitgliedstaaten. Die Unterschiede der geografischen, geologischen oder klimatischen Bedingungen (Wind, Schnee, Erdbebenrisiken etc.) werden berücksichtigt, und die Mitgliedstaaten können über das jeweils erforderliche Sicherheitsniveau entscheiden. Die einzelstaatlich festgelegten Parameter werden in die für die einzelnen Mitgliedstaaten vorgesehenen Anhänge der Eurocodes aufgenommen.

Die Anwendung der Eurocodes ist das empfohlene Vorgehen, um die Übereinstimmung von Bauwerken und Bauprodukten mit CE-Kennzeichnung mit den grundlegenden Anforderungen der Bauprodukte-Richtlinie nachzuweisen. Außerdem sind die Eurocodes in den technischen Spezifikationen öffentlicher Aufträge vorzugsweise als Referenz anzugeben. Sie stützen sich auf die bewährtesten europäischen Verfahren, auf Sachkenntnis und Forschungsergebnisse. Die Normen gewährleisten höchste technische Qualität der Baupläne und werden außerdem Arbeitsplätze schaffen. Ingenieure, Bauunternehmen, Konstrukteure und Hersteller werden ihre Dienste in allen EU-Mitgliedstaaten ungehindert anbieten können.

Vom 18.-20. Februar 2008 findet in Brüssel der Workshop „Eurocodes: Background and applications“ (Eurocodes: Hintergrund und Anwendungen) statt, den die Europäische Kommission mit Unterstützung des CEN und der Mitgliedstaaten ausrichtet. Den Mitgliedstaaten sollen dabei im Hinblick auf die Schaffung besserer Ausbildungsvoraussetzungen modernste Materialien und Hintergrundinformationen an die Hand gegeben werden. Ferner sollen der Meinungsaustausch, die Vernetzung und die Zusammenarbeit zwischen den Vertretern von Behörden, Industrie und technischen Verbänden erleichtert werden, die an der Eurocode-Ausbildung in den Mitgliedstaaten beteiligt sind. Auf der Vormittagsveranstaltung des 18. Februar werden die wichtigsten Fragen und Prioritäten der Einführung und Anwendung der Eurocodes in den Mitgliedstaaten und ihrer Weiterentwicklung sowie damit verbundene Herausforderungen behandelt. In den Vorträgen am 18. Februar (nachmittags) sowie am 19. und 20. Februar werden einzelne Eurocodes ausführlich dargestellt. Organisiert werden sie von den CEN/TC250-Unterausschüssen und der horizontalen Gruppe für Brandschutztechnik.

Das nächste Ziel der Europäischen Union ist die Ausdehnung des Gegenstandsbereichs der Eurocodes auf Nachhaltigkeitsaspekte wie Umweltschutz, Ressourceneinsatz, Energieeinsparung, Gesundheitsschutz und Sicherheit.

Weitere Informationen über die Eurocodes sind abrufbar über:

http://eurocodes.jrc.ec.europa.eu

http://elsa.jrc.it


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