Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR ES IT EL

IP/08/2047

Brüssel, den 22. Dezember 2008

Umwelt: Kommission begrüßt freiwillige Vereinbarung über die sichere Lagerung von Quecksilber

Die Europäische Kommission begrüßt eine freiwillige Vereinbarung, mit der gewährleistet werden soll, dass überschüssiges Quecksilber aus der europäischen Chloralkaliindustrie sicher gelagert wird, sobald das Verbot der Ausfuhr dieses hochtoxischen Metalls aus der Europäischen Union in Kraft tritt. Gemäß den Rechtsvorschriften muss nicht mehr verwendetes Quecksilber so gelagert werden, dass es zu keiner Freisetzung kommen kann. EuroChlor, der Europäische Verband der Chloralkaliindustrie (Herstellung von Chlor und Natronlauge) hat zugesagt, eine sichere Lagerung unter optimalen Bedingungen zu gewährleisten, wenn die Rechtsvorschriften 2011 wirksam werden. Dies ist die erste durch eine Empfehlung der Kommission förmlich anerkannte freiwillige Vereinbarung der Industrie, seit die Kommission im Jahr 2002 eine Mitteilung über Umweltvereinbarungen angenommen hat.

Umweltkommissar Stavros Dimas erklärte: „Wir beglückwünschen EuroChlor zu seiner proaktiven Initiative, die gewährleistet, dass mehrere Tausend Tonnen Quecksilber aus dem Verkehr gezogen und sicher gelagert werden. Diese freiwillige Vereinbarung ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Industrie aktiv zur Umsetzung wichtiger Umweltrechtsvorschriften beitragen kann, die die Gesundheit der europäischen Bürger und die Umwelt schützen.“

Alistair Steel, Exekutivdirektor von EuroChlor, kommentierte: „Im Namen unserer Mitgliedsunternehmen begrüßen wir diese offizielle Anerkennung. Wir freuen uns, zu den ersten Industriesektoren mit einer von der Europäischen Kommission anerkannten freiwilligen Vereinbarung zu gehören. Diese Vereinbarung demonstriert unsere Überzeugung, dass die Industrie Verantwortung übernehmen muss, um zur Lösung von Umweltproblemen beizutragen.“

Die freiwillige Vereinbarung von EuroChlor

Im September 2008 wurden Rechtsvorschriften erlassen, wonach mit Wirkung ab März 2011 alle Ausfuhren von Quecksilber aus der Europäischen Union verboten sind. Außerdem muss Quecksilber, das in der Chloralkaliindustrie nicht mehr verwendet wird oder das bei anderen großen industriellen Prozessen anfällt, gemäß den neuen Rechtsvorschriften sicher gelagert werden. EuroChlor, der Unternehmensverband, der die Chloralkalihersteller in der EU und der Europäischen Freihandelsassoziation vertritt, hat sich verpflichtet, die sichere unterirdische Lagerung von überschüssigem Quecksilber aus der Industrie Sorge zu gewährleisten, sobald das Verbot wirksam wird. Die neuen Rechtsvorschriften schreiben die sichere Lagerung zwar verbindlich vor, doch hat EuroChlor beschlossen, über die dort festgelegten Anforderungen hinauszugehen. Überschüssiges Quecksilber wird aus stillgelegten Chloranlagen entfernt, in zugelassenen versiegelten Stahlcontainern zur Endbestimmung befördert und vorzugsweise in Salzminen in großer Tiefe gelagert.

Diese Minen ermöglichen insofern eine sichere Endlagerung des Quecksilbers, als in ihnen keine Feuchtigkeit vorkommt und das Metall nicht korrodieren kann. Die Kommission wird spezifische technische Kriterien für diese Lager ausarbeiten und strikte Sicherheitsanforderungen festlegen, die auf dem Gelände beachtet werden müssen.

Dies ist die erste durch eine Empfehlung der Kommission förmlich anerkannte freiwillige Selbstverpflichtung der Industrie, seit die Kommission im Jahr 2002 gemeinsame Regeln und Grundsätze für Umweltvereinbarungen[1] festgelegt hat. Freiwillige Umweltvereinbarungen gelten als ergänzendes Regulierungsinstrument, das es der Industrie ermöglicht, bei der Lösung von Umweltproblemen proaktiv vorzugehen.

Verwendung von Quecksilber

Die Verwendung von Quecksilber ist in der EU wie auch weltweit rückläufig. Einige wichtige Verwendungszwecke bestehen jedoch weiterhin. Weltweit wird Quecksilber vor allem im Goldbergbau kleinen Maßstabs, in der Chloralkaliindustrie und - vor allem in China – im Acetylenverfahren bei der Herstellung von PVC verwendet. In der EU kommt es nur noch in der Chloralkaliindustrie in signifikantem Umfang zum Einsatz, wo die Verwendung von quecksilberhaltigen Zellen zur Chlorproduktion jedoch schrittweise eingestellt wird. Derzeit gelangt dieses Quecksilber auf den Weltmarkt zurück, was jedoch mit der schrittweisen Einstellung der Quecksilberausfuhren aus der EU gemäß den neuen Rechtsvorschriften nicht mehr der Fall sein wird.

Gefahren der Quecksilberexposition

Quecksilber und seine Verbindungen sind hochgiftig für Menschen, Tiere und Ökosysteme. Hohe Dosen können für den Menschen tödlich sein, aber auch relativ niedrige Mengen können das Nervensystem bereits ernsthaft schädigen und wurden mit schädlichen Auswirkungen auf das Herzkreislauf-, das Immun- und das Fortpflanzungssystem in Verbindung gebracht. Quecksilber ist in der Umwelt persistent und kann sich dort in Methylquecksilber, die am stärksten toxische Form, umwandeln. Methylquecksilber überwindet sowohl die Plazentarschranke als auch die Blut-Hirn-Schranke, so dass die Exposition von Frauen im gebärfähigen Alter sowie von Kindern höchst bedenklich ist.

Hintergrund

Das Ausfuhrverbot und die sichere Lagerung von überschüssigem Quecksilber sind Kernelemente der EU-Strategie, die darauf abzielt, das weltweite Angebot an Quecksilber zu verringern und somit die Emissionen von Quecksilber in die Umwelt zu begrenzen. Die von der Kommission im Januar 2005 eingeleitete Quecksilberstrategie der EU ist ein umfassender Plan, mit dem gegen die Quecksilberbelastung sowohl in der EU als auch weltweit vorgegangen werden soll. Die Strategie umfasst 20 Maßnahmen, die darauf abzielen, Quecksilberemissionen zu reduzieren, Angebot und Nachfrage zu verringern und vor einer Exposition zu schützen (insbesondere vor Methylquecksilber in Fisch).

Weitere Informationen über die Quecksilberstrategie:

http://ec.europa.eu/environment/chemicals/mercury/index.htm


[1] KOM(2002) 412 vom 17.7.2002


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website