IP/08/209
Brüssel, den 12. Februar 2008
Dazu das für Binnenmarkt und Dienstleistungen zuständige Kommissionsmitglied Charlie McCreevy: “Die heute veröffentlichte Studie ist ein weiterer Beitrag zu den Überlegungen, die die Politik derzeit zum Thema Investmentfonds in Europa, und zwar nicht nur in Bezug auf OGAW, sondern auch in Bezug auf die nicht harmonisierten Privatkundenfonds, anstellt. Wir bringen damit unsere Entschlossenheit zum Ausdruck, eine transparente und faktengestützte Politik zu betreiben. Die Studie bestätigt, dass die OGAW III-Fondsmanager verstärkt weiter gehende Anlagebefugnisse nutzen, und verdeutlicht, dass der OGAW III-Rahmen äußerst flexibel ist und den Fondsmanagern gestattet, innovative Strategien umzusetzen. Auch macht sie deutlich, dass die Fondsverwalter ihre Verantwortung gegenüber den Kunden sehr ernst nehmen.“
In der Studie wurden die Anlageergebnisse (Wertentwicklung und Risiken) von OGAW- und Nicht-OGAW-Fonds in den vergangenen fünf Jahren untersucht. Die 2004 in Kraft getretene OGAW III-Richtlinie gibt den Fondsmanagern die Möglichkeit, in ein wesentlich breiteres Spektrum von Vermögenswerten zu investieren, zu Absicherungs- (‚Hedging’) und Hebelzwecken (‚Leveraging’) Anlagen in Derivate zu tätigen und neue Anlagestrategien zu verfolgen (indexbasierte Anlagen, Dachfondsstrategien). Die Studie vermittelt einen Überblick darüber, wie OGAW-Fondsmanager diese neuen Anlagemöglichkeiten genutzt haben.
In der Studie wird festgestellt, dass eine große Zahl von OGAW-Fonds damit begonnen hat, in Derivate zu investieren. Der intensive Rückgriff auf diese Instrumente ist aber auf eine kleine Gruppe von OGAW-Fonds begrenzt. Tendenziell greifen OGAW-Manager intensiver auf Derivate zurück als Manager nicht harmonisierter Fonds, die entweder keine Hebelwirkung nutzen oder auf andere Methoden setzen, um die Fondsrendite zu erhöhen (Kreditaufnahme, Leerverkäufe).
OGAW-Fonds, bei denen intensiv Derivate zum Einsatz kommen, sind nicht mit höherem Marktrisiko verbunden als andere beaufsichtigte Fonds. Die Fondsmanager halten den derzeitigen OGAW-Rahmen für sehr flexibel, wenn es um die Nutzung der Anlagebefugnisse geht.
In der Studie werden die Risiken untersucht, die mit der Nutzung erweiterter Anlagebefugnisse einhergehen, wie das Leverage-Risiko, das Bewertungsrisiko, das Liquiditätsrisiko und das Gegenparteiausfallrisiko. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Fondsverwalter vor der Einführung neuer, komplexerer Produkte solide Risikomanagementverfahren entwickeln. So prüfen die Vermögensverwalter die Angemessenheit ihrer Fonds für Privatkunden sowie den Risikomanagementprozess, den sie vor der Lancierung derartiger Fonds benötigen.
Die Studie stellt einen Beitrag zu einem Bericht dar, den die Kommission im Herbst 2008 veröffentlichen wird. Der Kommissionsbericht wird eine Bestandsaufnahme des europäischen Markts für Privatkundeninvestmentfonds vornehmen. Dies betrifft sowohl die Fonds, die in den OGAW-Rahmen fallen, als auch jene, die derzeit noch davon ausgenommen sind.
Offene Anhörung zu nicht harmonisierten Investmentfonds für Privatkunden und Immobilienfonds (8.4.2008)
Die Ergebnisse der Studie werden in einer offenen Anhörung über nicht harmonisierte Investmentfonds erörtert werden, die die Kommission am 8. April 2008 in Brüssel veranstalten wird.
In der Anhörung
Programm und Anmeldeformular für die Anhörung sind abrufbar unter:
http://ec.europa.eu/internal_market/investment/consultations/index_de.htm#hearing0804
Die Studie über Investmentfonds ist abrufbar unter:
http://ec.europa.eu/internal_market/investment/other_docs/index_de.htm#studies
[1] Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren